Das Landratsamt Ansbach setzt sich dafür ein, dass Schülerinnen und Schüler mit sozial-emotionalem Förderbedarf weiterhin im Förderzentrum St. Laurentius in Neuendettelsau unterrichtet werden.
„Eine verlässliche, wohnortnahe Beschulung” solle im bisherigen Schulgebäude unter Trägerschaft von Diakoneo erfolgen, erklärte Pressesprecher Fabian Hähnlein auf Anfrage der FLZ.
Der Landkreis Ansbach sei von Diakoneo über die angespannte Situation unterrichtet worden, bestätigte der Sprecher. Konkret über eine mögliche Schließung des Förderzentrums St. Laurentius in Neuendettelsau und deren Gründe sei dies im Oktober, also im laufenden Monat, der Fall gewesen.
Diese Nachricht habe „große Betroffenheit und auch großen Handlungsdruck” erzeugt. Denn sie betreffe viele Kinder und ihre Familien, die auf eine stabile schulische und emotionale Umgebung angewiesen sind, so die Stellungnahme der Behörde.
Das Förderzentrum St. Laurentius leiste seit vielen Jahren eine herausragende Arbeit für Kinder mit sozial-emotionalem Förderbedarf. „Eine Schließung könnte nicht durch andere Förderzentren im Landkreis Ansbach aufgefangen werden. Neben den zu großen Entfernungen dorthin gibt es dort keine freien Kapazitäten im notwendigen Maße”, stellte das Landratsamt klar.
Der große Einzugsbereich des Förderzentrums St. Laurentius in Neuendettelsau (unter anderem Heilsbronn, Neuendettelsau, Petersaurach, Sachsen bei Ansbach, Lichtenau, Wolframs-Eschenbach, Merkendorf und Windsbach) zeige, dass der Standort in Neuendettelsau erhalten bleiben sollte. Entsprechend befinde sich Diakoneo in der Verantwortung, als bisheriger Träger alles dafür zu tun, die Schulträgerschaft in Neuendettelsau fortzuführen.
Der Landkreis Ansbach unterstütze Diakoneo bei allen Bemühungen, die Schulträgerschaft zu erhalten. „Die Voraussetzungen dafür sind nicht so schlecht: Private Träger können sich bei einer notwendigen Generalsanierung des Schulgebäudes auf eine staatliche Förderung von 100 Prozent stützen. Die Kosten des laufenden Schulbetriebs werden ebenfalls überwiegend durch den Freistaat Bayern getragen. Am verbleibenden Betriebsdefizit hat sich der Landkreis Ansbach in der Vergangenheit mit 75 Prozent beteiligt. Dies sind gute Voraussetzungen, um die Zukunft des Förderzentrums zu sichern. Damit wäre es weiterhin möglich, für den Schulbetrieb sehr hohe staatliche Fördermittel zu erhalten”, ist Pressesprecher Hähnlein überzeugt.
Das Landratsamt Ansbach verwende sich derzeit beim Freistaat Bayern, um sicherzustellen, dass jedes Kind weiterhin die individuelle Förderung erhält, die es benötigt. Eine wohnortnahe Beschulung im vertrauten Umfeld sei der beste Weg, den betroffenen Kindern Stabilität und Perspektive zu geben.
Die Möglichkeit, alle Schüler mit sozial-emotionalem Förderbedarf kurzfristig an anderen Förderzentren in der Region unterzubringen, wird angesichts hoher Auslastung aktuell nicht gesehen, unabhängig von dem vorrangigen Ziel der weiteren Beschulung in Neuendettelsau. Der Landkreis Ansbach wird sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass die angestrebte Lösung gelingt – „im Interesse der Kinder, ihrer Familien und der vielen engagierten Lehr- und Betreuungskräfte, die sich täglich mit Herzblut für sie einsetzen”. Zudem sei die enge Einbeziehung der Gemeinde Neuendettelsau durch Diakoneo wichtig.