Um das geplante Industriegebiet in Frauental, einem Stadtteil von Creglingen (Baden-Württemberg), mit seinem großen „MultiBusinessHub“ steht es nicht allzu gut. Die Interessenten sind abgesprungen, neue aktuell nicht in Aussicht. Aber Creglingens Bürgermeister Uwe Hehn will das Großprojekt trotzdem nicht begraben. Er übt scharfe Kritik am Verhalten des Uffenheimer Gaus.
„Da gibt es momentan noch gar nichts“, sagt Hehn aufs Thema Industriegebiet angesprochen: keinen Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan und eine Änderung des Flächennutzungsplans, keinen Interessenten, keine „so große Nachfrage“. Entsprechend ist der Creglinger Stadtchef frustriert. Ein Gewerbe- oder Industriegebiet bei Frauental soll trotzdem entstehen, wenn es die Landesregierung, das Regierungspräsidium und der Verwaltungsgerichtshof in Mannheim nicht kippen.
Das Stuttgarter Regierungspräsidium sei „sehr formalistisch“ und „sehr kommunal einschränkend“ unterwegs, so Hehn. Gleiches gelte auch für den VGH in Mannheim, der im Prinzip das Kernproblem sei. Viele Steine würden in den Weg gelegt, das Land sei an einer Entwicklung im ländlichen Raum nicht interessiert. „Wenn es unsere Landesregierung nicht will, vielleicht will es ja Bayern“, spottet Hehn.
Der Creglinger Bürgermeister sieht beim Frauentaler Industriegebiet einen Teufelskreis. „Ohne Planungsrecht geht gar nichts“, vor allem bei namhaften Unternehmen, die unter den Interessenten gewesen seien – Namen nennt Hehn nicht. Und da spielten die Behörden eben nicht so mit, wie er es sich wünschen würde. Deshalb werde der Creglinger Stadtrat, so der Plan, jetzt ein ganz normales Verfahren einleiten. „Das wird sich hinziehen.“ Dass seine Stadt neue Arbeitsplätze bei attraktiven Firmen vor Ort braucht, davon ist Hehn bis heute überzeugt. Schließlich müssten auch die Kinder irgendwo ihr Geld verdienen.
Der schleppende Fortgang und die Bedenken seitens der Behörden führt der Bürgermeister auch auf den massiven Widerstand zurück – gegen das Projekt im Grenzgebiet zum bayerischen Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim hatte sich eine eigene Bürgerinitiative gegründet. Der Hauptkritikpunkt seinerseits und bis heute: eine befürchtete Lastwagenflut über die engen Landstraßen. „Dieses ganze Geschrei“, sagt Hehn. Neustadts Landrat Helmut Weiß sei im Prozess der einzige Akteur aus dem NEA-Landkreis gewesen, der sachlich argumentiert und nicht nur gehetzt habe.
Ein MultiBusinessHub Main-Tauber, einem Standort für größere Logistikfirmen, wie es Hehn mit dem Projektierer „Lang&Cie“ entwickeln wollte, bleibt sein Ziel. „Das ist das einzig Sinnvolle.“ Auch der Projektierer unterstütze weiterhin. Aus dem Uffenheimer Raum hatte es stets geheißen: „Machen Sie doch was Kleines!?“ Eine Phrase, die Hehn nicht mehr hören kann. „XXXLutz, Mömax: Hat Uffenheim etwas Kleines gemacht? Die sollten sich vielleicht mal hinterfragen – Uffenheim fragt auch nicht, wo der Verkehr hinfließt. Wir streben natürlich auch etwas Größeres an, das ist erschließungstechnisch auch gar nicht anders möglich.“
Er sei enttäuscht von Krakeelern aus dem NEA-Landkreiswesten, sagt Hehn. „Wir werden gegenüber den Städten und Gemeinden dort nicht mehr so offen sein“: Diese Konsequenz zieht Uwe Hehn aus den Erfahrungen. „Ich werde nicht mehr vorinformieren und es künftig so machen wie die Stadt Uffenheim – erst informieren, sobald alles fix ist. Ich bekomme aus Uffenheim auch keine Infos.“ Wenn etwa im dortigen Gau Windräder „an der Grenze zu meiner Stadt“ gebaut werden, dann erfahre er das auch immer nur über Dritte. Hehn: „Ich werde mich jetzt genauso verhalten.“