Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hält die bayerische Landtagspräsidentin Ilse Aigner für das Bundespräsidentenamt für geeignet, andere Menschen aber auch. Es gehe um eine integre Persönlichkeit, die das Land zusammenführen und nach außen vertreten könne, sagte der stellvertretende CDU-Vorsitzende in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. „Wer das hört, wird feststellen, das trifft auf Ilse Aigner zu. Ein ganz toller Mensch. Deswegen hat sie auch so viel Unterstützung.“ Klar sei aber auch, dass es im Land noch andere Frauen und Männer mit dieser Eignung gebe. Kretschmer fügte hinzu: „Noch einmal: Ilse Aigner ist eine ganz hervorragende Kandidatin.“
Die CSU macht sich für Aigner als erste Frau im höchsten Staatsamt stark. Parteichef Markus Söder machte das auf dem Parteitag der Christsozialen nochmal deutlich. CDU-Chef Friedrich Merz äußerte sich in seiner Rede auf dem CSU-Parteitag dazu nicht. Nur zum Auftakt seiner Rede hatte er direkt nach Söder auch Aigner namentlich begrüßt - und dafür Jubel der Delegierten geerntet.
Das neue Staatsoberhaupt wird am 30. Januar gewählt. Amtsinhaber Frank-Walter Steinmeier darf nach zwei Amtszeiten nicht noch einmal antreten. Bisher war noch nie eine Frau Staatsoberhaupt in der Bundesrepublik.
Kretschmer sagte in der ARD, es gebe keinen Zwang, aber den großen Wunsch, dass es nun eine Frau werde. „Und ich teile diesen Wunsch. Ich finde, es ist wirklich an der Zeit.“
Der Ministerpräsident warb für einen parteiübergreifenden Kandidatenvorschlag von CDU, CSU und SPD, wenn möglich auch darüber hinaus. Gespräche würden zeitnah geführt. Die CDU werde in ihren Gremien erstmals am 9. November darüber sprechen, sagte Kretschmer.
Unterstützung bekommt Aigner derweil aus der SPD. Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte sagte im „Bericht aus Berlin“ der ARD: „Ich halte Ilse Aigner für eine sehr geeignete Kandidatin.“ Sie bringe die notwendigen Voraussetzungen mit von der Fachlichkeit, von ihrem Auftreten und auch „von der empathischen Grundeinstellung her“ mit. Die Benennung liege aber nicht in der Hand der SPD. Hier sei nun die CDU am Zug und der Kanzler gefordert.
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