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Veröffentlicht am 05.05.2023 18:26

Ehrenamtliche schützen Lebensraum der Gelbbauchunken

Eine Reihe von Ehrenamtlichen steht um eine Gumpe. Dort könnten Gelbbauchunken und Kaulquappen leben. Es gilt, diese zu erhalten. (Foto: Hans-Jochen Teufel)
Eine Reihe von Ehrenamtlichen steht um eine Gumpe. Dort könnten Gelbbauchunken und Kaulquappen leben. Es gilt, diese zu erhalten. (Foto: Hans-Jochen Teufel)
Eine Reihe von Ehrenamtlichen steht um eine Gumpe. Dort könnten Gelbbauchunken und Kaulquappen leben. Es gilt, diese zu erhalten. (Foto: Hans-Jochen Teufel)

Drei Landkreise im Bereich der Naturparke Steigerwald und Frankenhöhe umfasst das Projektgebiet rund um die Lebensräume der Gelbbauchunke. Dies ist eine vom Aussterben bedrohte Gattung der Unken. Ihr Vorkommen wird seit drei Jahren immer wieder von ehrenamtlich Tätigen kartiert und beschrieben.

Alexandra Kellner, eine der Steigerwald-Naturpark-Rangerinnen im Schutzgebiet, informierte die Projektunterstützer nun direkt vor Ort in einem ausgewiesenen Schutzgebiet im Leppachgrund im Gemeindegebiet von Markt Bibart.

Mitgebracht hatte Kellner dafür auch ein Informationsschild. Dies gibt sowohl Wanderern als auch Radfahrern und vor allem den Forst- und Landwirten einen ersten Hinweis darauf, dass dort natürliche oder auch zum Artenschutz eigens eingebrachte Gumpen bestehen, in denen sich Kaulquappen und Unken aufhalten könnten. Gumpen sind kleine, seichte Wasserstellen.

Kartierte Brutstätten werden beobachtet

Die Helferinnen und Helfer begehen ihr ausgewiesenes Schutzgebiet regelmäßig ab März, um die Brutstätten, die bereits kartiert sind, zu beobachten. Sie melden aber auch neue bewohnte Gumpen, die beispielsweise durch Holzrücke-Arbeiten oder geflutete Traktorenspuren entstanden sind.

Die Erfassung dieser Mini-Lebensräume werden mittels GPS-Daten an die Ranger gemeldet, und diese stimmen die erforderlichen Schutzmaßnahmen mit den zuständigen Amtsstellen ab beziehungsweise setzen sich auch um.

Den ehrenamtlich tätigen Helferinnen und Helfern ist es durchaus bewusst, dass es bei solchen Schutzmaßnahmen schon mal zu Konfliktsituationen kommen kann. Hinweisschilder werden „von irgendjemanden“ herausgerissen, Absperrbänder durchtrennt oder, was für Umweltschützer wie auch die betroffenen Tierchen besonders schmerzhaft ist, eine „bewohnte“ Fahrrinne wird mit Schotter zugeschüttet. Derartige Verfüllungen sind in jedem Fall vorher mit den zuständigen Amtsstellen abzusprechen, damit kein Lebensraum zerstört wird.

Auch aus Neugier oder falsch verstandener Tierliebe sollten Wanderer oder sonstige „Vorbeikommende“ nicht in solche Pfützen hineingreifen, um „kleine Frösche“ zu retten. Dies wäre für die Wasserbewohner einer solchen Gumpe nicht sehr erträglich.

Denn Keime oder Pilze, die Menschen auf der Haut tragen, können zu unheilbaren Krankheiten des gesamten Besatzes führen, erläutert Kellner. Auch aus solchen Gründen laichen Gelbbauchunken vornehmlich in unbewachsenen, sonnenbestrahlten Niedriggewässern ab.

Dort gibt es laut Kellner beispielsweise keine Fressfeinde wie die Larven der Libelle, die aus abgelegten Eiern an Grasstängeln schlüpfen und sich dann über den Unkennachwuchs hermachen. Man möge sich von den Gedanken trennen, was denn ein solch „kleiner Frosch“ im großen Kreislauf der Natur schon ausmache, fordert sie.

Anschaulich erzählt die Rangerin den „Ehren-Rangern“, dass sie das Zusammenwirken in der Natur immer mit einem gestrickten Pullover vergleicht. Wenn man da einen Faden durchtrennt, löst sich das gesamte Kleidungsstück über kurz oder lang auf. Jedes Lebewesen und jede Pflanze hat ihren angestammten Platz auf diesem Planeten. „Dessen sollten wir uns alle bewusst sein“, betont Kellner.


Von Hans-Jochen Teufel
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