Das komplett sanierte Gemeindezentrum von St. Johannis ist nun auch offiziell eingeweiht worden. Mit einem Gottesdienst und einem Festakt wurde es am Sonntag seiner Bestimmung übergeben.
Genutzt wurde es ohnehin bereits seit November. Doch weil die Renovierung ein bisschen hinter dem Zeitplan hing, schien es allen Verantwortlichen die schönere Lösung, die offizielle Eröffnung ins Frühjahr zu verlegen. Nun war es soweit.
Die beiden Gebäude an der Schaitbergerstraße, direkt hinter der Johanniskirche und neben dem Markgrafenmuseum, stammen aus dem 18. Jahrhundert. Sie sind in rund eineinhalb Jahren für 1,8 Millionen Euro modernisiert worden. Bei den Finanzen gab es eine Punktlandung, die nur unwesentlich von der Kalkulation abwich, wie Oliver Englert, der geschäftsführende Pfarrer der Innenstadtpfarreien, gegenüber der FLZ erklärte. Und das trotz der unerwarteten Dinge, die in einem historischen Bau eben typisch sind.
Architektin Regine Bort von Dotterweich-Bort Architekten aus Nürnberg hat ein helles und freundliches, komplett barrierefreies Ambiente geschaffen. Das neu gestaltete Gemeindezentrum wurde bereits für die Architektouren ausgewählt, eine jährliche Veranstaltungsreihe, bei der besonders gelungene Bauprojekte vorgestellt werden. Der Termin wird Ende Juni sein.
Mit dem vergrößerten Saal, in den nun 110 Personen passen, hat die Kirche einen geeigneten Raum für Veranstaltungen aller Art in zentraler Lage. Er kann getrost als Herzstück des neuen Gemeindezentrums bezeichnet werden. Eine großflächige Glasfront gewährt den Blick auf die Stadtmauer und sorgt für viel Licht.
Ein wenig Sorgen bereiteten den Planern die hohen Decken. Sie fürchteten Akustikprobleme. Doch kantige Elemente an der Decke sorgen nicht nur für klare optische Strukturen, sondern auch für eine bessere Sprachverständlichkeit. Hörschleifen im Boden machen es Menschen mit Hörgeräten einfacher. Im Winter, wenn es richtig kalt ist, können im Saal auch Gottesdienste gefeiert werden.
Vor allem die Kirchenmusik nutzt das Gemeindezentrum bereits intensiv und gerne, auch CVJM und Kirchenjugend sorgen wieder für Leben im Haus. Nun sollen die letzten Lücken im Belegungsplan sukzessive geschlossen werden.
Die Ausstattung ist bis ins Detail durchdacht. Tische und Stühle können elegant in Wandschränken verschwinden. Die Küche bietet genug Platz, um auch eine größere Gesellschaft mit Kaffee und Kuchen versorgen zu können.
In seiner Predigt zur Eröffnung stellte Pfarrer Englert fest, dass Gemeindehäuser eigentlich ein „Ausdruck einer Krise in der Gemeinde“ seien. Denn entstanden seien sie als Antwort auf jene Kirchenmitglieder, die Ende des 19. Jahrhunderts nicht mehr in die eigentlichen Gotteshäuser kamen. Die evangelische Kirche kopierte Vereins- und Gewerkschaftshäuser und schuf die Gemeindehäuser, die heute selbstverständlich seien.
Er hofft, dass das renovierte Gemeindezentrum zu einem „Ort der Begegnung für alle Menschen“ wird. Mit dem inklusiven Ansatz in sämtlichen Bereichen hätten die Planer hierfür die Voraussetzungen geschaffen. Wichtig war es dem Pfarrer zudem, darauf hinzuweisen, dass das Gemeindezentrum St. Johannis auch einen Ort des Gebets darstellt. Denn im Gebet entstehe eine Gemeinschaft, die über die eigenen vier Wände hinausreicht.