Tina Rupprecht bestreitet an diesem Samstag einen historischen Boxkampf um alle WM-Gürtel der vier großen Verbände. Dass die Augsburgerin als weltbeste Athletin ihrer Gewichtsklasse nebenher auch noch Lehrerin an einer Realschule ist, hat ihr nun Lob von hoher Stelle eingebracht. „Mit ihrer einzigartigen Kombination aus sportlicher Höchstleistung und pädagogischem Engagement ist Tina Rupprecht ein echtes Vorbild für Schülerinnen und Schüler“, sagte Bayerns Kultusministerin Anna Stolz.
Die 32 Jahre alte Rupprecht hatte nach ihrem Lehramtsstudium mit dem Unterrichten begonnen und das trotz ihrer parallelen Boxkarriere nie aufgegeben. „Na ja, damals war das einfach nicht möglich, auch finanziell gesehen“, schilderte sie der Deutschen Presse-Agentur. „Die Schule war mein Grundpfeiler nach dem Studium. Du musst ja auch gucken, wovon du lebst.“
Inzwischen könnte sie zwar dank Sponsoren und Erfolge vom Sport auskommen. Aber sie sei gern Lehrerin. „Es ist eine andere Facette für mich, dass ich nicht die ganze Woche nur Tina die Boxerin bin. Sondern ich kann auch mal was anderes sein“, sagte die Augsburgerin. Immer mittwochs ist sie an der Realschule Zusmarshausen Sportlehrerin - sogar in der vorigen Woche stand sie noch vor den Schülerinnen und Schülern.
Am Samstag (22.30 Uhr/MDR) kämpft Rupprecht in Potsdam gegen die Japanerin Sumire Yamanaka; die Siegerin wird danach alle vier WM-Gürtel der Verbände WBO, WBA, WBC und IBF halten. Das hat noch nie ein deutscher Boxer oder eine deutsche Boxerin geschafft. Schon mit den drei Titeln von WBO, WBA und WBC, die Rupprecht im Herbst gewonnen hatte, schrieb sie deutsche Sportgeschichte.
Ministerin Stolz von den Freien Wählern sagte, die boxende Lehrerin zeige den Kindern, „wie wichtig es ist, seine persönlichen Ziele im Leben mit Leidenschaft und Ausdauer zu verfolgen. Das macht gerade jungen Menschen Mut, an sich zu glauben und ihre eigenen Stärken zu entdecken“.
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