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Veröffentlicht am 05.06.2025 18:32

Bezahlbarer Wohnraum ist knapp: Flächen für Tiny-Häuser in Ansbach gesucht

Bezahlbarer Wohnraum ist auch in Ansbach knapp. Tausende Euro pro Quadratmeter Nutzfläche können sich immer weniger Menschen leisten. Wohl auch deshalb stieß ein Antrag der Offenen Linken im Bauausschuss auf breite Zustimmung. Die Stadt will nun prüfen, ob es geeignete Flächen gibt, die sich für die Ansiedlung von Tiny-Häusern eignen.

Noch vor einigen Jahren waren ähnlich lautende Vorstöße noch mit dem Verweis auf die nicht vorhandene Nachfrage im weitläufigen Ansbacher Stadtgebiet abgeblockt worden. Inzwischen aber hat offensichtlich in der Verwaltung und quer durch alle im Stadtrat vertretenen Fraktionen und Gruppierungen ein Umdenkprozess stattgefunden. „Das ist doch eine charmante Idee“, befand etwa Grünen-Stadträtin Sabine Stein-Hoberg zu der möglichen Ansiedlung von Kleinsthäusern. Das Gros ihrer Kollegen stimmte dem im Wortlaut genauso zu.

Passende Areale im Ansbacher Stadtgebiet

Derartige Häuser haben in der englischen Originalbezeichnung den Zusatz „Tiny“, was übersetzt klein oder auch niedlich meint. Eine Einschätzung, die sich gerade auf die im Schnitt etwa 50 Quadratmeter „große“ Grundflächen bezieht. Diese Wohnform gilt nicht nur der Offenen Linken als „innovatives und nachhaltiges Wohnkonzept, das dem steigenden Bedarf nach bezahlbarem, ressourcenschonendem und zugleich selbstbestimmtem Wohnen gerecht wird“.

„Das ist ein Schritt in die Zukunft“, befand Kathrin Pollack (SPD) optimistisch dazu. CSU-Stadtrat Gerhard Sauerhammer erinnerte an ähnliche Offensiven verschiedener Anbieter in der Vergangenheit, die aber allesamt an der Verfügbarkeit von geeigneten Grundstücken gescheitert seien.

Im rund einhundert Quadratkilometer großen Stadtgebiet Ansbachs sollten sich aber doch einige passende Areale für Tiny Häuser finden lassen, meinten die politischen Vertreter, was bei der Verwaltung durchaus auf Gegenliebe stieß.

Erschließung der Grundstücke muss gesichert sein

„Das wird nicht in sechs bis acht Wochen gehen“, schränkte Baudirektor Jochen Büschl zu der möglichen innerstädtischen Nachverdichtung ein, „dafür brauchen wir schon ein bisschen Zeit.“ Zudem bestehen im Hinblick auf die Genehmigungsfähigkeit solcher Projekte doch einige Hürden, wie Büschl ausführte.

Derartige Flächen müssten grundsätzlich nicht den Außen-, sondern den Innenbereich betreffen. Zudem ist laut Büschl „eine gesicherte Erschließung“, sprich das Vorhandensein einer Zufahrtsstraße sowie eines Wasser- und Stromanschlusses, unbedingt notwendig. Bereits ausgewiesene Baugrundstücke in der Stadt, also etwa am Brandlesweg oder am Weinberg-Plateau, die derzeit noch nicht verkauft sind, eignen sich aufgrund ihrer Größe nicht, stellte Büschl klar.

Aber auch bei entsprechend kleineren Flächen wäre eine „Erbpachtbasis statt Grunderwerb hilfreich“, merkte Werner Forstmeier (ÖDP) in der Diskussion an. Was Oberbürgermeister Thomas Deffner (CSU) zu dem entscheidenden Satz führte: „Wenn wir entsprechende Flächen finden.“

Modellprojekt oder kleine Siedlung? Die Verwaltung will prüfen, ob sich Grundstücke für solche Tiny Häuser finden lassen. (Foto: Stefan Brand)
Modellprojekt oder kleine Siedlung? Die Verwaltung will prüfen, ob sich Grundstücke für solche Tiny Häuser finden lassen. (Foto: Stefan Brand)
Modellprojekt oder kleine Siedlung? Die Verwaltung will prüfen, ob sich Grundstücke für solche Tiny Häuser finden lassen. (Foto: Stefan Brand)

Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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