Der Kabarettist Oti Schmelzer bezeichnet sich selbst gern als „Multifunktionsfranken“. Aus seinem unterfränkischen Heimatort Oberschwappach reiste er jetzt für die Reihe „Kultur in der Altstadt“ ins mittelfränkische Ornbau. Hier engagierte er Bürgermeister Marco Meier kurzerhand als Ministrant auf der Bühne.
Bevor er für dieses Jahr seinen freiwilligen Abschied wählte, war Otmar „Oti“ Schmelzer einer der Stars der Sendung „Fastnacht im Franken“ im Bayerischen Fernsehen.
Der Abend unter freiem Himmel, veranstaltet von der Stadt, kam beim Ornbauer Publikum am Samstag sehr gut an, wie Bürgermeister Meier erklärt. Er sei ausverkauft gewesen. Gekommen seien dazu ungefähr 350 Zuschauerinnen und Zuschauer. „Das Wetter hat uns in die Karten gespielt“, und das Ambiente in der Altstadt sei unter diesen Bedingungen hervorragend gewesen.
Die Menschen seien danach noch sitzen geblieben. Was Oti Schmelzer betrifft, hatte er nach Marco Meiers Worten sichtlich Spaß gehabt, als er seine zwei Stunden Programm durchgezogen hatte.
Wie war die Stadt gerade auf ihn gekommen? In den Vorjahren waren die Künstlerkollegen Wolfgang Krebs, Gankino Circus, Sebastian Reich und Michl Müller in Ornbau gewesen, die ebenfalls viel Faschingserfahrung aufzuweisen haben, wie der Rathauschef schildert.
Ornbau sei ja zudem selbst Faschingshochburg und Oti Schmelzer unbedingter Wunschgast gewesen. In seinem Programm „wenns läfft, dann läffts“ oder „Simmer doch amol ehrlich!“ bewegte sich der bekannte Kabarettist „äußerst witzig von der Weltpolitik zur Stadtpolitik“, wie Marco Meier berichtet.
Ihn habe er auf die Bühne gerufen und, obwohl Protestant, als Ministrant engagiert. Er habe für Oti Schmelzer das Textblatt für ein Lied halten müssen, das dieser über Ornbau gedichtet habe.
Es ging zum Beispiel um die Herausforderungen durch den Denkmalschutz bei der Gerberei, um die steigende Zahl an Störchen oder darum, dass das größere Weidenbach Gemeinde, Ornbau aber Stadt ist, wie Marco Meier erzählt. „Außerdem meinte er: Die Ornbauer soll schauen, dass sie mich behalten, weil ich ja Landrat werden will.“
Die Ziehharmonika des Künstlers durfte in der Stadt ebenso wenig fehlen wie der „Schackalacka“-Ruf. Die Landmetzgerei Sand bewirtete, und die Freiwillige Feuerwehr sperrte die Altstadt ab. ⋌