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Veröffentlicht am 28.07.2026 11:04, aktualisiert am 28.07.2026 14:29

Das Ende des Wartens: Zidane ist neuer Frankreich-Coach

Zinédine Zidane unterschrieb einen Vertrag bis 2030. (Foto: Aurelien Morissard/AP/dpa)
Zinédine Zidane unterschrieb einen Vertrag bis 2030. (Foto: Aurelien Morissard/AP/dpa)
Zinédine Zidane unterschrieb einen Vertrag bis 2030. (Foto: Aurelien Morissard/AP/dpa)

Auf diesen Moment hatte Zinédine Zidane seit Jahren gewartet. Als seine Ernennung zum französischen Fußball-Nationaltrainer endlich auch offiziell vollzogen war, jubelten hunderte Fans dem Weltstar vor dem Hauptquartier des Verbands in Paris begeistert zu. Ein großes Polizei-Aufgebot sicherte Zidanes Vorstellung ab, dutzende Journalisten drängten sich in den Pressesaal. Dabei war es seit langem ein offenes Geheimnis, dass der 54-Jährige die Nachfolge von Didier Deschamps übernehmen würde.

„Ich habe vier oder fünf Jahre lang Angebote erhalten, einen Verein zu übernehmen, und habe sie alle zugunsten der französischen Nationalmannschaft abgelehnt“, sagte Zidane, den die Franzosen schlicht „Zizou“ nennen. Er sei voller Emotionen, bekannte Zidane. „Das war das Einzige, was ich tun wollte.“ Bis zur WM 2030 unterschrieb der frühere Mittelfeldspieler, bei den nächsten beiden Turnieren soll er die Équipe Tricolore zu neuen Triumphen führen.

Er habe die Mannschaft schon als Kind kennengelernt und alle Stufen durchlaufen, bis er es in die A-Nationalmannschaft geschafft habe, sagte Zidane. „Ich werde alles geben, damit diese Mannschaft weiterhin gewinnt – das ist das Einzige, was mich antreibt.“

Das Team mit den Offensivstars Kylian Mbappé, Ousmane Dembélé und Michael Olise bringe ihn zum Träumen. „Wir haben außergewöhnliche Spieler, eine außergewöhnliche Mannschaft“, erklärte Zidane, der schon im Februar 2025 nach der Rücktrittsankündigung von Deschamps die entscheidenden Gespräche mit Frankreichs Verband geführt hatte. 

Deschamps-Amtszeit ohne Happy End

Deschamps hatte nach der Weltmeisterschaft seine 14-jährige Ära als Auswahlcoach beendet. Ein Happy End blieb dem früheren Teamkollegen von Zidane dabei verwehrt: Die Franzosen verloren ihr Halbfinale gegen den späteren Champion Spanien und unterlagen dann im Spiel um Platz drei den Engländern. Deschamps hatte 2018 den WM-Titel geholt, weitere Titel verpasste er im Finale der Heim-EM 2016 gegen Portugal und im WM-Endspiel 2022 gegen Argentinien.

Dass seine Zeit nach 185 Partien als „Selectionneur“ vorbei ist, war bekannt. „Es ist das Ende einer Reise“, sagte der 57-Jährige bei der Pressekonferenz nach dem WM-Spiel um Platz drei in Miami, dem wilden 4:6, das so gar nicht dem eigentlich ruhigen und kontrollierten Naturell des Basken entsprach.

Erfolgreiche Trainer-Zeit bei Real

Für Spektakel und Show ist da schon eher Zidane bekannt, der es als einer der größten Fußball-Künstler in der Historie der Grande Nation noch besser machen soll. Der Glatzkopf hat eine kurze, aber außergewöhnlich erfolgreiche Karriere als Coach vorzuweisen: Von 2016 bis 2018 und dann nochmal von 2019 bis 2021 trainierte er Real Madrid und gewann in der Zeit dreimal die Champions League sowie zweimal den spanischen Meistertitel. „Das Einzige, was ich nach Madrid noch machen wollte, war die französische Nationalmannschaft“, beteuerte Zidane bei seiner Vorstellung.

Als Spieler feierte Zidane an der Seite von Deschamps die Titel bei der WM 1998 und EM 2000. Im Jahr 2002 gewann er mit Real den Henkelpott in der europäischen Königsklasse. Dazu kommen unter anderem drei Meistertitel mit Juventus Turin (1997, 1998) und den Madrilenen (2003).

Kopfstoß als unrühmliches Ende der aktiven Karriere

Der in Marseille geborene Fußballer bestritt seine letzte Partie im WM-Finale 2006 in Berlin. Dabei sorgte er für einen der ikonischen Momente der Fußball-Geschichte, als er seinen italienischen Gegenspieler Marco Materazzi nach einer Provokation in der Verlängerung per Kopfstoß niederstreckte. Zidane flog mit Rot vom Platz - ohne ihn verlor Frankreich im Elfmeterschießen.

20 Jahre später übernimmt er nun die Auswahl der Franzosen. Eine erste Kostprobe der künftigen Zidane-Équipe wird es im Frühherbst geben, wenn Ende September und Anfang Oktober vier Nations-League-Partien gegen die Türkei, Italien und zweimal Belgien auf dem Programm stehen.

© dpa-infocom, dpa:260728-930-448685/4


Von dpa
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