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Veröffentlicht am 11.12.2023 07:15

Der Einkaufsabend in Ansbach litt unter dem Wetter

Es hätte so schön sein können: In Ruhe ein wenig durch die schöne Altstadt mit ihren vielen Baudenkmälern schlendern, die noch fehlenden Geschenke suchen und finden und zwischendrin oder im Anschluss den Weihnachtsmarkt besuchen. Doch Wind und Regen trübten die Bilanz des Einkaufsabends.

Was bringt das beste Marketing und die pfiffigste Idee, wenn das Wetter nicht mitspielt? Diese Frage mussten sich am Samstagabend auch irgendwann Christoph Albrecht und Gregor Heilmaier stellen. Der Wirtschaftsförderer der Stadt Ansbach und der Moderator der Citywerkstatt suchten da unter einem der ausladenden Schirme am Weihnachtsmarkt etwas Schutz vor dem Sprühregen, der viele Menschen in Ansbach und potenzielle Gäste ab dem späten Nachmittag vor einer Stippvisite abgeschreckt haben dürfte.

Bis um 20 Uhr hatten viele Geschäfte und kleinere Läden ihre Öffnungszeiten am Samstag ausgedehnt – mehr Service für die Kundschaft, mehr Einnahmen durch das Plus an Öffnungszeit. Doch ganz so einfach war die Rechnung nicht. Schon gar nicht für jeden der Anbieter.

Ein stringentes Bild ergab sich tatsächlich nicht, berichtete Albrecht noch am Abend im Gespräch mit der FLZ. Einerseits gab es nicht wenige Einzelhändler, die in ihren Geschäften satte Umsätze und „positive Effekte“ wie an einem guten Adventssamstag verzeichneten. Neben Stammkunden fanden auch etliche Neugierige den Weg durch die Ladentür. „Da haben die Geschäfte auf sich aufmerksam gemacht“, berichtete Albrecht von „positivem Feedback“ zum Einkaufsabend.

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Andererseits aber habe sich einmal mehr gezeigt, dass es die Geschäfte in Randlagen im Innenstadtbereich zunehmend schwerer haben, die Kunden anzulocken. Dabei hatte sich die städtische Verwaltung zusammen mit Gregor Heilmaier genau diesen Problems annehmen wollen und Gaukler, Jongleure und Zauberer am Samstag in den Randlagen des Martin-Luther-Platzes auftreten lassen. Ziel war es, die Menschen auch in die Neustadt oder in andere Seitenstraßen zu locken, in denen sich noch kleinere Geschäfte finden.

„Eine höhere Frequenz war in den Randlagen der Innenstadt schwierig“, musste Albrecht in einer ersten Bilanz aber feststellen. Vielmehr galt aus Sicht vieler Geschäftsinhaber die Formel: „Je näher dran am Weihnachtsmarkt, desto besser.“

Im nächsten Schritt soll eine Analyse folgen, in der geklärt werden soll, was am Einkaufsabend gut war und daraus zu lernen ist. Eine Neuauflage 2024, mit Öffnungszeiten bis 20 Uhr, sei jederzeit möglich, erklärte Albrecht die rechtlichen Hintergründe. Eine lange Einkaufsnacht, etwa mit einer Art Mitternachts-Shopping, müsste nach aktueller Rechtssprechung aber an besondere Anlässe gekoppelt sein – wie die Grüne Nacht im kommenden Jahr, spekulierte Albrecht. Regen und Wind zum Trotz.

Einkaufen bis um 20 Uhr: Das war am Samstag in der Ansbacher Innenstadt in vielen Geschäften möglich. (Foto: Jim Albright)
Einkaufen bis um 20 Uhr: Das war am Samstag in der Ansbacher Innenstadt in vielen Geschäften möglich. (Foto: Jim Albright)
Einkaufen bis um 20 Uhr: Das war am Samstag in der Ansbacher Innenstadt in vielen Geschäften möglich. (Foto: Jim Albright)

Florian Pöhlmann
Florian Pöhlmann
Nach der journalistischen Grundausbildung beim Fernsehen rief 1999 die große weite Welt des Sports, die ich in Nürnberg in nahezu allen Facetten kennenlernen und in verantwortlicher Position gestalten durfte. Erst der verlockende Ruf aus Ansbach und die Aussicht, im fortgeschrittenen Alter Neues zu wagen, sorgten ab 2021 für einen Neustart in der Lokalredaktion.
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