Eine neue Seelsorgerin für Neustadt: Jutta Friedel startet ins Amt | FLZ.de | Stage

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 08.09.2023 07:00

Eine neue Seelsorgerin für Neustadt: Jutta Friedel startet ins Amt

Jutta Friedel ist als Gemeindereferentin seit September im Amt, ihr Büro ist in der Pfarrei Neustadt. Zuständig ist sie für den Seelsorgebereich Oberer Aischgrund. (Foto: Ute Niephaus)
Jutta Friedel ist als Gemeindereferentin seit September im Amt, ihr Büro ist in der Pfarrei Neustadt. Zuständig ist sie für den Seelsorgebereich Oberer Aischgrund. (Foto: Ute Niephaus)
Jutta Friedel ist als Gemeindereferentin seit September im Amt, ihr Büro ist in der Pfarrei Neustadt. Zuständig ist sie für den Seelsorgebereich Oberer Aischgrund. (Foto: Ute Niephaus)

Für Jutta Friedel, die seit 1. September als Gemeindereferentin für den katholischen Seelsorgebereich Oberer Aischgrund aktiv, ist es Neuanfang und Rückkehr zugleich. Vor zehn Jahren war die 55-Jährige schon einmal sechs Jahre hier. „Es war die erste Stelle nach meiner Assistenzzeit in Eggolsheim“, sagt die gebürtige Ansbacherin.

Im Alter von zwei Jahren war ihre Familie nach Markt Bibart gezogen und dort lebt Jutta Friedel nach wie vor. Nach ihrer Zeit im Neustädter Raum verschlug es sie beruflich in den Seelsorgebereich Dreifrankeneck im Steigerwald. Scheinfeld, Schlüsselfeld, Iphofen – diesen Raum galt es zu betreuen. „Es war eine schöne Zeit“, resümiert die Mutter zweier erwachsener Söhne.

Von den Jungen zu den Junggebliebenen

Anders als jetzt war sie dort familienpastoral tätig. Der Themenkomplex war groß, beinhaltete den Bereich Erstkommunion und häufige Besuche in den Kindertagesstätten. „Ich war in jeder Gruppe in Scheinfeld und Markt Bibart“, resümiert sie. „Ich habe das geliebt.“

Nun freut sie sich auf neue Herausforderungen. „Ich wechsele jetzt von den Jungen zu den Junggebliebenen“, sagt sie. Themen wie Tod, Sterben, Leid und Freude liegen nun – verbunden mit den neuen Prioritäten – eng beieinander. Seelsorge ist da wichtig. Menschen geraten an ihre Grenzen, hadern vielleicht mit Gott und mit der Kirche. Für andere wird Gott dann wiederum wichtig. „Wenn es einem gut geht, spielt er für viele keine Rolle.“

Gesprächsangebote für Patienten und Personal

Die Hälfte ihrer Vollzeitstelle ist sie in der Klinikseelsorge in Neustadt aktiv und in der Betreuung der Seniorenzentren. Im Krankenhaus schaute sie Montag bereits vorbei, warf einen Blick in die dortigen Räumlichkeiten, lernte die Pflegedienstleitung kennen und stellte sich am Empfang vor. Von Pastoralreferentin Waltraud Seufert, die nun in den Ruhestand wechselt, wird sie die Klinik- und Seniorenheimseelsorge übernehmen. „Ich werde künftig Montag- und Donnerstagvormittag die Stationen besuchen und von Zimmer zu Zimmer gehen.“ Dann steht sie natürlich auch für Gespräche zur Verfügung – nicht nur für Patienten, sondern auch für Klinikmitarbeiter, die oft an der Belastungsgrenze sind.

Seelsorge bedeutet, sich Zeit zu nehmen, ins Gespräch zu kommen. sagt Friedel. Donnerstags sind alle Interessierten in der Klinik zum Gottesdienst eingeladen, der ab 18 Uhr in der Krankenhauskapelle gefeiert wird. Er wird jedoch auch in die Zimmer übertragen, so kann ihn jeder, der daran Interesse hat, von da aus verfolgen.

Ihr Aufgabenfeld umfasst darüber hinaus die Betreuung der Seniorenheime in der Pfarrei Neustadt und in den Filialgemeinden. Seniorenpastoral machte sie in ihrem bisherigen Tätigkeitsfeld noch nicht so viel. Hier muss sie sich noch etwas einarbeiten. Dies hat sie sich auch für „Tanzen im Sitzen“ vorgenommen. Dieses Angebot hatte bisher Waltraud Seufert gemacht. Für Friedel war es absolutes Neuland, aber da sie Musik liebt, hat sie keinerlei Berührungsängste: „Dieser Bereich liegt mir. Singen ist für mich beten“, betont sie. Mit Hilfe der Musik gewinne man schnell Zugang zu Menschen.

Mit zwölf Jahren in den Kirchenchor

Sie selbst begann als Zwölfjährige im Kirchenchor. „Da entstand die Liebe zur Kirchenmusik.“ Seit rund zehn Jahren leitet sie den Singkreis der fränkischen Tracht Scheinfeld, der die Fränkische Weihnacht veranstaltet. Zehn Proben und vier Auftritte im Jahr – das sei überschaubar und zeitlich gut mit ihrer Arbeit vereinbar, merkt Friedel an, die Jahrzehnte nebenberuflich als Organistin wirkte. Diese Aufgabe ruht nun erst einmal. Wie es sich als Hobby oder in Ausnahmefällen machen lässt, wird sich zeigen. Das Orgelspielen selbst jedoch gibt sie nicht auf. Es ist für sie ein Ausgleich, Entspannung. „Man kann in seine eigene Welt versinken“, schwärmt sie.

Das kann sie auch bei einem anderen Hobby, dem Schnorcheln. Das hat die 55-Jährige vor einigen Jahren für sich entdeckt. Dafür zieht es sie im Urlaub nach Ägypten – buchstäblich zum Abtauchen: „Wasser ist eh mein Element.“

Ihre Liebe gehört darüber hinaus motorisierten Zweirädern. So leiht sie sich schon mal gern die Harley des Sohnes aus, Sie selbst ist stolze Besitzerin eines orange-roten Vespa-Rollers . „Es ist ein 300er, er hat richtig Wums“, betont sie. Wenn das Wetter passt, fährt sie damit zur Arbeit.

Einführungsgottesdienst am 17. September

Bevor sie an der Fachakademie für Gemeindepastoral in Neuburg an der Donau mit 30 Jahren ein Studium der Gemeindepastoral und diesen beruflichen Weg begann, hatte sie bereits im kaufmännischen Bereich gearbeitet, sich aber immer schon ehrenamtlich in der Kirche – etwa im Pfarr- und Dekanatsrat – engagiert. Der Umstieg war die richtige Entscheidung, zieht sie Bilanz.

Am Sonntag 17. September, wird Jutta Friedel in einem um 10.30 Uhr in der katholischen Kirche in Neustadt beginnenden Gottesdienst offiziell in ihr Amt eingeführt, Waltraud Seufert wird dabei verabschiedet.

north