Sie verbreiten Schadsoftware, gehen online unter falscher Identität shoppen oder fischen im Netz nach Passwörtern oder Zahlungsinformationen: Cyberkriminelle sind immer auf der Suche nach Opfern.
Laut dem Cybersicherheitsmonitor, einer repräsentativen Dunkelfeldstudie des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) und der Polizei, war 2025 gut jede oder jeder Fünfte Person (22 Prozent) hierzulande schon einmal Opfer von Internetkriminalität. Die Folgen eines Angriffs können gravierend sein. Zur Absicherung bieten Versicherer daher spezielle Cyberpolicen an.
Doch wer sich für eine Cyberversicherung interessiert, sollte zunächst prüfen, ob er oder sie nicht vielleicht schon genügend Schutz über andere Versicherungen genießt, etwa:
Bereits bestehende Haftpflicht-, Hausrats oder Rechtsschutzversicherungen decken oftmals bestehende Cyber-Risiken ab oder lassen sich gezielt erweitern. „Erst wenn nach einer solchen Prüfung und Erweiterung eine relevante und existenzbedrohende Schutzlücke verbleibt, kann der Abschluss einer spezialisierten privaten Cyber-Police eine Option sein“, sagt Böhne.
„Besonders eignet sich eine Cyberversicherung für Personen, die viele Vermögenswerte online verwalten oder digitale Dienste intensiv nutzen“, sagt Lukas Spohr vom IT-Branchenverband Bitkom. Aber auch Menschen mit geringeren IT-Kenntnissen könnten profitieren, vor allem, wenn sie im Ernstfall schnelle Unterstützung und professionelle Hilfe bei der Schadensbewältigung benötigen. „Auf diese Weise bietet eine Cyberversicherung sowohl Schutz vor finanziellen Verlusten als auch Entlastung in Situationen, in denen schnelle Reaktionsfähigkeit entscheidend ist“, so Spohr.
Ein einheitliches Produkt oder einen Marktstandard gibt es nicht, wie Julia Alice Böhne sagt. Musterbedingungen vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) existierten ebenfalls nicht. „Das Leistungsspektrum der privaten Cyberschutz-Tarife fällt höchst unterschiedlich aus“, konstatiert Böhne.
Umfangreiche Tarife sähen Schutz bei Cyber-Eigenschäden vor und enthielten auch eine Cyber-Haftpflichtversicherung sowie eine Cyber-Rechtsschutzversicherung. Diese seien unter Umständen auch als Zusatzbausteine wählbar.
Leistungen bei Cyber-Eigenschäden, die je nach Tarif enthalten sein können, sind beispielsweise:
Ein Beispiel für eine Leistung bei einer Cyber-Haftpflichtversicherung: Kommt durch einen Cyber-Angriff auf die Systeme des Versicherungsnehmers ein Dritter zu Schaden, übernimmt die Versicherung berechtigte Schadensersatzansprüche, etwa wegen Datenschutzverletzungen.
Und zu den Leistungen einer Cyber-Rechtsschutzversicherung zählen neben telefonischer Rechtsberatung etwa Hilfe bei Erhalt einer Abmahnung wegen angeblicher Urheberrechtsverletzung etwa durch illegale Downloads.
„Grundsätzlich unterscheidet man bei einer Cyberversicherung zwischen der Police für den Privatkunden und der Police für Firmen beziehungsweise Industriekunden“, sagt Spohr. Je nach Produkt variierten die Definitionen der Gefahren, Limits und Ausschlüsse.
„Im Privatbereich liegen Cyber-Policen häufig im niedrigen zweistelligen Euro-Bereich pro Jahr“, sagt Spohr. Vergleichsportale nennen als grobe Orientierung rund 50 Euro jährlich - je nach Leistungsumfang und Anbieter. „Steuerlich sind die Kosten einer Cyberversicherung für Privatpersonen in der Regel nicht absetzbar, weil es sich um Kosten der privaten Lebensführung handelt“, so Spohr.
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