Vor zwei Wochen hat die Kriminalpolizei in Mittelfranken zehn Haushalte wegen kinderpornografischen Materials durchsucht. Wie das Polizeipräsidium Mittelfranken bestätigte, waren Häuser und Wohnungen in Uffenheim, Trautskirchen, Lehrberg, Pleinfeld, Haundorf und mehrere Objekte in Ansbach dabei. Die Ermittlungen dauern an.
Auf Nachfrage der Redaktion beantwortete Gloria Güßbacher, Pressesprecherin der Polizei, nun mehrere Fragen. So soll die Großaktion am 25. Juni vor allem wegen verbesserter Ermittlungswerkzeuge und des „stetigen Meldeverhaltens der Anbieter aus der Internetbranche” erfolgt sein.
Das Polizeipräsidium Mittelfranken hat im vergangenen Jahr eine Besondere Aufbauorganisation (BAO) mit dem Namen „Argus” gegründet. Diese soll der Bekämpfung des sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen und dessen Darstellung dienen.
Die Sondereinheit führt in Zusammenarbeit mit den örtlichen Kriminalpolizeiinspektionen, der Generalstaatsanwaltschaft in Bamberg sowie den Staatsanwaltschaften Nürnberg-Fürth und Ansbach gezielte Ermittlungen gegen pädophile Täter sowie Nutzer von einschlägigen Internetseiten beziehungsweise Plattformen, heißt es weiter. Die Folge davon sind konzentrierte Aktionen im gesamten Zuständigkeitsbereich des Präsidiums, in diesem Fall in Westmittelfranken.
Bei den Durchsuchungen in Ansbach und den Landkreisen Ansbach, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Weißenburg-Gunzenhausen wurde belastendes Material gefunden, so Güßbacher. Ob die entsprechenden Personen auch des Erstellens oder Verbreitens von kinderpornografischem Material beschuldigt werden, ist noch unklar. Die Ermittlungen hierzu dauern an, teilt die Sprecherin mit.
Zu Alter oder Geschlecht der Beschuldigten macht die Polizei aus „ermittlungstaktischen Gründen”, aber auch aufgrund der Persönlichkeitsrechte keine Angaben. Zwischen den Personen besteht nach derzeitigen Erkenntnissen kein Zusammenhang.
Hinweise auf tatsächliche Missbrauchshandlungen vor Ort lägen keine vor, so die Polizei. Die Auswertung der sichergestellten Datenträger dauere aber noch an. Wie Gloria Güßbacher betont, steckt aber hinter jedem Bild oder Video „in der Regel ein realer Missbrauch”.
Bislang kam es noch zu keinen Festnahmen beziehungsweise dem Erlass von Haftbefehlen, teilt Güßbacher abschließend mit.
Für alle Betroffenen von sexualisierter Gewalt oder sexuellen Übergriffen gibt es Hilfs- und Beratungsangebote.