Ex-CDUler Polenz in Bad Windsheim und Uffenheim: Demokratie kindgerecht erklärt | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 31.03.2026 10:10

Ex-CDUler Polenz in Bad Windsheim und Uffenheim: Demokratie kindgerecht erklärt

Barbara Sauer und Ruprecht Polenz (rechts) gaben beim von Ulrich Herz (Mitte) moderierten Elternabend viele wertvolle Tipps, wie man Kindern die Demokratie näherbringen kann. (Foto: Helmut Meixner)
Barbara Sauer und Ruprecht Polenz (rechts) gaben beim von Ulrich Herz (Mitte) moderierten Elternabend viele wertvolle Tipps, wie man Kindern die Demokratie näherbringen kann. (Foto: Helmut Meixner)
Barbara Sauer und Ruprecht Polenz (rechts) gaben beim von Ulrich Herz (Mitte) moderierten Elternabend viele wertvolle Tipps, wie man Kindern die Demokratie näherbringen kann. (Foto: Helmut Meixner)

Ruprecht Polenz, geboren 1946, ist vierfacher Vater, neunfacher Großvater und Jurist. Von 1994 bis 2013 saß er als Mitglied der CDU im Deutschen Bundestag, war für geraume Zeit CDU-Generalsekretär und ab 2005 zudem Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Nun war er in Bad Windsheim und Uffenheim zu Gast.

In der Fabel „Wer bestimmt auf unserem Bauernhof“ unternimmt der Münsteraner den erfolgreichen Versuch, die Grundprinzipien der Demokratie, wie Gleichberechtigung und Mitbestimmung, näherzubringen. Gleichzeitig zeigt der Autor jedoch auch auf, wie wichtig es ist, aus den Erfahrungen von Zeitzeugen zu lernen.

„Demokratie, das klingt für viele erst einmal nach großen Debatten, etwa im Deutschen Bundestag, und komplizierten Gesetzestexten“, merkte Schulleiterin Andrea Zander an, als sie Polenz zu einem, unter der Überschrift „Demokratieerziehung – Wie geht das?“, stehenden Elternabend im Musiksaal der Bad Windsheimer Pastorius-Grundschule willkommen hieß. Ein ähnlicher Abend fand zudem in der Uffenheimer Grund- und Mittelschule statt.

Doch Hand aufs Herz, so die von Zander an die anwesenden Eltern und Pädagogen gestellte Frage: „Finden die Anfänge der Demokratie nicht eigentlich bereits woanders statt?” Genau mit diesem Alltag der Demokratie, einem durchaus komplexen, gleichwohl faszinierenden Thema, setzten sich der Autor des Werkes sowie die Demokratiebeauftragte für die Grund- und Mittelschulen im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, Barbara Sauer, im Verlauf des Abends gezielt auseinander.

Politische Themen anschaulich erklärt

In seinem Kinderbuch gelingt dem ehemaligen Bundestagsabgeordneten ein bemerkenswerter Brückenschlag zwischen politischer Bildung und einem kindgerechten Erzählformat. Die Geschichte beginnt mit einem Umbruch: Der Bauer ist verstorben und die Tiere auf dem Hof feiern ihre zunächst gewonnene Freiheit. Die Euphorie währt nur kurze Zeit. Schneller als angenommen, bricht auf dem Hof das Chaos aus. Die Macht der Stärkeren gewinnt schnell die Oberhand, die Konflikte eskalieren. Mithilfe eines weisen Esels, begibt man sich auf die gemeinsame Suche nach einer Lösung für ein neues Miteinander auf dem Hof.

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Polenz gelingt dies in seinem Werk kindgerecht, zeitgemäß und ohne den erhobenen Zeigefinger. Er erklärt auf einfühlsame Weise, weshalb Regeln wichtig sind und warum es notwendig ist, die Stimmen der Schwächeren zu hören.

Eigenen Irrtum für möglich zu halten, sei die Grundlage eines konstruktiv-kontroversen Austauschs, schärfe das eigene Denken, und befähige, Wut- Erregungs- und Empörungswellen irgendwelcher Kampagnen oder in den sozialen Medien zu widerstehen, erklärte indes Max von Egidy, der den Abend in Uffenheim moderierte.

Demokratie ist kein Selbstläufer

Praxisbezogene Ratschläge und Anregungen, das Demokratiebewusstsein sowohl in der Schule als auch im privaten Umfeld zu fördern, sei es in der Familie oder im Vereinsleben, hatte Barbara Sauer im Gepäck. Wohlwissend, dass Demokratie kein Selbstläufer oder gar ein Geschenk ist, wies sie, bezugnehmend auf den Soziologen Oskar Negt, darauf hin, „dass es sich bei der Demokratie um die einzige Staatsform handelt, die gelernt werden muss“.

Genau hier spielen Familie, Kindertagestätten und die Schulen eine entscheidende Rolle. Demokratie beginnt im Alltag, am Esstisch, beim Spielen oder beim gemeinsamen Lernen. Das Fazit der Pädagogin: Kinder, die Demokratie erleben, lernen sich einzubringen, anstatt sich abzuwenden.

Mit Rechten von Kindern wird man sich im Sommer 2027, wie der Moderator des Abends, Ulrich Herz, informierte, auf einem „Weg der Kinderrechte“, der im Rahmen der Landesgartenschau im Bad Windsheimer Kurpark entstehen soll, thematisch auseinandersetzen können.

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