Gerhard Gundacker als Helfer gefragt: „Ich mach’ es halt gern“ | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 03.05.2023 12:11

Gerhard Gundacker als Helfer gefragt: „Ich mach’ es halt gern“

Gerhard Gundacker in „seiner“ Rangauhalle, die sich auch nach 25 Jahren noch in einem sehr respektablen Zustand präsentiert. (Foto: Ulli Ganter)
Gerhard Gundacker in „seiner“ Rangauhalle, die sich auch nach 25 Jahren noch in einem sehr respektablen Zustand präsentiert. (Foto: Ulli Ganter)
Gerhard Gundacker in „seiner“ Rangauhalle, die sich auch nach 25 Jahren noch in einem sehr respektablen Zustand präsentiert. (Foto: Ulli Ganter)

Offiziell ist Gerhard Gundacker schon im Urlaub, bevor er in den Ruhestand eintritt. Doch am Dienstag stand er schon wieder im Foyer der Schule und half bei der Essensausgabe für die Ganztagskids. Er hält das für selbstverständlich: „Ich hatte ja gesagt: Wenn ihr mich mal braucht, bin ich weiterhin da“.

Und am Dienstag brannte es: Paula Stirners Kollegin war kurzfristig ausgefallen. Woher so schnell Ersatz nehmen? Gundacker springt ganz selbstverständlich auch bei dieser Tätigkeit ein, die wenig mit seinem ursprünglichen Hausmeisterjob zu tun hat. Er versucht, die Jungs und Mädchen von der Gemüsesoße zu überzeugen, die es heute zu den Nudeln gibt.

1990 kam er zur Gemeinde und ist ein bisschen stolz, dass er dort sehr viele Tätigkeiten kennengelernt hat. „Nur im Abwasserbereich war ich nie“. Aber auch den Wassermeister hat er mal vertreten, hat Rohrbrüche repariert und Zähler abgelesen.

In Vertretung des Hausmeisters für die Schule und das Bad nahm er Wasserproben, er reparierte kaputte Schubladen oder legte für große Mitarbeiter die Schreibtische höher: „Man muss halt handwerkliche a weng begabt sein und mal Ideen haben“.


Ich habe versucht, alles in einem guten Ton zu sagen.

Gerhard Gundacker

1990 kam er als Landmaschinenmechaniker in den Bauhof des Marktes. Ende 1996, die Rangauhalle war noch nicht ganz fertig, wechselte er dann an seinen neuen Wirkungsort. „Ich sage immer: ’meine Halle’. Ich kümmere mich um die Immobilien des Marktes, als ob sie meine wären“, grinst er. Das merkt man: Beim Betreten der Halle zeigt er auf den Boden: „Die ist jetzt 25 Jahre alt. Okay, im Eingangsbereich sind die Markierungen schon ein bisschen schwächer – aber sonst sieht man ihr ihr Alter nicht an.“

Er sei aber auch nach Veranstaltungen fast immer da gewesen. Anderen habe die Tätigkeit wegen dieser Wochenendeinsätze nicht getaugt, ihm hat es immer Spaß gemacht. Schon vor der Verantwortung für die Rangauhalle und andere Immobilien wurde er Gerätewart bei der Feuerwehr, was mal die Hälfte, mal ein Drittel seiner Wochenarbeitszeit von zuletzt 30 Stunden ausmacht. Er betreut die Kindergärten, die in Gemeindebesitz sind und mehrere Brunnen. Schließlich kam das Bürgerhaus noch dazu.

Prunksitzungen wurden zur Lieblingsveranstaltung

Seine Lieblingsveranstaltungen in der Rangauhalle seien die Prunksitzungen gewesen. „Dabei habe ich es eigentlich gar nicht so mit dem Fasching. Aber das hat auch von den Leuten her gepasst.“ In der Rangauhalle und im Bürgerhaus betreute er auch auftretende Künstler und versuchte, ihre Wünsche zu erfüllen. Manchmal musste er aber auch „Nein“ sagen. „Ich war schon immer direkt. Aber ich habe versucht, alles in einem guten Ton zu sagen.“

Auch bei der Arbeit mit der Kehrmaschine des Marktes machte sich die jahrelange Erfahrung bezahlt. Allein dafür habe er für seine Vertreter und seinen Nachfolger mehrere A3-Blätter schreiben müssen, um alle Wasserrinnen aufzuführen.

Er habe immer für die Bürger und Bürgerinnen da sein wollen. „Das wussten die auch. Sie haben mich auch am Abend und am Wochenende angerufen.“ Seine Nachfolge übernimmt Matthias Wittek, die Veranstaltungen betreut Thomas Wirth.

Feuerwehr als Hobby, Milchkühe als Nebenberuf

Gundackers Hobby ist die Feuerwehr. Ihr wird er weiterhin verbunden bleiben – als aktiver Feuerwehrmann mindestens noch bis 65, dem Alter, zu dem derzeit noch der aktive Dienst endet. Daheim hat der 64-Jährige nebenbei noch einen landwirtschaftlichen Betrieb mit 30 Milchkühen. 1998 baute er bereits einen Laufstall.

Weil er immer schon um 7 Uhr am Arbeitsplatz sein wollte, stand er da oft schon um halb fünf Uhr auf. „Künftig habe ich früh den Druck nicht mehr.“ Das, was er als gemütlichen Morgen bezeichnet, hat für die meisten allerdings mit Ausschlafen immer noch nichts zu tun. Aber für die Arbeit als Milchviehhalter gilt genau das Gleiche wie für die Arbeit bei der Gemeinde: „Ich mach es halt gern.“


Ulli Ganter
Ulli Ganter
Redakteurin
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