Die Realisierung von Freiflächen-Photovoltaikanlagen innerhalb des Naturparks Frankenhöhe war bislang schwierig bis unmöglich. Nach Plänen des Bezirks Mittelfranken soll sich dies künftig ändern. Auch in der Marktgemeinde Dietenhofen, die zu großen Teilen innerhalb des geschützten Bereichs liegt, werden im Rahmen eines Zonierungskonzepts „grüne Flecken“ ausgewiesen.
Als Träger öffentlicher Belange erhob der Marktgemeinderat keine Einwände gegen das Vorhaben, obwohl man die Realisierung weiterer Photovoltaikmodule in der Freifläche kritisch sieht. In den vergangenen Jahren wurden nach Angaben von Bürgermeister Rainer Erdel entsprechende Anträge durchweg abgelehnt. Gebaut wurde zwar die Anlage eines Spielwarenherstellers im Norden des Kernorts. Aufgrund des Standorts in einem ausgewiesenen Gewerbegebiet kam diese jedoch ohne weiteres Genehmigungsverfahren aus.
Die Gemeinde setzt nach Angaben von Erdel stattdessen auf den Ausbau der Windkraft. Denn zum einen liefern diese Anlagen, anders als die Solarenergie, in den Wintermonaten am meisten Strom, wenn auch der Bedarf am höchsten ist. Zum anderen führe die starke Sonneneinstrahlung innerhalb der Sommermonate nicht selten bereits jetzt zu einer netzbedingten Abschaltung großer Freiflächen-Anlagen. Weitere vorzusehen, ergebe keinen Sinn, daher wolle man dieser Linie auch künftig treu bleiben.
Die Planungshoheit der Kommunen wird durch das Konzept nicht tangiert. Bürgermeister Erdel rechnet jedoch nicht damit, dass Vorhaben außerhalb der ausgewiesenen Bereiche künftig Aussicht auf Zustimmung der übergeordneten Behörden haben.
Während der Auslegung des Zonierungskonzepts im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung gab es nach Angaben der Gemeinde auch vonseiten der Grundstücksbesitzer keine kritischen Stellungnahmen. Die „grünen Flecken“ liegen hier im Wesentlichen im Bereich der südlichen dörflichen Ortsteile. Die größten zusammenhängenden infrage kommenden Gebiete befinden sich unter anderem bei Götteldorf und Kehlmünz.
Die Entwürfe wurden von Experten der landwirtschaftlichen Hochschule Weihenstephan-Triesdorf im Rahmen eines Pilotprojekts erarbeitet. Ziel ist, den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Schutz von Natur- und Landschaftswerten in Einklang zu bringen. Berücksichtigt werden unter anderem Schutzgüter wie Bodenqualität, Wasser, Landschaftsbild, Erholung und Biodiversität. Das Modell soll als Vorbild für weitere Naturparks in Bayern gelten.
Auch im Zuge des Verfahrens zur 32. Neuauflage des Regionalplans im Teilkapitel Windkraft wurde der Markt Dietenhofen beteiligt und erhebt keine Einwände, da das Gemeindegebiet nicht betroffen ist. Weitere Potenzialgebiete wurden dort bereits in der 31. Novelle ausgewiesen. Als besonders aussichtsreich gilt hier der Harter Forst nördlich der Hochstraße.