Der Schulbetrieb am Förderzentrum St. Laurentius kann voraussichtlich fortgeführt werden, schreibt Diakoneo in einer Pressemitteilung. Das Sozialunternehmen und der Landkreis Ansbach haben eine Vereinbarung unterzeichnet, wonach der Landkreis die Zinsaufwendungen für die dringend notwendige Dachsanierung übernimmt.
Die Vereinbarung markiert laut Diakoneo einen entscheidenden Schritt im Ringen um den Fortbestand des Schulstandorts. Damit seien die Voraussetzungen geschaffen, dass Diakoneo den erforderlichen Kredit zur Finanzierung der Sanierung beantragen kann. Finanziert wird die Maßnahme im Wesentlichen vom Freistaat Bayern über die Regierung von Mittelfranken.
„Wir sind sehr erleichtert, dass wir gemeinsam mit dem Landkreis eine Lösung gefunden haben. Wir freuen uns insbesondere für die Schülerinnen und Schüler, ihre Familien und die Mitarbeitenden und danken ihnen, dass sie während der langen und intensiven Verhandlungen Geduld und Verständnis gezeigt haben“, erklärt Verena Bikas, Vorständin Bildung von Diakoneo.
Mitte Oktober 2025 hatte Diakoneo angekündigt, dass das Förderzentrum zum Ende des Schuljahres zumacht.Das Gebäude habe sich in einem so schlechtem baulichen Zustand befunden, dass ein Weiterbetrieb trotz erheblicher Instandhaltungsmaßnahmen nicht mehr möglich sei, hieß es damals. Für die notwendige Generalsanierung hatte das Unternehmen nach eigenen Angaben kein Geld. Diakoneo und die Regierung von Mittelfranken sahen die Verantwortung für das Gebäude damals beim jeweils anderen.
Über 200 Schülerinnen und Schüler aus der Region besuchen das Förderzentrum in Neuendettelsau. Unter ihnen sind Kinder, die ADHS haben, die Autisten sind oder Traumatisierte, erklärte Elternbeirätin Kathrin Zehelein, als die Pläne zur Schließung öffentlich Thema wurden. Ein Schulwechsel gestalte sich für viele Kinder schwierig, denn die „gewachsene Kompetenz” am Förderzentrum St. Laurentius sei nicht einfach übertragbar auf andere Schulen.
Diakoneo setzt nun nach eigenen Angaben alles daran, die erforderliche Dachsanierung schnellstmöglich umzusetzen. Ziel sei es, Gefährdungen auszuschließen und den Schulbetrieb nach den Sommerferien sicherzustellen. „Wir danken Diakoneo für das konstruktive Engagement. Mit der Vereinbarung übernehmen wir als Landkreis Verantwortung und sorgen gemeinsam dafür, dass der Schulstandort erhalten bleibt. Damit haben wir unser Ziel erreicht, eine sichere und verlässliche Perspektive für alle Beteiligten zu schaffen“, wird Landrat Dr. Jürgen Ludwig in der Pressemitteilung zitiert.