Wer Parkinson hat, kann seine Bewegungen schlechter steuern. Und manchmal geht kurz gar nichts: Im Verlauf der Erkrankung machen viele Patientinnen und Patienten Bekanntschaft mit dem sogenannten Freezing. Davon ist die Rede, wenn Bewegungen „einfrieren“.
Ein Beispiel: Man möchte zum Handy, das im Nebenraum liegt und klingelt, kommt aber nicht von der Stelle. Eine Blockade können Betroffene etwa auch bei offenen Türen oder Türschwellen erleben. Oder beim Umdrehen: Man möchte etwas aus dem Schrank nehmen, die Füße bleiben wie festgeklebt am Boden, während der Körper mitgeht. Das kann im schlimmsten Fall zu Stürzen mit komplizierten Knochenbrüchen führen.
Aber wie kann man sich in solchen Momenten selbst helfen? Der Neurologe Prof. Andrés Ceballos-Baumann von der Schön Klinik in München-Schwabing, nennt ein paar Tipps:
Eins, zwei, drei: Um sich aus der Starre zu lösen, können Betroffene probieren, laut zu zählen. „Das sorgt dafür, dass die Kontrolle des Gehens von den Hirnarealen, die nicht mehr gut funktionieren, in die noch gut funktionierenden Areale verlagert wird“, erklärt Ceballos-Baumann.
Hilfreich kann sein, einen Schritt zur Seite zu machen, um aus der Blockade herauszukommen.
Dieses Hilfsmittel wird auch Anti-Freezing-Stock oder Parkinson-Stock genannt. Erleben Parkinson-Betroffene einen Freezing-Moment, können sie die Lasche, also einen kleinen Ausleger, am unteren Ende des Stocks auf den Boden klappen.
Er fungiert als visuelles Hindernis, Betroffene versuchen, über diese Linie hinwegzusteigen. Häufig unterbricht das den festgefrorenen Gangmechanismus und ermöglicht erste Schritte.
An manchen Rollatoren gibt es die Möglichkeit, per Knopfdruck eine Laserlinie auf den Boden zu werfen. Auch hier ist die Grundidee: Betroffene versuchen, über diese Linie hinwegzukommen - und lösen sich so aus der Starre.
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