Mit deutlich vernehmbarem Stolz hat Sportvorstand Max Eberl über seine noch vor wenigen Monaten ungewisse Vertragsverlängerung beim FC Bayern München gesprochen. „Ich bin sehr froh und sehr stolz, weil ich glaube, dass meine Verlängerung kein Geschenk ist“, sagte der 52-Jährige vor dem Eröffnungsspiel der neuen Bundesliga-Saison. Sie sei Produkt seiner Arbeit.
Der Aufsichtsrat des deutschen Fußball-Rekordmeisters um Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte Eberls Vertrag ebenso wie den des Vorstandsvorsitzenden Jan-Christian Dreesen (58) bei seiner Sitzung am vergangenen Dienstag vorzeitig um jeweils zwei Jahre bis Mitte 2029 verlängert. Eberl hatte seinen Posten als Sportchef im März 2024 angetreten. Er sprach nun von „zwei intensiven Jahren“. Er musste dabei stets mit erheblicher Kritik leben. Noch vor drei Monaten hatte Hoeneß „Zweifel“ an Eberls Arbeit bekundet und die Chance auf eine Verlängerung lediglich auf 60:40 beziffert.
Eberl überzeugte auch mit einer gelungenen Sommer-Transferperiode. „Für einen Sportvorstand und Sportdirektor sind gute Transfers wichtig, um weitermachen zu können. Da haben wir zuletzt gute Dinge gemacht“, lobte er sich selbst vor dem Spiel am Freitag gegen den VfB Stuttgart.
Sein „Handwerkszeug“ als Manager könne man erlernen, sagte der in der Bundesliga sehr erfahrene Eberl. „Bayern München aber kannst du nur lernen, wenn du drin bist. Bayern München musst du erfahren und spüren mit Leib und Seele.“ Die beiden 50-Millionen-Euro-Transfers von Nationalspieler Nathaniel Brown und dem marokkanischen WM-Teilnehmer Ismael Saibari in diesem Sommer wurden Eberl vom Aufsichtsrat aktuell sehr positiv angerechnet.
Auf der Zugangsseite soll sich bis zum Ende der Transferperiode am 1. September nun nichts mehr tun. Eberl sprach von einer Wahrscheinlichkeit von „99 Prozent“. Weitere Abgänge könnte es dagegen noch geben. Außenverteidiger Sacha Boey ist dafür erster Kandidat. Auch der aus Heidenheim zurückgekehrte Offensivspieler Arijon Ibrahimovic könnte den Verein noch verlassen. Die Aussichten des 20-Jährigen auf Einsatzzeiten seien nach der Saison-Vorbereitung doch geringer als erhofft.
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