Frische Kräuter im Winter? So klappt's in der Wohnung | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 15.01.2026 00:06

Frische Kräuter im Winter? So klappt's in der Wohnung

Grüne Frische in der Küche: Im Winter lassen sich viele Kräuter auch in hellen Innenräumen erfolgreich anbauen. (Foto: GMH/dpa-tmn)
Grüne Frische in der Küche: Im Winter lassen sich viele Kräuter auch in hellen Innenräumen erfolgreich anbauen. (Foto: GMH/dpa-tmn)
Grüne Frische in der Küche: Im Winter lassen sich viele Kräuter auch in hellen Innenräumen erfolgreich anbauen. (Foto: GMH/dpa-tmn)

Petersilie, Schnittlauch und Co. bereichern selbstgemachte Gerichte mit ihrem frischen Aroma. Aber wenn der Frost kommt, kann man nur noch wenige Kräuter aus dem Garten ernten. Dann verlagert sich die Kräuteranzucht auf Balkon und Fensterbank.

Die Pflanzen dazu kauft man in der Gärtnerei. Die im Supermarkt angebotenen Pflanzen sind meist für den Direktverzehr - nicht für die Dauerkultur - gedacht. Die Herausforderung? Damit Kräuter auch in der Winterzeit gut wachsen und ihr volles Aroma entfalten können, muss man ihnen das richtige Klima bieten. Der Standort spielt dabei eine entscheidende Rolle.

Wo wachsen die Kräuter am besten?

„Wählen Sie ein Zimmer, wo es nicht zu warm ist“, rät Fabian Dittrich, Kräutergärtner aus Hilzingen. Wärme und Licht müssen für das Wachstum im richtigen Verhältnis stehen. Auf der Fensterbank im kuscheligen Wohnzimmer ist es zwar schön hell, aber für ein normales Wachstum dann doch zu warm - das Licht reicht nicht aus.

Bei solchen Bedingungen wachsen die Kräuter in Richtung Licht und bekommen lange Triebe mit weichen Blättern. Darunter leidet auch der Geschmack. „Im kühleren Zimmer passen Lichtstärke und Zimmertemperatur so zusammen, dass die Pflanzen langsam wachsen, ohne zu vergeilen“, so Fabian Dittrich.

Kräuterplätze in der Küche

Es ist praktisch, wenn die Kräuter direkt auf der Fensterbank in der Küche stehen. Allerdings ist diese Möglichkeit häufig in modernen Küchen nicht gegeben. Gibt es dort statt der klassischen Fensterbank bodentiefe Fenster, ist eine Aufhängung im Fenster eine gute Alternative.

Auf der Anrichte hingegen bekommen die aromatischen Pflanzen nur genügend Licht, wenn sie sich in unmittelbarer Nähe zum Fenster befindet. Andernfalls brauchen die grünen Töpfe eine spezielle Pflanzenleuchte, die für ausreichend Licht und damit ausreichend Stoffwechselaktivität sorgt.

Wohin mit welchen Kräutern?

Aber nicht alle Pflanzen sind in der temperierten Küche wirklich gut aufgehoben. Die mediterranen Kräuter wie Rosmarin, Salbei und Thymian bevorzugen kühle Plätze und brauchen viel Licht. Sie wären besser im wenig geheizten und hellen Schlafzimmer aufgehoben.

Wer einen Balkon hat, kann die Pflanzen dort aufstellen oder in einen Balkonkasten pflanzen. Das Klima ist in der Nähe des Hauses meist deutlich milder und perfekt für die Kräuter.

Für eine kühle Fensterbank empfiehlt der Kräutergärtner aus Hilzingen die Anzucht von Kresse, Rucola, Dill und Kerbel. Basilikum braucht dagegen viel Licht und Wärme. Oft überlebt die Pflanze, die das Aroma von Pesto und Caprese ausmacht, den Winter in der Wohnung nicht.

Wasser und Nährstoffe für Kräuter

Das Grüne Medienhaus rät, die Kräuter regelmäßig, aber sparsam zu gießen. Das kann man etwa in seine Morgenroutine integrieren: wenn man morgens Kaffee kocht, bekommen die Kräuter eine kleine Menge Wasser. Oder man taucht die Töpfe ein- bis zweimal in der Woche in handwarmes Wasser. 

Bevor man die Gefäße wieder in den Übertopf stellt, lässt man das überschüssige Wasser ablaufen. Wichtig: Die Wurzeln dürfen nicht nass stehen - sie faulen sonst leicht. Vor dem Gießen lohnt deshalb die Fingerprobe. Dabei steckt man einen Finger tief in die Erde und fühlt, ob das Substrat bis in die Tiefe wirklich trocken ist.

Eine weitere Empfehlung des Grünen Medienhauses lautet, die Töpfe täglich zu drehen, damit die Pflanzen einen gleichmäßigen Wuchs bekommen und nicht einseitig wachsen.

Kräuter benötigen grundsätzlich zum Wachsen nur wenige Nährstoffe. In der Winterzeit sollte man auf die Düngung verzichten und erst im März allmählich etwas Flüssigdünger mit dem Gießwasser geben. 

Aus dem Garten ins Haus 

Die frische Würze von Schnittlauch passt zu vielen Speisen. Fabian Dittrich empfiehlt Schnittlauch aus dem Garten in Töpfen vorzutreiben. Hat er im Garten ein paar Tage Frost bekommen, sticht man ein sich ein handtellergroßes Stück ab und pflanzt es in einen Topf.

Der Schnittlauch treibt im Topf schnell wieder aus und liefert dann frischen Schnittlauch für den Kräuterquark. Auch die Schlotten der Winterheckenzwiebel sind lecker und lassen sich gut vortreiben.

Standortwahl – wichtig für gesunde Kräuter

Treten an den Blättern klebrige Beläge, Läuse oder andere Schädlinge auf, so ist das ein Zeichen dafür, dass der Standort nicht optimal ist. Die Pflanzen werden schwächer und anfälliger. Am besten tauscht man die Kräuter aus, denn für einen guten Genuss taugen sie in diesem Moment nicht mehr. 

Mehrjährige Arten wie Schnittlauch, Rosmarin und Thymian können nach dem Winter ins Freie gepflanzt werden. Im Frühling treiben sie wieder gesund durch und das aromatische Blattwerk kann wieder verwendet werden. 

Kräuter richtig ernten und verwenden

Das Grüne Medienhaus empfiehlt, die Blätter von Petersilie und Schnittlauch erst kurz vor dem Essen zu pflücken und zu hacken, damit Vitamine und Mineralstoffe sowie das Aroma erhalten bleiben. Dabei werden die Triebe möglichst tief abgeschnitten, damit wieder neue Blätter wachsen können.

Andere Kräuter wie Majoran und Estragon sollten kurz mitgekocht werden, damit sie ihr Aroma entfalten. Schon kleine Mengen reichen meist aus.

© dpa-infocom, dpa:260114-930-546418/1


Von dpa
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