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Veröffentlicht am 20.07.2026 04:26

Ganzjährig ernten: Was auch im Sommer noch ins Beet kann

Auch im Hochsommer ist die Gartensaison noch lange nicht vorbei – viele Gemüsearten wie Mangold, Feldsalat oder Spinat können jetzt noch ins Beet. (Foto: Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn)
Auch im Hochsommer ist die Gartensaison noch lange nicht vorbei – viele Gemüsearten wie Mangold, Feldsalat oder Spinat können jetzt noch ins Beet. (Foto: Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn)
Auch im Hochsommer ist die Gartensaison noch lange nicht vorbei – viele Gemüsearten wie Mangold, Feldsalat oder Spinat können jetzt noch ins Beet. (Foto: Jens Kalaene/dpa/dpa-tmn)

Es ist Sommer – und einige Beete im Garten sind leer. Entweder weil noch keine Zeit war etwas anzubauen, oder weil die ersten Radieschen, Salate, Zuckererbsen und Co. schon abgeerntet sind. Und jetzt? Gibt es Gemüsesorten, die noch gepflanzt oder gesät werden können? Auf jeden Fall.

Sicherer, aber teurer als die Aussaat ist das Setzen von Jungpflanzen. Ausgenommen sind Wurzelgemüse, wie Radieschen oder Rettiche, die besser direkt gesät werden. Auch wenn es fürs Säen Richtung Herbst zu spät sein sollte, bieten sich gekaufte Pflänzchen an, falls Hobbygärtner ihre Beete nicht brach liegen lassen wollen.

Viele Kohlarten und Salate wachsen noch

Gesät werden können aber auch noch eine ganze Reihe von Arten, etwa Zuckererbsen und Buschbohnen mit kurzer Kulturdauer. Hier ist der Blick auf die spätesten Aussaattermine, die die Saatguthersteller angeben, entscheidend.

Schließlich bräuchten die Pflanzen vor dem ersten Frost genug Zeit, um Früchte bilden können, sagt Lutz Popp, Gartenbauwissenschaftler vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege. Feldsalat, Spinat und Mangold sowie Winterportulak, auch Postelein genannt, können sehr gut im Juli oder August gesät werden. 

Das gilt auch für viele Vertreter der großen Pflanzenfamilie der Kreuzblütler. Dazu zählen Kohlarten, wie Brokkoli oder Blumenkohl sowie Asia-Salate, Pak Choi, aber auch Radieschen und Rettiche. „Sie füllen die Herbst-, Winterlücke im Garten. Da diese Familie so artenreich ist, kann es passieren, dass man sich Krankheiten und Schädlinge anzieht, die Kreuzblütler befallen“, sagt Lutz Popp.

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Generell empfehlen Fachleute, Arten aus einer Pflanzenfamilie nicht nacheinander auf dem gleichen Beet anzubauen. Grund dafür sind etwa Wurzelausscheidungen mancher Arten, sowie Krankheitserreger im Boden. Wuchsen auf einem Beet im Frühling etwa Radieschen, sind Kohlarten als Sommersaat folglich nicht so geeignet.

Gewisse Gelassenheit bei Fruchtfolge 

Lässt sich die Fruchtfolge wegen des begrenzten Platzes nicht einhalten, findet Lutz Popp eine gewisse Gelassenheit angebracht. Ein Erdfloh könne im vergleichsweise kleinen Hausgarten ohnehin problemlos von einem Beet zum nächsten wechseln. Deshalb empfiehlt er, Kreuzblütler schon bei der Aussaat oder Pflanzung mit Schutznetzen gegen Kohlfliege, Erdfloh und Co. abzudecken. Die Maschenweite sollte 0,8 Millimeter betragen.

Gegen die Krankheit Kohlhernie rät Popp, die Beete zu kalken, da die auslösenden Schleimpilze sich bei hohen pH-Werten im Boden nicht wohlfühlen. Lassen Platzangebot und persönliche Vorlieben es zu, ist es aber sinnvoll als Sommerkulturen Angehörige einer anderen Pflanzenfamilie als bei der Frühlingsaussaat zu wählen. 

Im Falle der Radieschen würden sich etwa Feldsalat oder Postelein als Sommerkultur anbieten. „Postelein liefert den ganzen Winter über immer wieder Frisches - wenn es mild ist im Freiland, sonst im Gewächshaus“, sagt Gärtner und Agrarwissenschaftler Joachim Mayer, der ein Buch zum Thema „Klimagerecht gärtnern“ geschrieben hat.

Robust bei Hitze und Trockenheit 

Mit Blick auf die Sommerkulturen spielten dabei vor allem immer häufiger Phasen, in denen es „knallheiß und furztrocken“ ist, eine Rolle, so Mayer. Deshalb werde im Sommer vermehrt der Anbau von Gemüse mit relativ geringem Wasserverbrauch empfohlen. 

Dazu zählen unter anderem Rote Bete, Radieschen, Rettiche, Mangold, Asia-Salate, Rucola, Topinambur oder Schnittlauch. „Als wahre Trockenheits-Kings werden mittlerweile Kichererbsen und Linsen gefeiert. Die vertragen allerdings Dauer- und Starkregen besonders schlecht.“ 

Die Saaten und Pflänzchen gleichmäßig feucht zu halten, ist natürlich ratsam. Besonders, weil ausgetrocknete Böden Wasser schlecht aufnehmen. „Außerdem führen Hitze und Trockenheit dazu, dass Humus abgebaut wird“, erklärt Joachim Mayer. 

Um den Humusgehalt des Bodens zu bewahren und zu fördern, empfiehlt er generell eine gute Versorgung mit Kompost sowie Gründüngung in den Fruchtwechsel einzubeziehen. Einige Gründünge-Pflanzen helfen auch gegen Schädlinge. Tagetes oder Ringelblume etwa bekämpfen Nematoden im Boden. 

Dünn und mit Abstand mulchen 

Um Feuchtigkeit im Boden zu halten, bietet es sich an zu mulchen. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Material, etwa Grasschnitt, nur dünn ausgebracht wird und Jungpflänzchen nicht zu nahe kommt, so Mayer. Sonst könnten deren Stängel anfangen zu faulen, wenn sich das Mulchmaterial zersetzt.

Bei Problemen mit Schnecken rät er zu Miscanthus-Mulch, der die gefräßigen Schleimer weniger anziehen soll. Fruchtfolge beachten, alle Pflänzchen gleichmäßig feucht halten, tierische Schädlinge, wenn nötig, mit Schutznetz fernhalten: Dann sollte es mit dem frischen Gemüse aus dem Garten auch im Herbst klappen.

Aber was, wenn der erste Frost naht? Muss jetzt alles schnell abgeerntet werden? „Nein. Radieschen, Rettiche, Zuckererbsen und Bohnen sollten dann aus dem Beet geholt werden, aber viele Arten dürfen stehenbleiben. Feldsalat, Postelein und Asia-Salate etwa überleben unsere Winter eigentlich“, sagt Lutz Popp.

Sollten schwere Fröste angesagt sein und kein isolierender Schnee liegen, empfiehlt er, die Pflanzen mit einem Vlies abzudecken. „Damit kann man einiges retten. Spinat und Mangold treiben im Frühjahr häufig wieder aus.“ So gibt es frisches Gemüse aus dem eigenen Garten (fast) das ganze Jahr.

© dpa-infocom, dpa:260720-930-409542/1


Von dpa
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