Sommertage können so schön sein - außer wenn es irgendwo am Körper fies juckt oder brennt. Zwei Dermatologinnen geben Tipps, was bei fünf häufigen Hautproblemen im Sommer hilft - und wie wir ihnen vorbeugen können.
Juckender Ausschlag nach dem Baden im See kann verschiedene Gründe haben. „Oft rührt so ein Ausschlag von Algen her“, sagt Kirsten Kramer, Dermatologin in Nürnberg. „Man erkennt das daran, wenn der Ausschlag da ist, wo vorher der Badeanzug saß. Die Algen setzen sich gerne in den Textilfasern ab.“ Den betroffenen See sollte man für diese Saison dann meiden.
War die Tragezeit der Badesachen kurz, klingt dieser Ausschlag oft von selbst ab. Eine gute Idee daher - auch um sich generell vor Ausschlägen durchs Schwimmen im See zu schützen: nach dem Baden sofort abtrocknen und umziehen.
Am häufigsten ist ein Ausschlag nach dem Seebaden laut der Münchener Dermatologin Marion Moers-Carpi aber auf Zerkarien zurückzuführen. Das sind kleine Larven, die in die Haut eindringen - und dadurch eine allergische Abwehrreaktion auslösen. Hierbei können sich Quaddeln, wie bei einer Reizung durch Brennnesseln, bilden. „Häufig treten Zerkarien in flachen Gewässern mit Tieren wie Enten oder Schwänen auf“, sagt die Hautärztin.
Klingt ein Ausschlag nach dem Baden nicht allein ab, können Dermatologen juckreizhemmende Medikamente verschreiben. Auch kortisonhaltige Cremes oder Antihistaminika können helfen.
Fuß und Schuh scheuern munter aneinander: Blasen entstehen durch Reibung und sie sind ein cleverer Schutzmechanismus unseres Körpers. Um tiefere Schäden an der Haut zu vermeiden, sammelt sich Wundflüssigkeit zwischen den Hautschichten.
Daher ist es auch so wichtig, dass man Blasen nicht aufsticht. „Ohne dieses Schutzschild gibt es eine riesige Wunde“, warnt Marion Moers-Carpi.
Gut, wenn man stattdessen ein Blasenpflaster griffbereit hat. Diese Helfer kann man sich auch vorsorglich schon aufkleben, etwa beim Einlaufen neuer Schuhe. Wer weiß, wo sich am Fuß typischerweise Blasen bilden, kann diese Stellen - ob die Ferse oder den kleinen Zeh - dann vorab mit Pflastern verarzten. Das verringert die Reibung.
Nach vier bis fünf Tagen sollte eine Blase abgeheilt sein. Sonst ist ein Besuch bei der Hautärztin ratsam. Unter Umständen könne sich die offene Stelle entzündet haben, sagt Kristen Kramer: „Zum Beispiel durch Sand. Auch Menschen mit Diabetes oder Venenerkrankungen neigen eher zu Entwicklung einer Wundrose.“
Um die Schmerzen zu lindern, hilft es, die Hautstelle zu kühlen und antibiotische Cremes oder feuchtigkeitsspendende Produkte - etwa mit Aloe vera - aufzutragen.
Ist es feucht und warm, kann es zu Fußpilz kommen. „Allerdings ist genetisch vorbestimmt, wer zu Fußpilz neigt und wer nicht“, sagt Marion Moers-Carpi. Häufig betroffen sind der Dermatologin zufolge außerdem Menschen mit Diabetes, Sportler und Menschen mit sehr trockener, rissiger Haut.
Oft macht sich Fußpilz durch Juckreiz bemerkbar. Aber nicht immer. „Manchmal entdecke ich bei Patienten Fußpilz, den sie selbst wegen fehlenden Juckreizes nicht bemerkt haben“, sagt Kirsten Kramer. Der Pilz kann sich auch durch rote, schuppige oder rissige Haut zwischen den Zehen zeigen.
Wie vorbeugen? „Wer Angst vor Fußpilz hat, sollte die Zehenzwischenräume immer gründlich trocknen oder sogar ein Puder nutzen“, so Moers-Carpi. Für den Freibadbesuch empfiehlt Kirsten Kramer Latschen aus Hartplastik mit nicht porösen Sohlen. „Zwischen zwei Freibadbesuchen müssen diese aber mit warmer Seifenlauge gewaschen und dann mit Desinfektionsspray behandelt werden, um dem Pilz wirklich vorzubeugen.“ Pilzsporen sind nämlich gute Überlebenskünstler.
Zur Behandlung empfiehlt Marion Moers-Carpi antimykotische Salben für die Haut, antimykotische Sprays für die Schuhe und antimykotische Lösungen für das Weichspülfach in der Waschmaschine.
Den sprichwörtlichen Wolf läuft man sich, wenn Haut auf Haut reibt. Betroffen sind oft die Oberschenkel durchs Laufen. Manchmal sind aber auch die Leisten oder die Pofalte durch Sand, Sonnencreme-Rückstände oder durchs Fahrradfahren betroffen.
„Bakterien im Schweiß können die Reizung verschlimmern und zu einer Entzündung führen“, so Kirsten Kramer. „Dann muss der Weg zur hautärztlichen Praxis führen. Dort können Antibiotika oder antibiotische Cremes verschrieben werden“, sagt Marion Moers-Carpi.
Dermatologin Kramer rät Frauen, die Probleme mit wunden Oberschenkeln haben, zum Tragen von Hosen mit glatten Nähten, statt zu Kleidern oder Röcken. Außerdem können Radlerhosen oder spezielle Oberschenkelbänder Abhilfe schaffen.
Ist die Haut einmal wund, helfen laut Kirsten Kramer Schäume mit Zink. „Viele Radsportler, die der Reibung auf dem Sattel ausgesetzt sind, nutzen die auch“, sagt sie. Moers-Carpi empfiehlt, die betroffenen Stellen zu kühlen oder ein Puder aufzutragen, das die Reibung hemmt.
Auch wenn Rötungen oder Blasen abklingen, ist ein Sonnenbrand ein langfristiges Problem. Denn UV-Strahlung ausgesetzt zu sein, erhöht das Risiko für schwarzen und weißen Hautkrebs.
Der beste Schutz gegen Sonnenbrand ist, die Sonne zu meiden. Sonnenschutz zweiter Wahl sei, so Kirsten Kramer, Lichtschutzkleidung. „Vor allem Kinder sollten grundsätzlich mit spezieller UV-Schutzwäsche unterwegs sein“, rät die Hautärztin. Zudem ist Sonnencreme unverzichtbar, am besten mit einem hohen Lichtschutzfaktor von 30 oder gar 50.
Und was, wenn da bereits ein Sonnenbrand auf Schulter, Arm oder Nacken prangt? Auch wer „nur“ eine Rötung hat, sollte raus aus der Sonne. „Dann helfen kühlende Maßnahmen, etwa kalte, dünne Lappen oder ein dünnes T-Shirt nass anzuziehen“, rät Kramer. So könne die Entzündung ausdampfen. „Besser nicht mit fetter Salbe einschmieren, denn dann kocht die Entzündung eher darunter weiter.“
Wenn ein Sonnenbrand starke Schmerzen verursacht, größere Flächen betroffen sind und/oder sich große Blasen bilden, sollte man sich dermatologischen Rat holen.
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