„Wie kann ich aus dem, was die Region hat, etwas Besonderes machen?“ – darum geht es im Masterstudiengang Regionalmanagement an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf (HSWT). Den Studiengang gibt es nun seit 20 Jahren. Was ihn ausmacht, erzählen Prof. Dr. Jennifer Gerend und Prof. Dr. Manfred Geißendörfer.
Nicht umsonst ist der Master an der HSWT auch nach 20 Jahren noch beliebt: Er kombiniert Themen und Kompetenzen aus vielen verschiedenen Bereichen und bietet den Studierenden „eine breite Palette an Berufsmöglichkeiten“, sagt Jennifer Gerend. Typischerweise arbeiten die Alumni später im Landratsamt, auf Managementebene, in der räumlichen Entwicklung oder in ähnlichen Bereichen.
„Man lernt bei uns, wie ein Projekt initiiert wird“, sagt Manfred Geißendörfer. Er ist offiziell seit 2017 dabei. „Vorher war ich aber schon Lehrbeauftragter seit 2005.“ Damals hatte Otmar Seibert den Studiengang „mit aus der Taufe gehoben“. Es gab ein Forschungsprojekt im Auftrag des Bayerischen Umweltministeriums, erklärt Geißendörfer. „Wir haben dann spaßeshalber gesagt, wir machen einen Leitfaden für Regionalmanagement daraus.“
Daraus entstand die Idee, „einen Weiterbildungskurs für schon im Beruf stehende Personen zu generieren und über die Hochschule anzubieten“, erklärt Manfred Geißendörfer. Die Hochschule war erstmal zögerlich: „Machen da überhaupt genug Leute mit?“ Also gab es einen dreijährigen Pilotkurs, der sich anscheinend bewährte. Der Masterstudiengang passt nun gut ins Portfolio der HSWT.undefined
Geeignet ist er für „alle Neugierigen und Interessierten an regionalen Gestaltungsaufgaben“, sagt Geißendörfer. Für Menschen, die „Lust haben, in der Region mitzuwirken“. Drei Semester lang geht der Master, im dritten ist ein Pflichtpraktikum vorgesehen. „So hat man direkt einen Fuß in der Tür“, sagt Gerend, die seit 2019 dabei ist. Auch sonst ist die Praxis wichtig. „Wir machen viele Exkursionen.“
Viele Ehemalige sind mittlerweile Lehrbeauftragte. Der Masterstudiengang basiert laut Gerend und Geißendörfer auf einem „engen Miteinander und einem familiären Gefühl“.
Hat sich in den zwei Jahrzehnten innerhalb des Studiengangs viel verändert? „Ja und nein“, sagt Geißendörfer. Einige Module sind konstant geblieben, manche Themen sind von der Gesellschaft aber auch stärker gefordert worden. Mal war Demografie im Vordergrund, nun eher Digitalisierung. Auch zum Thema KI wird derzeit geforscht.
Die Module bringen die Alumni weiter, ist Gerend überzeugt. „Besonders an dem Studiengang ist, dass er einiges abdeckt und man mit vielen Kompetenzen herauskommt.“ Gerade die Themen Heimatidentität und Nachhaltigkeit sind laut Jennifer Gerend relevanter denn je.
„Bayern ist ein Vorreiter in ländlicher Entwicklung und Regionalmanagement in Deutschland“, sagt sie, „aber wir arbeiten auch mit einem Instrument, das teilweise durch EU-Mittel finanziert wird. Das heißt, unsere Studierenden kommen aus dem Studiengang mit Kompetenzen, die auch EU-weit sehr relevant sind“.
„Ein Studiengang, viele Möglichkeiten“, fasst die Studiendekanin und Studienfachberaterin zusammen. Derzeit studieren den Master etwa 60 Menschen. Die meisten stammen aus Süddeutschland, andere aber auch von weiter her – teils sogar international.
Wer am Masterstudiengang Regionalmanagement interessiert ist, kann sich von Ende April bis 15. Juli fürs Wintersemester bewerben. Die Bewerberinnen und Bewerber stammen laut Gerend aus den unterschiedlichsten Bachelor-Studiengängen: Geografie, Betriebswirtschaft, Landschaftsarchitektur, Kommunikationswissenschaft, Raumplanung, Soziologie und viele weitere. Das ist interessant, sagt Manfred Geißendörfer, denn hier kommen ganz unterschiedliche Disziplinen zusammen.
Gefeiert wird das 20-jährige Bestehen des Masterstudiengangs Regionalmanagement am Freitag, 28. März, mit einer Fachtagung und Jubiläumsveranstaltung auf dem Campus in Triesdorf. Weitere Infos: www.hswt.de