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Veröffentlicht am 31.12.2025 11:10

„Es war schwer, aber schön”: Betreiber übergeben das Café am Schloss in Ansbach

Was durch einen Zufall begonnen hat, hat sich mit der Zeit zu einer Erfolgsgeschichte entwickelt. Doch nach knapp 16 Jahren geben Simone und Jürgen Wolf die Verantwortung im Café am Schloss zum Jahreswechsel ab. Einen Nachfolger haben die beiden bereits gefunden. Am Charakter des Cafés soll sich dabei nichts ändern.

Wenn Jürgen Wolf an die Anfänge denkt, muss er ein bisschen schmunzeln. Denn als er 2009 die Räume am Eingang zur Ansbacher Neustadt gepachtet hat, war es nie der Plan, hier ein Café zu betreiben. Eigentlich sollte in den Räumlichkeiten ein Ausstellungsbereich für seine Baufirma entstehen.

Ein fester Bestandteil des Stadtbildes

Doch als seine Frau die Räume gesehen hat, meinte sie, „eigentlich wäre es cool, hier ein Café reinzumachen”, blickt Wolf zurück. „Und dann waren wir eine Kaffeemaschine kaufen”, erzählt er und lacht. Doch, dass die Wolfs das Café, der Name „Café am Schloss” war übrigens die Idee von Jürgen Wolfs Frau, knapp 16 Jahre betreiben, war zu Beginn nicht abzusehen. Die ersten Jahre „sei es nicht gelaufen”.

Erst als der kleine Gastrobetrieb um den Raum mit den großen Fenstern und dem markanten Spiegel vergrößert wurde, drehte sich der Wind. Danach sei es nur noch nach oben gegangen. Mittlerweile ist das Café ein fester Bestandteil des Stadtbildes und eine schöne Begegnungsstätte. „Es ist hier, als wenn man in ein Wohnzimmer kommt.” Was Jürgen Wolf meint: Man kennt sich, man hält ein kurzes Schwätzchen, man ist unter Freunden.

„Es hat sich genauso entwickelt, wie ich es am Anfang gerne gehabt hätte”, blickt Jürgen Wolf zurück. „Aber das Café war immer meine Frau.” Keine Sekunde der vergangenen fast 16 Jahre wollen beide missen. „Es war schwer, aber es war schön.” Doch diese Zeit geht mit dem 31. Dezember zu Ende. Die Wolfs ziehen sich aus dem Café am Schloss zurück, geben den Betrieb in jüngere Hände.

Ein Zufall hilft bei der Nachfolger-Suche

„Ich werde nicht jünger”, sagt Jürgen Wolf. „Ich habe meinen Job, meine Stadt, mein Ehrenamt. Das möchte ich eigentlich nicht aufgeben.” Auf der anderen Seite ist es die Gesundheit seiner Frau, die zu diesem Entschluss geführt hat. „Ich will, dass es ihr besser geht.” Die Entscheidung haben sich beide nicht leicht gemacht – im Gegenteil. „Das war extrem schwer”, macht Jürgen Wolf deutlich. „Für mich ist es auch jetzt noch schwer, ich hänge immer noch daran.”

Vor allem aber ist es den Wolfs wichtig, dass das Café weiterhin ein fester Bestandteil in der Stadt bleibt. Einen Nachfolger gibt es mit dem 20-jährigen Timo Wilhelm bereits. „Wir machen einen Generationenwechsel”, so Jürgen Wolf. Beide kennen sich durch die Arbeit von Wilhelm in der Gastronomie, sind so irgendwann ins Gespräch gekommen.

Dabei zeigte sich, dass der 20-Jährige nach einem leeren Laden suchte, um sich etwas aufzubauen. „Ich war schon immer der Typ, der sich etwas aufbauen will, wo ich Lust und Spaß daran habe”, erklärt er. „Nur dann kann ich das mit 100 Prozent machen und mit Hingabe.” Wolf hat Wilhelm in der Folge gezeigt, was es bedeutet, ein eigenes Geschäft zu führen, welche Prozesse vor allem im Hintergrund ablaufen, wovon die Gäste gar nichts mitbekommen.

Je länger und intensiver beide darüber gesprochen wurde, desto klarer wurde auf beiden Seiten, dass man zusammenkommen kann. „Mich hat bestärkt, dass er in die Tiefe gegangen ist und sich für alles interessiert hat, was mit dem Café zu tun hat”, berichtet Jürgen Wolf.

Der Wohlfühlfaktor soll erhalten bleiben

Was mit einem Zufall begann, endet damit, dass zum Jahreswechsel der Generationenwechsel von Simone und Jürgen Wolf hin zu Timo Wilhelm erfolgt. Der 20-Jährige übernimmt auch das bestehende Team und will das Café so weiterführen, wie es bisher geführt wird. „Ich möchte, dass dieser Wohlfühlfaktor bleibt”, sagt der Nachfolger.

Auf sich alleine gestellt ist Wilhelm nicht. Jürgen Wolf behält sein Büro im Hintergrund, wird auch in Zukunft oft genug im Café am Schloss anzutreffen sein. Wo immer es geht, wird Jürgen Wolf mit Rat und Tat zur Seite stehen, dessen ist sich auch Wilhelm bewusst. „Wenn ich mal was nicht richtig mache, wird mich der Jürgen wieder in die richtige Spur bringen”, so der 20-Jährige. „Es wird sein Wohnzimmer, unser Wohnzimmer bleiben.”

„Das Café soll ein fester Bestandteil der Stadt bleiben”: Jürgen Wolf (links) ist überzeugt, dass er dafür mit Timo Wilhelm den richtigen Nachfolger gefunden hat. (Foto: Florian Schwab)
„Das Café soll ein fester Bestandteil der Stadt bleiben”: Jürgen Wolf (links) ist überzeugt, dass er dafür mit Timo Wilhelm den richtigen Nachfolger gefunden hat. (Foto: Florian Schwab)
„Das Café soll ein fester Bestandteil der Stadt bleiben”: Jürgen Wolf (links) ist überzeugt, dass er dafür mit Timo Wilhelm den richtigen Nachfolger gefunden hat. (Foto: Florian Schwab)

Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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