Ordentliche Ergebnisse erzielte der Sportschütze Daniel Bühlmeyer aus Frankenhofen (Weiltingen) beim Weltcup in Ningbo. Die erste Herausforderung für die deutsche Reisegruppe bestand darin, in China einzureisen.
Man stelle sich vor, nach dem Kauf einer Großpackung Linsen besteht die Kassiererin im Supermarkt darauf, den Inhalt zu zählen, um den korrekten Preis zu ermitteln. Passiert das nicht, kommt man nicht raus. Und dann macht sie sich ans Werk.
So ungefähr erging es den Sportlern am Flughafen Shanghai. Acht Stunden hingen sie dort fest, unter anderem weil das - wie üblich bei Schützen sehr, sehr umfangreiche Gepäck - untersucht wurde. Festgehalten wurde von den Behörden auch die Menge an eingeführter Munition. Dazu muss man wissen, dass Luftgewehrgeschosse, 4,5 Millimeter große Diabolos, oft in Dosen zu 500 Stück verpackt werden und wahrscheinlich jeder Sportler mindestens eine volle Dose dabei hatte.
Um sich die Zeit zu vertreiben, funktionierten die Sportler am Flughafen Pudong ihre Gewehrkoffer zu Kartentischen um und irgendwann war die enervierende Prozedur dann tatsächlich abgeschlossen.
Die Munition von Daniel Bühlmeyer hatte offenbar keinen Schaden durch die allzu genaue Begutachtung genommen, denn im Luftgewehrwettbewerb erzielte er ordentliche 628,6 Ringe (Zehnerserien 105,4, 104,7, 104,7, 105,3, 103,7, 104,8). Der 29-Jährige belegte damit Rang 30 unter rund 80 Sportlern. Rang eins in der Qualifikation ging mit 637,1 Ringen, 0,8 Ringe unter Weltrekord, an den Chinesen Lihao Sheng. Im Finale setzte sich der Italiener David Sollazzo an die Spitze. Der Finaleingang lag bei 632,3 Ringen. Eine Marke, die auch die anderen deutschen Sportler deutlich verpassten.
„Der erste Weltcup-Einsatz von Daniel, der einen furiosen Start hatte, wurde nicht ganz belohnt, und er musste noch etwas Lehrgeld bezahlen. Als Team waren meine Männer sehr gut, aber im Einzel fehlt ihnen noch die Konstanz mit sehr hohen 10ern über die ganzen 60 Schüsse”, sagte Bundestrainer Wolfram Waibel.
Auch im Kleinkaliber-Dreistellungskampf war die Leistung von Bühlmeyer in Ordnung. 584 Ringe bedeuteten hier Platz 36. 195 Ringe kniend (96, 99) und 194 im Stehendanschlag (96, 98) waren sehr gut. Das Liegendergebnis von 195 Ringen (97, 98) allerdings war unterdurchschnittlich. Mindestens 588 Ringe waren nötig, um ins Finale einzuziehen, was auch in dieser Disziplin kein deutscher Starter schaffte. Den Sieg holte sich der Tscheche Jiri Privratsky, der bereits in der Qualifikation mit 594 Ringen das beste Ergebnis erzielt hatte.
Für Bühlmeyer waren die Finals ohnehin kein Thema, da er bei diesem Weltcup als RPO-Schütze gemeldet war („Ranking Points Only”). Das heißt, er bekommt für die Platzierungen in Ningbo zwar Punkte für Weltrangliste, konnte aber nicht ins Finale einziehen. Diese Regelung existiert, da die Teilnahme am Finale auf eine bestimmte Anzahl von Schützen pro Nation beschränkt ist.