Diakoneo will aus seiner Schulvorbereitenden Einrichtung (SVE) in Ansbach eine Heilpädagogische Tagesstätte (HPT) machen. In der Stadt kursierte auch das Gerücht einer Schließung, das Diakoneo weit von sich weist. Die Umwandlung soll zum neuen Schuljahr greifen. Das bestätigte Diakoneo auf Anfrage.
Die SVE ist in der Johann-Heinrich-Pestalozzi-Schule untergebracht, die räumlich an die Weinbergschule angedockt ist. Kindergartenkinder ab drei Jahren mit frühkindlichen Entwicklungs- oder Verhaltensdefiziten werden dort für die Grund- oder Förderschule vorbereitet. Die Kinder haben oft „Einschränkungen in Grobmotorik, Feinmotorik, Graphomotorik, Wahrnehmung, Sprache und oft auch im sozio-emotionalen Bereich“, erklärt Diakoneo auf seiner Internetseite. In der Folge seien oft „Eigenständigkeit, Sozialverhalten, Eigeninitiative und Aktivität deutlich eingeschränkt“. Auch das Akzeptieren von Regeln sowie die Affekt- und Impulskontrolle fallen diesen Kindern oft sehr schwer.
Die SVE solle helfen, das Recht der Kinder auf soziale Teilhabe und auf angemessene individuelle Bildung und Erziehung zu verwirklichen, so Diakoneo. Die Zahl der Fälle betroffener Kinder steigt bundesweit seit Jahren an. Es gibt einen großen Bedarf an solchen Angeboten, bestätigen Erzieher und Sozialpädagogen.
Diakoneo spricht auf der Homepage von drei Gruppen mit jeweils zehn Kindern; auf die FLZ-Anfrage antwortete das Sozialunternehmen, es gehe um zwei Gruppen. Die Zahl der betroffenen Kinder beantwortete Diakoneo nicht konkret. „Die Kinder werden bis zum Ende des Schuljahres weiterhin in der Schulvorbereitenden Einrichtung betreut“, versichert das Unternehmen. Gerüchte, es stünden bereits mit den Herbstferien Veränderungen bevor, weist Diakoneo zurück.
„Ein großer Teil der Kinder wechselt zum Ende dieses Schuljahres von der SVE in die Grund- oder Förderschule und benötigt keine Betreuung mehr in der SVE“, schreibt Diakoneo. Für die anderen werde es ein Anschlussangebot geben, beispielsweise in der HPT.
HPT sind inklusiv orientierte Tageseinrichtungen, die sich meist an jene Kinder wenden, die bereits in der Schule sind. Doch es gibt auch Angebote für Kinder ab drei Jahren. In der Regel gibt es eine Hausaufgabenbetreuung und ein Freizeitangebot. Klare Strukturen sollen den Schulalltag leichter machen und die Familien durch die Betreuung entlasten.
„Übergreifendes Ziel aller HPT ist es, den Kindern und Jugendlichen die gleichberechtigte Teilhabe an Bildung und einen erfolgreichen Schulbesuch zu ermöglichen sowie sie zu einer möglichst selbstständigen und selbstbestimmten Lebensführung zu befähigen“, erklärt das Ministerium die Aufgabe der bayernweit 220 derartigen Einrichtungen.
In Neuendettelsau spricht man explizit nicht von einer Schließung der Ansbacher SVE, sondern von einer Weiterentwicklung. Weil noch Gespräche mit dem Kultusministerium und der Regierung von Mittelfranken laufen, sei geplant gewesen, die betroffenen Eltern „in den nächsten Wochen“ zu informieren, „wenn wir konkrete Aussagen treffen können“. Auch die Stadt Ansbach wusste noch nicht, dass Diakoneo das SVE-Angebot auslaufen lässt, wie die Verwaltung auf FLZ-Anfrage erklärte.
Um dem Bundesteilhabegesetz Rechnung zu tragen müsse die SVE weiterentwickelt werden, heißt es von Diakoneo. Einrichtungen für Kinder mit Förderbedarf sollen „gemeinsam gedacht“ werden. Eine individuelle und bedarfsorientierte Betreuung und inklusive Bildung sind die beiden Ziele, die dabei unter einen Hut gebracht werden müssen. „Wir implementieren andere Einrichtungsformen anstelle von Schulvorbereitenden Einrichtungen, wir schließen nicht.“
Eine SVE-Gruppe am Sonderpädagogischen Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau ist bereits in eine Heilpädagogische Tagesstätte für Kinder im Vorschulalter umgewandelt worden, erklärte Diakoneo weiter. Es gebe dort eine hohe Nachfrage. Die anderen Schulvorbereitenden Einrichtungen von Diakoneo im Landkreis Ansbach in Bruckberg, Feuchtwangen und Herrieden sollen schrittweise folgen.