Branchenwechsel: Jetzt gehen - und wenn ja wohin? | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 20.08.2026 09:31

Branchenwechsel: Jetzt gehen - und wenn ja wohin?

Branchenwechsel geplant? Bei technischen Qualifikationen ist die Aussicht gut. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn)
Branchenwechsel geplant? Bei technischen Qualifikationen ist die Aussicht gut. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn)
Branchenwechsel geplant? Bei technischen Qualifikationen ist die Aussicht gut. (Foto: Hendrik Schmidt/dpa/dpa-tmn)

Immer weniger Arbeitnehmer wechseln die Branche - trotz des großen Transformationsdrucks. Auch die Zahl der Bewerbungen in neue Branchen sinkt. Das geht aus einer Erhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und des beruflichen Netzwerks LinkedIn hervor. 

Für den IAB-LinkedIn-Branchenwechsel-Radar werteten die Forscher die Angaben auf mehr als 32 Millionen LinkedIn-Profilen aus. Im Juni 2026 wechselten nur noch 24 Prozent der Nutzer, die einen neuen Job anfingen, in eine neue Branche. Im Jahr zuvor waren es noch 27 Prozent. Die Zahl der Bewerbungen (über das berufliche Netzwerk) in eine neue Branche sank leicht von 71 auf 70 Prozent. Beide Werte befinden sich auf dem tiefsten Niveau seit Beginn der Erhebung 2019.

Was bedeutet das? „Obwohl der Veränderungsdruck groß ist, wechseln immer weniger Beschäftigte aus schrumpfenden Branchen in aufstrebende Bereiche“, so Enzo Weber, Forschungsbereichsleiter am IAB. Wichtig: Die Daten aus dem beruflichen Netzwerk sind nicht repräsentativ. Sie bildeten mit der Erfassung von Millionen Nutzern in 20 Branchen einen Trend allerdings gut ab, so der Experte.

Soll ich den Branchenwechsel wagen?

Eine geringe Branchenwechseldynamik ist ungünstig, weil so die guten Leute nicht für aufstrebende Bereiche zur Verfügung stehen und Arbeitnehmer in unsicheren Jobs verharren, so Weber weiter.

Ein Branchenwechsel ist allerdings immer auch ein Risiko: Gefällt es mir in einer anderen Branche? Kann ich das überhaupt? Wo könnte ich eingesetzt werden? Wie sollte man hier vorgehen? - Das sind Fragen, die in diesem Zusammenhang oft aufkommen.

„Im Zentrum sollte die Frage stehen: Welche Qualifikationen habe ich und wo werden die gebraucht?“, sagt Enzo Weber. Wer fürchtet, dass sein Job wenig zukunftsfähig ist, kann etwa seinen Chef ansprechen und gemeinsam mit ihm über eine andere Tätigkeit, die zu den Qualifikationen passt, sprechen. Ein Jobwechsel klingt oft nach radikalem Einschnitt und Umschulung, aber häufig sind die bereits erlernten Kompetenzen schon eine gute Basis. In vielen Fällen braucht es nur einige zusätzliche Schulungen.

Im zweiten Schritt ist ein Blick über den Tellerrand in eine andere Branche sinnvoll: Wer etwa in Verwaltung, Organisation oder Einkauf arbeitet, kann das in der Regel branchenübergreifend. Auch bei technischen Qualifikationen ist die Aussicht gut. Wer etwa in der Autoindustrie keine Zukunft sieht, könne über einen Wechsel in den Bereich Verkehr oder in die Baubranche nachdenken. Auch Handwerker sind in vielen Bereichen gefragt.

Wo finde ich einen krisensicheren Job?

„In einigen Branchen sind die Jobaussichten derzeit gut“, so Weber. In Pflege, im Gesundheitswesen und Erziehung sei die Nachfrage anhaltend hoch. In der Industrie seien Künstliche Intelligenz und Robotik gefragt. Auch in den Bereichen erneuerbare Energien, Infrastruktur, IT, Elektrotechnik und Verteidigung sehe es gut aus.

© dpa-infocom, dpa:260820-930-555935/1


Von dpa
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