Das nahe an das Naturschutzgebiet Gaisweiher heranreichende Neubaugebiet Gaisfeld IV wurde im Vorfeld kontrovers diskutiert. Nun fiel mit dem offiziellen Spatenstich der Start für die Erschließung des zweiten Bauabschnitts. Auf 12,67 Hektar Fläche sollen über 70 Grundstücke bebaut werden.
Die Daten zum Projekt nannte Oberbürgermeister Christoph Hammer bei einem Pressetermin. Es gebe, wie er erläuterte, Bereiche für verdichtetes Bauen, zwei Sondergebiete, ein Mischgebiet und Flächen für zwei Großprojekte. Dazu können noch 56 Einfamilienhäuser und neun Doppelhäuser errichtet werden. Rund vier Millionen Euro brutto investiert die Stadt in die Erschließung, die im Sommer/Herbst kommenden Jahres abgeschlossen sein soll.
Wie der Rathauschef mitteilte, befinden sich die Flächen im Eigentum der Stadt. Man werde nun parallel zur Erschließung in die Vermarktung der Grundstücke einsteigen und die Interessenten anschreiben.
Der OB ging beim Spatenstich auf den Werdegang des zweiten Bauabschnittes von Gaisfeld IV ein. Die Amphibien seien der größte Gegner gewesen. Das Verfahren habe eine gewisse Zeit in Anspruch genommen. Die Regierung von Mittelfranken musste die erforderliche Änderung des Flächennutzungsplanes genehmigen.
Harald Großmüller vom Ingenieurbüro Härtfelder hat die Entwicklung der Gaisfeldsiedlung mit begleitet. Er dankte für das Vertrauen und die Zusammenarbeit.
Thema war die Erschließung auch in der Sitzung des Werkausschusses. Dort stellte der technische Leiter der Werke, Andreas Karl, die Planungen für ein Nahwärmenetz im Stil desjenigen im Bauabschnitt eins vor. Kalkuliert wurde für 110 Häuser. Damit liegen die Investitionskosten bei netto 2,6 Millionen Euro. Abzüglich der Baukostenzuschüsse sowie einer staatlichen Förderung verbleibe bei den Werken ein Eigenanteil in Höhe von rund 240.000 Euro.
Vorgesehen ist ein intelligentes System, bei dem in den jeweiligen Gebäuden Pufferspeicher installiert werden, die von den Dinkelsbühler Stadtwerken aufgeladen werden. Werkeleiter Andreas Karl wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass man bei der Energieerzeugung mittlerweile die Leistungsgrenze erreicht habe und eine Ertüchtigung des Heizwerkes erforderlich sei. Kurzfristig wolle man über einen zusätzlichen Gaskessel Spitzenlasten abdecken.
Zugestimmt hat der Werkausschuss, dass OB Hammer den Auftrag für die Wärmeleitungen vergeben darf. Die Kostenschätzung lag bei rund 723.500 Euro. Ebenfalls vergeben kann der Rathauschef die Trinkwasserleitung. Diese Arbeiten würden jetzt ausgeschrieben, so Karl. Eine erste Kostenschätzung habe eine Summe von zirka 300.000 Euro ergeben.
Ebenfalls einverstanden war das Gremium mit der Erneuerung des Blockheizkraftwerkes im Dinkelsbühler Hallenbad. Die Kostenschätzung ergab laut den Sitzungsunterlagen einen finanziellen Aufwand von 500.000 Euro für die technische Ausrüstung.