Der Frühjahrsmarkt in Baudenbach findet in neuerer Zeit zum 40. Mal statt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 16.04.2026 14:00

Der Frühjahrsmarkt in Baudenbach findet in neuerer Zeit zum 40. Mal statt

Der Frühjahrsmarkt in Baudenbach ist nach 40 Jahren eine feste Größe in der Gemeinde am Rüblingsbach.  (Foto: Anita Dlugoß)
Der Frühjahrsmarkt in Baudenbach ist nach 40 Jahren eine feste Größe in der Gemeinde am Rüblingsbach. (Foto: Anita Dlugoß)
Der Frühjahrsmarkt in Baudenbach ist nach 40 Jahren eine feste Größe in der Gemeinde am Rüblingsbach. (Foto: Anita Dlugoß)

Die Lambertuskirche stets im Blick, das Rathaus und der Brunnen am Anfang, eine breite Straße mitten im Ort und tolle Anbieter: Das ist der Frühjahrsmarkt in Baudenbach. Am Sonntag findet er zum 40. Mal statt. In der Neuzeit.

Für die Gemeinde, die rund 1200 Einwohner zählt, ist das doch ein recht stattlicher Markt. Dass Baudenbach heute einen Markt abhalten kann, ist aus der Historie zu begründen. Nicht umsonst heißt der Flecken „Markt Baudenbach”. Ein Marktrecht ging dem Ganzen voraus. Dazu ist einiges im zweiten Heimatbuch von Werner Nörpel „Frohe Tage – schwere Zeiten” zu finden.

Jetzt geht es zurück in die Geschichte. 1985 hat der Gemeinderat unter dem damaligen Bürgermeister Hermann Schmidt den Markt wiederbelebt, und zwar mit einem festen Datum: Immer am zweiten Sonntag nach Ostern soll er stattfinden. Es heißt bis heute vom Veranstalter: „Der Marktgemeinderat lädt dazu ein”.

Vermutungen über ein früheres Marktrecht

Um einen Markt abhalten zu dürfen, bedarf es eines Marktrechtes. Das wurde der Gemeinde im Jahr 1747 verliehen, und zwar durch den Markgrafen Friedrich von Culmbach-Bayreuth. Damals war Baudenbach mit „Graben, Wall, Palisadenzaun, Dornenhecke und Toren befestigt”, wie aus der Markturkunde hervorgeht.

Mancher Heimatforscher mutmaßte, dass Baudenbach aber schon zwischen dem 13. und 14. Jahrhundert ein Marktrecht besessen haben muss. Deshalb, so belegen es historische Quellen, war der Ort bereits im Mittelalter durch einen Graben und zwei Tore befestigt.

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Weshalb war Baudenbach befestigt worden? Sollte es als Grenzdorf zwischen der Schwarzenberg'schen (Scheinfeld) und der Seckendorff’schen Herrschaft (Langenfeld, Ullstadt) sowie den Lentersheimern in Obersteinbach fungieren? So steht es jedenfalls im Antrag auf das Marktrecht 1747.

Schon damals war Baudenbach ein „Mittel- und Sammelpunkt”, wie Rudolf Hahn in seinem Werk zur Geschichte des Marktes Baudenbach schon 1954 feststellte.

Mitte April 1748 war die historisch belegte Premiere

Und fest steht, dass die Gemeinde Baudenbach selbst die Erlangung der Markterhebung anstrebte. Dazu gibt es ein Schreiben vom 22. April 1747 mit Unterstützung der vorgesetzten Dienststelle, des Klosteramtsverwalters Georg Konrad Hedenus von Münchsteinach. Der Antrag wurde seinerzeit bei der Regierung in Bayreuth gestellt. Er wurde bewilligt. 50 Gulden hat die markgräfliche Regierung dafür erhalten. Am 15. und 16. April 1748 wurde schließlich der erste historisch belegte Markt gehalten. Die Urkunde dazu wird im Baudenbach „wohl verwahrt”, wie Nörpel in seinem Buch schreibt. Leider hatte ein Dieb in den 1950er Jahren das Siegel des Markgrafen abgeschnitten und gestohlen.

Baudenbach verlor seine Marktkonzession wieder und musste sich erneut bewerben, wie es im Staatsarchiv Nürnberg belegt ist. Der Grund ist das liebe Geld. Zwar führte die Gemeinde ihren Marktzins von zwei Gulden jährlich ab, konnte aber keine Einnahmen von Marktstandsgeld verbuchen. Wegen schlechten Wetters, wie es hieß. Wer sein Marktrecht 30 Jahre nicht ausübte, verlor die Konzession. Das dürfte wohl auch in Baudenbach so gewesen sein, wo mindestens 27 Jahre belegt sind.

Bedenken aus manchen anderen Orten

Das zweite Marktrecht wurde schließlich 1820 vom König von Bayern verliehen. Wiederum war es nicht so einfach für Baudenbach, zu seinem Marktrecht zu kommen, denn die umliegenden Orte mussten mit den drei Terminen einverstanden sein. Interessant dabei: Uehlfeld und Dachsbach hatten keine Einwände, Windsheim und Scheinfeld durchaus. Den heutigen Kurstädtern gefielen die Zeitpunkte nicht, da sie mit den dortigen Märkten zeitlich zusammenfielen. Scheinfeld sah die Anzahl mit den Märkten und der räumlichen Nähe mit anderen Märkten zwischen Geiselwind und Neustadt gedeckt. Somit würde der Handel eher „destruiert” (zerstört) statt gefördert.

Die Baudenbacher änderten schließlich ihre Markttage auf den ersten Sonntag nach Ostern, den Sonntag vor Jacobus und den Sonntag von Simon Judä (28. Oktober).

Die Zeit der großen Märkte, so war zu lesen, war mit dem Ersten Weltkrieg vorbei. Was gebraucht wurde, kaufte man in der Stadt, nicht mehr auf Märkten. Nach der Wiederbelebung des Frühjahrsmarktes 1985 wurden beim einzig verbliebenen Markt in Baudenbach bis heute keine Standgebühren mehr erhoben.

Heute herrscht beim Baudenbacher Frühjahrsmarkt ein breites Angebot vor. Es gibt bereits einen zweiten Standort in einem Hof. Dass der Markt jemals wieder ausstirbt – danach sieht es heute nicht mehr aus. Corona-bedingt wurde ein Jahr pausiert.

Der Baudenbacher Frühjahrsmarkt hat am Sonntag, 19. April, von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Zu sehen und zu erwerben gibt es Blumen, Pflanzen, Töpfersachen, Grillanzünder, Socken, Spielwaren, Weidenkörbe, Liegen, Schaukeln, Bänke, Geschenkartikel, Schmuck, Dekoartikel, Glückwunschkarten, Süßigkeiten, Eis, Schnaps, Natursäfte, Öle, Essig, Wein, Wildgerichte, Waffeln, und Gewerbeausstellungen über Heizungs-, Sanitär- und Solartechnik, Schreinerei und Floristik. Die Baudenbacher Vereine bieten köstliches Essen an und laden zum Verweilen ein. Um 13 Uhr hält Bürgermeister Wolfgang Schmidt eine kleine Eröffnung beim Rathaus.

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