Barrieren im Bad loswerden: Das mag aufwendig klingen – und teuer. Doch man kann auch mit kleinen Maßnahmen starten, die das Duschen, Waschen, Schminken und Rasieren angenehmer und sicherer machen. Ein erster Schritt: die Bad-Einrichtung durchdenken.
Die Aktion „Das sichere Haus“ (DSH) rät etwa ausziehbare Kosmetikspiegel anzubringen, um sich nicht immer vorbeugen zu müssen - und großflächige Spiegel zu montieren, die im Sitzen und Stehen einsehbar sind. Stehhocker können helfen, wenn es schwerfällt, lange auf den Beinen zu sein. Und die Beleuchtung am Waschbecken sollte blendfrei links und rechts neben dem Spiegel angebracht werden, damit Sie beispielsweise beim Schminken oder Rasieren gut sehen. Dazu raten die Verbraucherzentralen.
Schauen Sie außerdem einmal durch Ihr Badezimmer: Gibt es sperrige Möbel und Deko, die Ihnen öfter mal in die Quere kommt? Können Sie die womöglich leicht durch weniger raumgreifende Stücke ersetzen?
Und auch die eigene Ordnung kann man einmal hinterfragen: Unordnung schränkt den Bewegungsradius ein – nicht nur für Menschen mit Gehhilfe oder Rollstuhl, so DSH. In einem aufgeräumten Bad mit ausreichend Platz ist das Risiko, sich zu stoßen oder zu stürzen, auch für jüngere Menschen geringer.
Am besten achtet man zudem darauf, alle wichtigen Utensilien gut erreichbar in Schränken und Regalen aufzubewahren. Denn wer alles in Reichweite hat, muss sich nicht unnötig bücken oder strecken. Sinnvoll kann es außerdem sein, Greifhilfen zu nutzen, um Gegenstände außer Reichweite bequem heranzuholen. Sie gibt es in unterschiedlichen Längen und mit verschiedenen Schließmechanismen.
Ein weiterer, einfach umzusetzender Tipp der Aktion „Das sichere Haus“: Stolperfallen wie Badteppiche ausrangieren – und stattdessen flache, rutschfeste Matten im Bad auslegen. Etwaige Stufen sollten Sie kontrastreich markieren, damit sie gut sichtbar sind, so die Verbraucherzentralen.
Ebenfalls sinnvoll: rutschhemmende Klebestreifen auf den Fliesen und in der Dusche anbringen. In dieser kann unter Umständen auch ein klappbarer Sitz aus Kunststoff oder Aluminium montiert werden. Und wem das WC zu niedrig ist, der kann laut DSH auch nachträglich eine seniorengerechte WC-Höhe erreichen: dafür die Toilettenbrille durch eine hochwertige Sitzerhöhung mit stabilen Haltengriffen an den Seiten ersetzten.
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