Die Defizite in Sachen Brandschutz im Großen Haus des Theaters Ansbach sind inzwischen alle aufgelistet, an eine Aufhebung der Zwangsschließung ist derzeit aber nicht zu denken. Eine „schnelle Lösung“, wie sie bei der Bekanntgabe der Sicherheitsmängel am 12. Februar in Aussicht gestellt worden war, zeichnet sich nicht ab.
In der jüngsten Sitzung des Bauausschusses am Montag gab Tiefbauamtsleiter Dr. Frank Simons unter dem Tagesordnungspunkt Anfragen und Bekanntgaben einen aktuellen Sachstand wieder. Ein Brandschutzgutachter war inzwischen vor Ort und hat laut Simons nach der Begehung des Großen Hauses „alle Defizite aufgelistet“.
Die betreffenden Sicherheitsmängel liegen größtenteils unter der Bestuhlung des Saals, der Zugang ist nur im Kriechgang über einen engen Durchlass zu bewältigen. Der Gutachter identifizierte bislang acht Stellen, die nicht im derzeitigen Zustand verbleiben können und vor einer möglichen Wiedereröffnung nach aktueller Rechtsgrundlage zwingend instand gesetzt werden müssen.
Ganz konkret benannte Tiefbauamts-Chef Simons am Montag eine „Vielzahl an Öffnungen“ im entgegen der von Amtswegen genehmigten Planung in Holz gefertigten Doppelboden, die auf jeden Fall geschlossen werden müssten. „Brandschutzklappen sind nachzurüsten oder andere zu erneuern“, führte er im Ausschuss dazu aus. Zudem müssten „kleinere funktionale Änderungen im Untergeschoss“ vorgenommen werden – demnach soll etwa eine feuerhemmende (FH) Tür verschoben werden.
Im nächsten Schritt muss nun ein Fachplaner für Haustechnik gefunden werden. „Das geht zeitnah, das dauert keine Monate“, gibt sich Simons mit Blick auf die derzeitige Marktlage in diesem Segment zuversichtlich.
Ein Zeitplan, wann mit den Arbeiten begonnen wird und in welchem Rahmen mit dem Abschluss zu rechnen ist, gibt es derzeit allerdings noch nicht. Die Mängel müssten eben nach und nach abgearbeitet werden, „eine große Sache ist das nicht“, relativierte Simons.
Momentan zeichnen sich zwei grundsätzlich mögliche Lösungen ab, wie Simons erklärte. Die erste Variante ist die Installation eines Rauchansaugsystems im Doppelboden unter den Sitzplätzen. „,Das funktioniert wie eine Lüftungsanlage, nur rückwärts“, machte Simons deutlich.
Dieses System schaltet sich ein, sobald es die Meldung über Rauchgase erhält. Die Investition für so eine Rauchansauganlage gilt nach Simons Einlassungen als teuer, demgegenüber sei jedoch der finanzielle Aufwand der Wartung in diesem Fall relativ gering.
Die zweite Option ist der flächendeckende Einbau von Rauchmeldern im Doppelboden. Die Anschaffung solcher allein der Warnung dienenden Geräte käme wohl billiger, allerdings sei die Wartung der Rauchmelder in dem schlecht zugänglichen Bereich unter der Bestuhlung deutlich aufwendiger. Nach dem Abschluss der Untersuchungen und der parallel laufenden Vorplanung will Simons „im nächsten Ausschuss“ konkrete Maßnahmen präsentieren. Das ist am 16. April – über zwei Monate nach der Schließung des Großen Hauses.