Das Große Haus im Theater Ansbach muss bis auf weiteres geschlossen bleiben. Im Bauausschuss des Stadtrates wurden am Montag erstmals die festgestellten Mängel in Sachen Brandschutz öffentlich gemacht. Eine kleine Lösung scheint möglich – allerdings zeichnet sich ab, dass die Behebung der Defizite einige Zeit in Anspruch nehmen könnte.
Am vergangenen Montag hatte die städtische Verwaltung mit Oberbürgermeister Thomas Deffner an der Spitze die Nutzung des Saales mit sofortiger Wirkung wegen gefährlicher Mängel im Brandschutz untersagt. Bei einer Routine-Kontrolle waren die baulichen Fehler in der Anfang der 2000er Jahre umgebauten städtischen Immobilie aufgefallen. Die Stadt stellte „dringenden Handlungsbedarf“ fest, weil „eine abweichende Bauausführung im Doppelboden unter dem Gestühl“ erkannt worden war.
Schon zu diesem frühen Zeitpunkt hatte die Stadt deutlich gemacht, dass das Große Haus „bis zur Behebung dieser Mängel“ nicht mehr genutzt werden kann. Eine Katastrophe aus Sicht der Theater-Verantwortlichen, schließlich finden im Großen Haus die attraktivsten Premieren statt, die für den meisten Zuschauerzuspruch und damit Einnahmen sorgen. Damit aber ist es „bis auf weiteres“ erst einmal vorbei, sämtliche Planungen sind notgedrungen auf Eis gelegt.
Die Miene von Theater-Intendant Axel Krauße, der im knapp vierstündigen öffentlichen Teil der Sitzung im Zuschauerbereich Platz genommen hatte, sollte sich im Laufe der Ausführungen von Hochbauamts-Chef Dr. Frank Simons nicht aufhellen. Im Gegenteil.
Der von der Stadt hinzugezogene Brandschutzgutachter fand bei der Begehung der sehr engen Räumlichkeiten unter der Bestuhlung nebst einem nur im Kriechgang zu bewältigenden Zugang gleich eine ganze Reihe von Mängeln. Dr. Simons listete in seinem Sachstandsbericht insgesamt acht Stellen auf, an denen nachgebessert werden muss.
„Besondere Gefahr“ sieht der Gutachter wegen der fehlenden feuerbeständigen Abschottung des Kriechgangs unterhalb des Zuschauerraumes. Ebenfalls beanstandet werden die Öffnungen in den Trennwänden des Doppelholzbodens, „da sind Löcher an diversen Stellen, wo keine sein sollten“, führte Dr. Simons aus. Der eingesetzte zweite Boden besteht nicht aus Beton, sondern entgegen der Planung und Genehmigung aus Holz.
Das wohl größte Manko aber stellen die Lüftungsschächte dar, sind dort bei dem Umbau des aus den 1920er Jahren stammenden Borkholder-Hauses doch elektrische Leitungen eingezogen worden. Der eine oder andere handwerklich begabte Stadtrat schüttelte nur mit dem Kopf.
„Die Maßnahmen an sich sind nicht aufwendig“, erklärte Dr. Simons auf die Frage nach Lösungsansätzen. „Aber es ist ein wenig fummelig, man muss das peu à peu abarbeiten.“ Ob die Nachrüstung und Sanierung im laufenden Betrieb geschehen kann, ließ der Hochbauamts-Chef offen. „Diverse Teile müssen ausgebaut werden“, deutete er aufgrund der räumlichen Enge im Großen Haus schon einmal an. „Wenn wir eine Lösung haben, kriegen wir das im Laufe des Jahres hin.“
Im nächsten Bauausschuss wisse man dann sicher mehr. Der ist für den 11. März terminiert. Auf den Intendanten warten also Wochen des Bangens. „Je früher Gewissheit, desto besser“, kommentierte Krauße pragmatisch.