Die Dettendorfer Deponie hält noch drei Jahrzehnte aus | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 25.09.2023 07:00

Die Dettendorfer Deponie hält noch drei Jahrzehnte aus

Betriebsleiter Thomas Grewe (in gelber Warnweste) erklärt dem Deponiekerwa-Publikum einige Details der Dettendorfer Abfall- und Wertstoff-Handhabung. (Foto: Andreas Reum)
Betriebsleiter Thomas Grewe (in gelber Warnweste) erklärt dem Deponiekerwa-Publikum einige Details der Dettendorfer Abfall- und Wertstoff-Handhabung. (Foto: Andreas Reum)
Betriebsleiter Thomas Grewe (in gelber Warnweste) erklärt dem Deponiekerwa-Publikum einige Details der Dettendorfer Abfall- und Wertstoff-Handhabung. (Foto: Andreas Reum)

Der Berg wächst. Aber nur noch ein bisschen, erläuterte der neue Betriebsleiter Thomas Grewe am Freitagnachmittag bei der Deponiekerwa in Dettendorf. Bei dieser Art eines Tags der offenen Tür gab es Einblicke in die Abfallwirtschaft des Landkreises.

Der Dettendorfer Hausmüllberg ist auf einer Höhe von 380 Metern über dem Meeresspiegel angelangt, berichtete Grewe dem Publikum an eben jener höchsten Stelle der Deponie. Dort stehe man auf einer etwa 30 Meter mächtigen Ablagerung von Abfällen, beziehungsweise auf schätzungsweise einer Million Kubikmeter Restmüll, die sich in den ziemlich exakt 50 Jahren des Bestehens der Deponie angesammelt haben.

Zwei Höhenmeter noch, dann ist der geplante Gipfel erreicht. Entscheidender als die Höhe ist freilich das Volumen, das für die Befüllung noch zur Verfügung steht. Das sind laut Grewe zirka 100.000 Kubikmeter, was nach seiner Einschätzung noch drei Jahrzehnte vorhält.

Noch viereinhalb Kilogramm Fehlstoffe im Restmüll

Und das wird umso länger der Fall sein, je reiner der Hausmüll gehalten werden kann. Wie viel Dinge jedoch darin sind, die da nicht reingehören (insbesondere Verpackungen), dazu hatte der Landkreis vor geraumer Zeit eine Analyse in Auftrag gegeben. Ein erstes Ergebnis stellte Abfallberaterin Sarah Kuhlmann bei der Deponiekerwa vor: rund viereinhalb Kilogramm Verpackungen je Einwohner und Jahr landen im Restmüll – was sie nicht sollten.

Auf den gesamten Landkreis mit seinen knapp über 100.000 Einwohnern gerechnet, sind das also nicht ganz 500 Tonnen im Jahr. Das klingt schon noch nach ein bisschen Müllsparpotenzial. Doch Kuhlmann war keinesfalls unzufrieden. Die Analysefirma habe die viereinhalb Kilogramm als einen vergleichsweise guten Wert eingestuft, der laut der Abfallberaterin auch deutlich niedriger ist als zu Zeiten vor der Einführung der Gelben Tonne.

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Sozialräume-Bau ist so gut wie fertig

Grewes Vorgänger in der Betriebsleitung, der stellvertretende Sachgebietsleiter Jochen Zellner, war heuer auch noch einmal mit von der Partie, vermutlich das letzte Mal, wie er anmerkte. Sein Part war es, den Neubau der Sozialräume zu erläutern, der für die Mitarbeiter errichtet wurde. Die Bauarbeiten sind bis auf Resthandgriffe fertig.

Zellner merkte – wie vor ihm schon Landrat Helmut Weiß in seiner Begrüßungsrede – an, dass das neue Sozialgebäude unterkellert ist. Dort kann Löschwasser vorgehalten werden, und zwar 260 Kubikmeter, wie Zeller berichtete.

Brandschutz ist ein wichtiges Thema

Dass der Brandschutz auf Deponien ein ernstes Thema ist, hatte Weiß mit zwei Vorfällen veranschaulicht: zum einen hatte die Deponie selbst schon – im Jahr 2015 – einen Brand erlebt, zum anderen war erst heuer im Mai bei einem privaten Entsorgungsbetrieb ein Feuer ausgebrochen.

Auf eine Gefahrenquelle ging Abfallberaterin Kuhlmann kurz gesondert ein: auf Lithium-Batterien. Nicht von ungefähr wird Elektroschrott im Wertstoffhof-Teil der Deponie gesondert gelagert. Die Tücke bei Lithium sei, dass es hochreaktiv ist. Deshalb gelte es, Kurzschlüsse zu vermeiden. Kuhlmann riet dazu, wenn man derlei Batterien entsorgt, die Pole mit Klebeband abzukleben.

Landrat Weiß hob hervor, dass die Abfallwirtschaftsabteilung stets um eine Optimierung des Betriebs bemüht sei. Das bedeutet allerdings auch, dass immer wieder Geld in die Hand genommen werden muss. Das gilt beispielsweise für einen neuen Bagger fürs Umladen des Mülls. Das gilt aber vor allem für das Großprojekt „Oberflächenabdichtung“.

„Letzter Sarkophag“ für zwei Abschnitte

Wie Grewe erläuterte, steht die endgültige Abdichtung für zwei Deponiebereiche derzeit an. Der Betriebsleiter sprach von einer „massiven Abdeckung mit doppelter Abdichtung“, beziehungsweise von einem „letzten Sarkophag“. Die Planung dafür wurde angegangen; gebaut wird voraussichtlich ab 2025 bis Ende 2026.

Die Kosten bezifferte Grewe auf rund fünf Millionen Euro. Noch nicht eingerechnet ist darin eine 1,4-Megawatt-Solarstromanlage, die die Abfallwirtschaftler sich auf dem Südhang der Deponie vorstellen können.

Die immensen Kosten werden sich aber nicht auf die Gebühren niederschlagen, wie der Landrat und der Betriebsleiter erklärten. Denn für die Abdichtung hat der Landkreis Rücklagen gebildet, die die Kosten abdecken sollen. Zudem verspricht man sich von der Maßnahme ein Ende der Belastungen durchs Sickerwasser. Für dessen Entsorgung muss der Landkreis zur Zeit noch alljährlich rund eine halbe Million Euro berappen. Mit der Abdichtung werden diese Kosten schrittweise sinken, hofft man.

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