Ein Buch zu veröffentlichen ist ein Kraftakt. Dafür braucht es viel Herzblut, Emotionen, Sachverstand und zeitlichen Einsatz. So war es auch bei dem nun vorliegenden Werk mit dem Titel „Stadtbibliothek im Klosterchor Bad Windsheim“. Der Bildband zählt 51 Seiten. Die Erstauflage umfasst 500 Exemplare.
Endlich, es ist vollbracht. Für Sabine Detsch, Vorsitzende des Fördervereins Klosterchor & historische Stadtbibliothek, und dessen Schriftführerin Christa Schlosser ist mit dem Erscheinen des Buches ein weiteres Projekt abgeschlossen. Doch jetzt gilt es, auch die Öffentlichkeit darüber zu informieren und interessierte Leser dafür zu gewinnen. Schließlich sollen durch den Verkauf des Bildbandes möglichst viele Spenden eingenommen werden.
Denn noch immer fehlen Gelder, um die Instandsetzung des Klosterchors finanzieren zu können. Der Erlös des Buches soll einen Beitrag dazu leisten, den Fehlbetrag schmelzen zu lassen. Deswegen hat man sich bewusst gegen einen Verlag entschieden. Damit war aber auch klar: Es gibt keinen Profi, der das Projekt mal so eben im Alleingang stemmt und dem Förderverein die fertige Auflage ins Haus liefert. „Wir haben mehrere Anläufe gebraucht, um es umzusetzen“, sagt Sabine Detsch. Und immer mal wieder habe es Verzögerungen gegeben.
Die Idee zu einem Buch über Klosterchor und historische Stadtbibliothek habe es schon lange gegeben, so Detsch. Bereits vor rund acht Jahren habe man darüber nachgedacht. Doch es brauchte diesen einen elementaren Funken, die Initialzündung, um das Projekt tatsächlich auf den Weg zu bringen. Und das war die visuelle Dokumentation von Klosterchor und Bibliothek, die der Fotograf Andreas Riedel aus Neustadt angefertigt hatte. Und zwar lange, bevor die Bücher nun ausgelagert wurden.
Als die Bilder vorlagen und man sie gesichtet hatte, sei Detsch zufolge schnell klar gewesen: „Diese Bilder sind so gut, dass sie zu schade sind, um nur als reine Dokumentation im Verborgenen zu verweilen.“ Außerdem lagen bereits passende Texte vor.
Sie stammen von Michael Schlosser, der fast vier Jahrzehnte lang als hauptamtlicher Archivar und Bibliothekar der Stadt Bad Windsheim gewirkt hatte. Er starb im Jahr 2020. „Wir sind traurig darüber, dass er die Instandsetzung seiner Bibliothek nicht mehr miterleben kann“, heißt es in der „Danksagung und Widmung“, die allein ihm gilt. Und das aus gutem Grund: Weil er sich unermüdlich für den Erhalt der Stadtbibliothek eingesetzt habe, wie es weiter heißt.
Geschrieben habe ihr Mann die Texte einst zu bestimmten Anlässen, erklärt Christa Schlosser. Mal zur Kirchweih, mal zu einem Jubiläum. Es seien keine langen, wissenschaftliche Abhandlungen, sondern komprimierte Texte, leicht verständlich. In Kombination mit den Bildern gewähren sie einen Blick hinter die Mauern des Klosterchors, ohne selbst eintreten zu müssen.
Doch ist nicht nur der Ist-Zustand des Denkmals von nationaler Bedeutung beschrieben, sondern auch das, was sich dort einmal entwickeln soll. „Zukunftsmusik“ heißt das Kapitel, in dem es um einen Ausblick geht. „Wir erklären kurz und prägnant, wie die Quartiersentwicklung im Bereich des Klosterchors aussehen könnte“, sagt Detsch und spricht in diesem Zusammenhang von einem möglichen Vorzeigeprojekt. „Wenn es gelingt, gelingt ein Blick in die Zukunft, wie Stadtentwicklung mit Mehrwert umgesetzt werden kann.“
Als die gedruckten Bücher geliefert wurden, waren Detsch und Schlosser „erwartungsfroh und aufgeregt“. Einen Vorab-Druck gab es nicht. Denn dieser hätte zu viel Geld verschlungen. Doch ein Buch zuvor nicht analog in der Hand halten, das Papier nicht spüren und die Farben des Drucks nicht anschauen zu können, sei mit einer großen Unsicherheit verbunden gewesen.
Der Öffentlichkeit wird das Werk erstmals am Freitag, 20. Oktober, ab 17 Uhr, im Klosterchor präsentiert. Die Bad Windsheimer Sänger begleiten den Abend musikalisch und auch der Fotograf Andreas Riedel wird anwesend sein. Der Termin reiht sich ein in die Veranstaltungen der neu ins Leben gerufenen Bad Windsheimer „Woche der Bücher“, die durch Stella Cramer von der Buchhandlung Dorn initiiert worden ist.
Für Detsch hätte es keinen passenderen Termin geben können: Er fällt genau in die Zeit der Frankfurter Buchmesse. Und zu deren Vorläufer war eine Abordnung aus Bad Windsheim bereits im Jahr 1559/60 gereist, um rund 150 Werke für die Stadtbibliothek anzukaufen.