Nach komplizierter IMSA-Saison steht Mario Farnbacher aus Ansbach 2026 ohne Rennwagen da | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 16.10.2025 09:36

Nach komplizierter IMSA-Saison steht Mario Farnbacher aus Ansbach 2026 ohne Rennwagen da

Immer voll konzentriert: Mario Farnbacher. (Foto: Forte Racing)
Immer voll konzentriert: Mario Farnbacher. (Foto: Forte Racing)
Immer voll konzentriert: Mario Farnbacher. (Foto: Forte Racing)

Im Herbst ist die Zeit für den Wechsel von Sommer- auf Winterreifen. Da herrscht Hochbetrieb im Autohaus. Seine sportliche Zukunft beschäftigt Mario Farnbacher aber mindestens genauso stark, denn nach einer sehr durchwachsenen Saison in der IMSA Sportscar Championship steht er für 2026 noch ohne Auto da.

Die Night Of Champions der amerikanischen Rennserie ließ Farnbacher nach dem letzten Saisonrennen ausfallen. Er flog stattdessen heim, um sich ums Familienunternehmen in Ansbach zu kümmern – und mal wieder den Frust von der Rennstrecke zu verdauen.

Technisches Problem hier, Unfall da

Das letzte Rennen „Petit Le Mans” auf der Strecke Road Atlanta passte zum Rest der IMSA-Saison. „Irgendwas war immer”, sagt Farnbacher, die Enttäuschung unüberhörbar. Problemlos zählt er jedes einzelne Missgeschick, jedes technische Problem und nicht zuletzt jeden Unfall auf, den er im Lamborghini Huracán GT3 Evo 2 mit dem Team Forte Racing in den vergangenen Monaten erlebt hatte.

Von Daytona im Januar, als ein Ferrari Farnbachers Teamkollegen Misha Goikhberg von der Strecke checkte, bis zum Chaos der ersten Runde in Atlanta, als Eric Filgueras den Lamborghini nicht ohne Schaden an einer Unfallstelle vorbeibrachte, reichen die Erlebnisse. Dazwischen lagen mehrere Unfälle von Goikhberg und nur wenige erfreuliche Ergebnisse: der 5. Platz in Laguna Seca und der 2. Platz auf der Road America, jeweils in der GTD-Klasse.

LMP2-Auto räumt Farnbacher von der Strecke

Im Rennen vor jenem 2. Platz wurde Farnbacher, ebenfalls auf Rang 2 liegend, von einem Auto der LMP2-Klasse abgeschossen. Im Rennen danach fuhr er als Zweiter ins Ziel, bekam aber noch eine Strafe aufgebrummt und wurde nur auf Rang 12 gewertet. Selbst wenn es sehr gut lief, kam meist noch etwas dazwischen.

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„Ja klar frustriert das. Ich muss mich ja repräsentieren, auf der Strecke und nicht nur auf dem Papier. Das ist super ärgerlich. Wer die Rennen nicht anschaut, sieht dann nur das Ergebnis und denkt, wir fahren hinterher. Ich nehme das sehr persönlich, weil ich immer 100 Prozent gebe”, sagt der 33-Jährige, der seit 2014 Autorennen vor allem in Nordamerika fährt.

Geldgeber Misha Goikhberg hat neue Pläne

Für die Mannschaft tut ihm das besonders leid. „Das Team war gut, großes Lob. Strategietechnisch hatten wir meistens einen guten Riecher”, sagt Farnbacher. Allerdings handelt es sich bei Forte Racing eben um ein relativ kleines Projekt, das seine dritte Saison in der GTD-Klasse bestritten hat. Wenig Geld, wenig Mitarbeiter. Da muss alles passen, um konstant gute Ergebnisse einfahren zu können.

Und wie schnell die Ressourcen fehlen können, haben der Ansbacher und Forte nun auch feststellen müssen. Einen Großteil des Budgets der abgelaufenen Saison hat nämlich Goikhberg mitgebracht, den man damit im Motorsport einen „pay driver” nennt. Doch der Geschäftsmann aus Kanada will 2026 ein Auto aus der Prototypen-Klasse LMP2 fahren und steckt sein Geld in ein neues Projekt. Der Chef von Forte Racing wird deshalb kommende Saison keinen Lamborghini mehr in der IMSA an den Start bringen.

Fünf Millionen Dollar pro GT3-Auto pro Saison

Das ist bitter für Farnbacher: „Das waren jetzt zwei schwere Jahre für mich und bringt mich deshalb in eine schwierige Lage.” Denn die Kosten im Motorsport steigen immer weiter – eine IMSA-Saison kostet pro GT3-Auto etwa 5 Millionen Dollar – und der Großteil der für 2026 gemeldeten Autos ist bereits mit Fahrern besetzt. Farnbacher ist für alles offen und auch nicht an eine Marke gebunden, was aber wiederum den Nachteil hat, dass die Werksfahrer der Hersteller Vorrang haben und viele Cockpits besetzen.

Zwar sei er vom Forte-Chef gefragt worden, ob er auch wieder in einer kleineren US-Rennserie mitfahren würde, erzählt Farnbacher. „Für mich ist aber primär IMSA der Fokus.” Erst zwei Tage vor dem letzten Saisonrennen habe er erfahren, dass die Entscheidung für 2026 endgültig ist. Der Ansbacher streckt deshalb seine Fühler aus und hängt viel am Telefon. „Ich hoffe wirklich, dass es weitergeht”, sagt er.

2024: Deal mit Forte erst kurz vor Weihnachten

Diese Unsicherheit kennt er übrigens vom letzten Jahr. Da erhielt er ein wenig überraschend nach nur einem Jahr keine Vertragsverlängerung bei Heart of Racing, einem werksunterstützten Aston-Martin-Rennstall. Erst kurz vor Weihnachten 2024 war der Deal mit Goikhberg und Forte Racing in trockenen Tüchern. Nur sechs Wochen später stand mit den 24 Stunden von Daytona das erste Rennen in einem neuen Auto an. Auf so eine Hängepartie würde Mario Farnbacher in diesem Winter gerne verzichten.

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