Sie ist das viertälteste Geldinstitut ihrer Art im Freistaat. 1823 begann ihre Geschichte. Jetzt feierte die Sparkasse Ansbach ihr 200-jähriges Bestehen. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sah „eine sensationelle Erfolgsgeschichte“. Aber die Sparkasse blickte auch voraus – mit einem Zukunftsforscher.
„Die 200 Jahre haben wir einer Idee zu verdanken“, machte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Werner Frieß, vor den rund 450 Gästen des Festakts in der Orangerie deutlich. 1816 habe König Max I. Joseph Bayerns Kommunen geraten, Sparkassen zu bilden – für Zeiten des Alters und der Not.
Die Idee sei durchaus von Erfolg gekrönt gewesen, auch wenn die Kundschaft heute von Jung bis Alt komplett vertreten sei. Am Dreikönigstag 1823 rief man das älteste Vorgängerinstitut der heutigen Sparkasse ins Leben: die Sparkasse in Ansbach, wie Frieß sagte.
„Könige gibt’s nicht mehr, aber die Sparkassen gibt’s noch“, rief Minister Herrmann, „das ist doch eine wirklich großartige Entwicklung für unser Land.“ Die bayerischen Sparkassen seien stets einem öffentlichen Auftrag verpflichtet.
Die Institute hätten die Aufgabe, es sicherzustellen, alle Bevölkerungskreise und die Wirtschaft angemessen und ausreichend mit den geld- und kreditwirtschaftlichen Leistungen zu versorgen.
„Unsere Sparkassen fördern ja seit ihrer Gründung vor über 200 Jahren mit ihrem einzigartigen gemeinwohlorientierten Geschäftsmodell die Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft und damit auch die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger“, fand Herrmann.
Als kommunal getragenes Kreditinstitut sei die Sparkasse Ansbach eng mit der Region und den Menschen verbunden, die hier zu Hause sind. Sie sei ein verlässlicher Partner für den Mittelstand.
Die Sparkasse Ansbach zählt mit einer Bilanzsumme von fast 5,4 Milliarden Euro zu den größeren in Bayern. So drückte es der Vorsitzende des Verwaltungsrats, Landrat Dr. Jürgen Ludwig (CSU), aus. Er skizzierte die Zusammenschlüsse, die zum heutigen Institut führten.
„Damals wie heute sind Kundenzufriedenheit und Kundennähe oberste Prinzipien der Sparkasse Ansbach.“ Die Nähe zu den Kunden werde immer mehr digital definiert. Gleichwohl reiche die Sparkasse diesen die Hand gerne real, „wenn es darum geht, in einem persönlichen Beratungsgespräch tiefgreifende Entscheidungen für die individuelle Daseinsvorsorge zu treffen“.
Geld in der Region einzusammeln und Geld in der Region wieder auszuleihen: „Die Sparkasse Ansbach ist eine Sparkasse wie viele in Bayern – mit einem einfachen Geschäftsmodell“, meinte der Vizepräsident des Sparkassenverbands Bayern, Stefan Proßer. Dies sei in Bayern und Deutschland verständlich, aber in Brüssel stoße man hier manchmal auf durchaus taube Ohren.
520 Wochen, also zehn Jahre, nach vorne schaute mit dem Publikum Trend- und Zukunftsforscher Lars Thomsen – zum Beispiel aufs Thema Energie. „Wir können unsere Mobilität jetzt auf eine nachhaltige Mobilität umstellen, und wir sind schon mitten dabei“, betonte er.
Genug Energie sei da, um alle Energiebedürfnisse zu erfüllen, aber man müsse schnell über Speicher sowie schlaue und atmende Netze nachdenken. Deutschland könne es überdies nicht zulassen, dass US-Investoren „uns Firmen abkaufen“. Die Wärmepumpe ist für den Forscher nicht allein Gegenstand politischen Hickhacks, sondern in vielem eine wichtige Geschichte.
In Sachen Künstlicher Intelligenz (KI) etwa empfahl er, sich nicht nur auf die Gefahren zu konzentrieren. Man merke schon in zwei, drei Jahren, dass der Stress bei der Arbeit, „wie wir Informationen verarbeiten, wie wir kommunizieren“, stark sinke. Der nächste Punkt dann: Geräte, also Roboter, täten dank KI etwas in der realen Welt – zum Beispiel in Pflege oder Transport.
Musikalisch umrahmten die Feier der Sänger David Lugert, bekannt zum Beispiel von der A-cappella-Band „Viva Voce“, und Franz Dietlein (Gitarre), im Beruf übrigens Leiter eines Firmenkundencenters bei der Sparkasse Ansbach.