Eine Pille musste Maximilian Götz schon schlucken, ehe das Rennen in Dschidda gestartet war. Beim Finallauf der GT World Challenge Europe in Saudi-Arabien war dann für den Uffenheimer im Mercedes-AMG GT3 nicht allzu viel drin. Sein Team Boutsen VDS fuhr auf Platz zwölf über die Ziellinie.
Als sich der Tross für insgesamt 47 Autos schon an der Westküste Saudi-Arabiens befunden hatte, gab Veranstalter SRO Motorsports Group die Entscheidung zu einem Einspruch des BMW-Teams WRT bekannt. Demnach würden die Ergebnisse vom Sprintrennen am 12. Oktober in Barcelona aus der Wertung gestrichen. Das Rennen hatte Götz an der Seite von Jules Gounon gewonnen.
Damals gab es schwere Regenfälle. Fast die gesamte Renndauer von 60 Minuten verbrachten die Autos nach einem schweren Unfall in der ersten Kurve – und wegen des Regens – hinter dem Safety Car. Götz war einer von mehreren Fahrern, die auf Slicks selbst bei verringerter Geschwindigkeit von der Strecke rutschten.
Doch er hatte durch seinen Ausrutscher das Glück, dass er genau im richtigen Moment, gerade als sich das Zeitfenster für den Pflichtfahrerwechsel geöffnet hatte, an der Boxeneinfahrt ankam und reinrollen konnte. Einen schnellen Reifen- und Fahrerwechsel später war Gounon in perfekter Position. Nach und nach musste die Konkurrenz auch an die Box und er führte das Feld an, als erst wenige Minuten vor Ende der Zeit das Rennen freigegeben wurde.
WRT argumentierte, dass die Renn᠆leitung, laut den SRO-Regeln, das Wechselfenster hätte verschieben müssen, da das Safety Car auf der Strecke war. Das passierte aber nicht und Boutsen VDS profitierte davon. SRO sah das nun genauso und strich die Ergebnisse. WRT gewann damit die Teamwertung im Sprintcup.
Götz hingegen fiel so von Rang drei der Gesamtfahrerwertung ein ganzes Stück zurück. Statt den Topplatz zu verteidigen, war auf dem schnellen Stadtkurs am Roten Meer nun die Aufgabe, Boden gutzumachen.
Schon im Qualifying zeigte sich, dass Götz sowie seine Teamkollegen Thomas Drouet und Ralf Aron wohl nicht ganz mit den Spitzenteams mithalten können würden. Von Position zwölf durfte Götz ins Rennen gehen.
Der Start des Uffenheimers war nicht ganz ideal, er verlor ein paar Plätze. Daran sollte sich im Verlauf der sechs ereignisreichen Stunden mit diversen Gelbphasen auch wenig ändern.
Das Boutsen-VDS-Trio bewegte sich meist zwischen den Positionen zehn und 15 über die Strecke.
Dann leistete man sich einen Fehler bei einem Boxenstopp, das Trio verlor eine Runde und eine Top-10-Platzierung war nicht mehr möglich. Der Sieg ging an Götz’ AMG-Werkskollegen Lucas Auer und Maro Engel, die auch den Gesamtfahrertitel gewannen, sowie Daniel Morad.
Götz bilanzierte: „Es ist nicht das Ergebnis, das wir uns erhofft haben. Die 55-Sekunden-Strafe wegen eines zu kurzen Boxenstopps hat uns weit zurückgeworfen. Rückblickend war es aber eine gute Saison, wenn man bedenkt, dass es das erste Jahr für Boutsen mit dem Mercedes-AMG GT3 war. Wir haben als Team nie aufgegeben und ich glaube, wir werden in Zukunft noch viel Spaß haben.“
Klingt so, als könnte Götz auch im nächsten Jahr wieder für Boutsen VDS in der GT World Challenge Europe an den Start gehen.
Was für sein Rennprogramm 2025 bereits sicher ist: Der Uffenheimer wird erstmals alle der fünf langen Rennen der IMSA-Serie in Nordamerika für Korthoff Competition Motors fahren. Für das Team bestritt er bereits 2023 und dieses Jahr die 24 Stunden von Daytona. Das ist auch das erste Rennen im kommenden Jahr Ende Januar.