Was braucht es, um das Herz eines einst selbstverliebten Prinzen, der in ein verbittertes Biest verwandelt wurde, zu erweichen? Nur Liebe und jemanden, der hinter die schaurige Fassade blicken kann. Diese Geschichte über Vorurteile, Hoffnung und die Schönheit im Inneren erzählte der Theater- und Kulturverein Burgoberbach.
„Die Schöne und das Biest“ lautet der Titel des Musicals, das jetzt im Theaterhaus in Strüth seine Premiere feierte. „Die wahre Schönheit findet man nur im Inneren“, sagte die Stimme aus dem Off zu Beginn der Vorstellung. Diese Wahrheit musste auch der selbstverliebte und arrogante Prinz (Lorenz Vogler) lernen, der eine alte Frau abwies und aus dem Schloss vertreiben wollte. Sie entpuppte sich als Fee (Nicky Dlugosch), die ihn und sein Gefolge verzauberte. Erst die wahre Liebe kann den Zauber rückgängig machen.
Als die Hoffnung des Biestes (Oliver Büschert) und seiner Bediensteten, die nun als Kissen Babette (Donata Laxa) mit ihrem Sohn Federchen (Darius Matin), als Teppich Tapés (Tonia Engelhardt), Staubwedel Putzine (Emelie Engelhardt), Garderobenständer Gardro (Christian Chalupnik), Buffet (Uschi Dirian) oder Kontrabass Kontre (Silvia Bolay) ihr Dasein fristeten, beinahe verloren war, tauchte plötzlich Bella (Vivian Bolay) im Schloss auf.
Sie kam anstelle ihres Vaters, des Kaufmannes (Dieter Foltin), und fand nach einer Weile Zugang zum schroff wirkenden Biest. Die junge Frau lehrte das Ungeheuer, zu lieben und zu fühlen. Doch die beiden hatten die Rechnung ohne Gustav (Max Wöhrer) gemacht, der Bella um jeden Preis für sich haben wollte und mit seinem Kumpanen Johann (Arthur Dglugosch), Bellas verwöhnten Schwestern Grete (Melanie Heller) und Ilse (Romy Kalkbrenner) und den Dorfbewohnern das Schloss stürmte. Am Ende siegte jedoch die Liebe.
Der Theater- und Kulturverein Burgoberbach brachte mit dem Musical by Gallissas wieder einmal ein wunderbares Stück mit bunten Kostümen, Licht und Musik auf die Bühne und begeisterte am Freitag bei der Premiere die Zuschauer. Mit durchdachten klapp- und drehbaren Bühnenelementen schufen sie eine wunderschöne Kulisse.
Besonders beeindruckend waren auch die bis ins kleinste Detail gestalteten Kostüme. Ob das fulminante Ballkleid von Belle, das sehr an die Disney-Version erinnerte, oder die süßen Kissen von Klein-Federchen und vor allem die Gestalt des Biestes waren klasse umgesetzt.
Die rund 60 Schauspielerinnen und Schauspieler füllten ihre Rollen wunderbar aus und verschmolzen auch mit den in Playback eingespielten Liedern, die aus dem Original-Musical mit der Musik von Martin Doepke eingespielt wurden. Die Handlung wurde durch den Verein an die zahlreichen Ensemble-Mitglieder angepasst. So entstand eine fulminante Produktion mit Tanz, Musik, Schauspiel, die die Laienschauspieler mit Herz und Liebe füllten. Das Feedback der Zuschauer sprach für sich: „der Wahnsinn“, „unglaublich“ oder „mehr als das Beste“ waren nur einige Aussagen nach der Premiere.
Die Anfrage nach Karten war so groß, dass alle geplanten Vorstellungen, auch die Zusatzvorstellung am Samstag, 12. Oktober, um 14 Uhr, bereits ausverkauft sind.