Geburtstagsparty mit turbulentem Nachspiel in der Theaterscheune von Oestheim | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 22.02.2026 18:01

Geburtstagsparty mit turbulentem Nachspiel in der Theaterscheune von Oestheim

Was tun? Die Männer sind in Erklärungsnöten. Und dass die Erinnerung an die Ereignisse des Vorabends getrübt ist, erschwert ein planmäßiges Vorgehen. (Foto: Margit Schwandt)
Was tun? Die Männer sind in Erklärungsnöten. Und dass die Erinnerung an die Ereignisse des Vorabends getrübt ist, erschwert ein planmäßiges Vorgehen. (Foto: Margit Schwandt)
Was tun? Die Männer sind in Erklärungsnöten. Und dass die Erinnerung an die Ereignisse des Vorabends getrübt ist, erschwert ein planmäßiges Vorgehen. (Foto: Margit Schwandt)

Einmal im Jahr verwandelt sich die Hornung’sche Scheune in Oestheim in ein Theater mit Brettern, die die Welt bedeuten. Das Begrüßungsteam mit Katharina Rohn, Theresa Leidig, Hannes Ringler und Noah Leidig stammt aus der Jugendtheatergruppe. Es eröffnete den Abend mit einem originellen Szenario.

So sinnierten die Vier locker-launig darüber, wie sie die Gäste verköstigen möchten: mit Fisch- und Fleischküchle-Wecken und viel Sekt. Doch der Blick in die Kasse ist ernüchternd. Das Fazit: Ideen gibt es viele, Geld gibt es keines. Und trotzdem wird die Aufführung ein Erfolg werden. Der tolle Zusammenhalt macht es möglich.

Regionalherkunft schützt nicht vor bösen Folgen

Im Dreiakter mit dem Titel „Tanzcafé Edelweiß”, der dem Publikum danach präsentiert wurde, geht es um runde Geburtstage, die Lebensabschnitte markieren. Deshalb feiert Hardy (Benjamin Demmert) seinen Vierzigsten mit seinen Freunden Andi (Markus Gaymann), Hanna (Nina Rieß), Mona (Tina Hollenbach), Kathy (Theresa Dombacher) und Hans (Jan Land), Babsi (Nicole Köhnert) und Tom (Daniel Demmert).

Natürlich sind die zubereiteten Speisen regionaler Herkunft, insbesondere die Pilze hat er selbst gesammelt und zubereitet. Der nächste Tag steckt voller Überraschungen. Und so richtig erinnern kann sich niemand mehr an den Vorabend. Babsis Haare sind grün und Hannas Mund ist rot verschmiert. Tom hat Flecken im Gesicht. Ob daran wohl die Pilze schuld sind?

Ein Erpresserbrief kommt ins Spiel

Für ein wenig Ordnung sorgt die Barkeeperin Madame Lou-Lou (Nathalie Becher), denn die ganze Truppe war in der Disco von Prole-Paule (Max Rohn) und „hat Ramba-Zamba gemacht“. Die Geburtstagstruppe kann gar nicht glauben, was sich dort alles ereignet haben soll. Mona betritt die Bühne – im Brautkleid. Warum sie das wohl anhat? Sie hat selbst keine Ahnung. Und oh Schreck: Hans ist verschwunden und Kathy weint sich die Augen aus.

Schließlich findet die Truppe einen Erpresserbrief von Prolo-Paule. Er hat Hans gekidnappt, lässt ihn Kartoffeln schälen und will ihn erst freilassen, wenn er seinen Geldkoffer wieder hat. Viele witzige Wandlungen und Verwirrungen nimmt das Stück, bevor sich schließlich alle im Tanzcafé Edelweiß treffen.

Alle sieben Vorführungen in der Theaterscheune sind schon lange ausverkauft. Auf die Zuschauer wartet eine äußerst gelungene Inszenierung des aus der Feder von Jasmin Leuthe stammenden Dreiakters „Tanzcafé Edelweiß“. Die jungen Schauspielerinnen und Schauspieler sind äußerst motiviert, transportieren die Handlung sprachlich im schönsten Oestheimerisch.

Komplettumbau vor dem letzten Akt

Die Kostüme sind ihnen auf den Leib geschneidert, und sie sind toll geschminkt und gestylt. Die einstudierten Tanzeinlagen sind großartig. Für den dritten Akt wird die Bühne komplett umgebaut. Alles, was für die Bühnenausstattung gebraucht wurde, konnte vor Ort beschafft werden, so Regisseur Harald Hornung. Dazu gehört das Interieur mit Kanapee, Esstisch und Wohnzimmerschrank nebst passenden Tapeten.

Seit 25 Jahren stellt er die Theaterscheune zur Verfügung. Vorher hatten die Aufführungen zehn Jahre lang im Kindergarten und davor vier Jahrzehnte im Gasthof Wildermann stattgefunden. Dass „seine Scheune“ für wenige Wochen im Jahr zur Theaterscheune wurde, ist einem geplanten Freiluftkonzert des Gesangvereins zu verdanken, bei dem sich Regen angesagt hatte. Die Scheune war damals im fortgeschrittenen Rohbau und bot genau den richtigen Rahmen für das Konzert.

Alle Mitwirkenden, die sich im Rahmen der Theateraufführungen engagieren, sind ehrenamtlich tätig. Sie werden von der Theatergruppe und dem Männergesangverein Oestheim tatkräftig unterstützt.

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