Boxer Deniel Krotter aus Neustadt sieht seine Zukunft bei den Profis | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 04.09.2024 16:00

Boxer Deniel Krotter aus Neustadt sieht seine Zukunft bei den Profis

Die Rechte sitzt: Deniel Krotter (rechts) boxt gegen Richard Toth. (Foto: Seven Sport/Pervin Inan-Serttas)
Die Rechte sitzt: Deniel Krotter (rechts) boxt gegen Richard Toth. (Foto: Seven Sport/Pervin Inan-Serttas)
Die Rechte sitzt: Deniel Krotter (rechts) boxt gegen Richard Toth. (Foto: Seven Sport/Pervin Inan-Serttas)

Etliche junge Männer in bunten Hemden stehen im Kreis um zwei Boxer herum und feuern die Kämpfer an. Es gibt keinen Ring, aber einen Ringrichter, in diesem Fall also eher einen Schiedsrichter. Der bekommt zu tun, als der Neustädter Deniel Krotter einen Aufwärtshaken ans Kinn seines Gegners platziert.

Der heißt Richard Toth, Kampfname Zombie. Was insofern gut passt, da er wie ein Untoter in diesem Kampf auch nach schwersten Kopftreffern immer wieder aufsteht, bis sein Betreuer endlich das Handtuch wirft. Krotter, an der Augenbraue leicht blutend, reißt die Arme nach oben. Der klar bessere Boxer hat gewonnen.

Der Clip von diesem brutal harten Aufwärtshaken, mit dem er seinen Gegner ausknockt, bekommt ordentlich Aufmerksamkeit im Netz. Das gefällt Krotter.

Eine reine Showveranstaltung

„Das ist eine reine Showveranstaltung“, sagt Krotter, „für mich geht es darum, meinen Namen noch bekannter zu machen“. Das ist wichtig, denn für den 25-Jährigen beginnt in diesem Jahr ein neuer Abschnitt in der Karriere.

Nach der verpassten Qualifikation für die Olympischen Spiele in Paris, beim entscheidenden Turnier in Thailand konnte sich Krotter im Frühjahr nicht durchsetzen, verabschiedet sich der mehrfache Deutsche Meister vom Amateurboxen und strebt ins Profilager.

Die Boxer sind in zwei Welten getrennt. Hier das Amateurboxen oder olympische Boxen, das ähnlich organisiert ist wie andere Sportarten mit Vereinen, Landes- und Bundesverband, der die Sportler für Meisterschaften nominiert.

Auf der anderen Seite das Profilager mit seinen verschiedenen Organisationen, das seine Wettbewerbe privatwirtschaftlich organisiert und eine Vielzahl von Titeln vergibt. Trainiert wird in beiden Lagern enorm hart, gekämpft nach unterschiedlichen Regeln. Profikämpfe gehen oft über mehr Runden. Und bei den Profis gibt es mehr Geld zu verdienen, was einen Wechsel attraktiv erscheinen lässt.

Der Idealfall wäre ein WM-Titelkampf

„Ich habe noch zehn gute Jahre als Boxer vor mir, die will ich nutzen“, sagt Krotter. Der Idealfall wäre ein WM-Titelkampf. Bis dahin dürfte es noch eine Weile dauern. Vorerst steht am 21. September in Bonn das Finale der Ringlife Combat Series (RCS) an, für das sich Krotter mit dem Sieg über den Zombie qualifiziert hat. 1000 Euro gab es für den Knockout, dem Sieger beim Finalturnier winken 10.000 Euro.

Da er 2024 auch noch seine Freundin Alicia heiraten wird, ändert sich in diesem Jahr tatsächlich einiges im Leben von Krotter, der einst beim TV Bad Windsheim mit dem Boxen begann, die letzten vier Jahre am Stützpunkt in Schwerin trainierte und für die Nationalmannschaft diverse internationale Einsätze bestritt.

Krotter, der 180 Meter groß ist und um die 70 Kilogramm wiegt, hat über 180 Kämpfe bestritten und davon an die 140 gewonnen. Darunter war der Finalkampf um die Deutsche Meisterschaft Elite im Halbmittelgewicht (bis 71 Kilogramm) vergangenen Herbst in Schwerin.

Neben dem Sport studiert Krotter Betriebswirtschaftslehre per Fernstudium.


Alexander Keck
Alexander Keck
Der noch in Vor-Internetzeiten der FLZ zugelaufene Schwarzwälder hat im Verlauf von fast drei Jahrzehnten die fränkischen Merkwürdigkeiten, die in Ohrmuscheln (Allmächd!) und auf Esstellern (Saure Zipfel!) landen schätzen gelernt. Nur die im Vergleich zu Spätzle stets zu breiigen Knödel mag der Schwabe nicht. Das Schreiben über Sport dagegen immer noch sehr - gerne auch abseits des Mainstreams.
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