Drei Tage Party, 25 Jahre zu feiern. Der Kulturverein Heilsbronn veranstaltete kürzlich ein Open Air im Abtsgarten anlässlich seines Jubiläums. Die Ehrenamtlichen bieten das Jahr über ein großes Angebot. Doch wer und was verbirgt sich eigentlich dahinter?
Seit sie acht Jahre alt ist, ist Vorsitzende Pia Ammon Mitglied im Kulturverein Heilsbronn. Das ist genauso lange, wie der Verein überhaupt besteht. Vielen Heilsbronnern geht es genauso, erzählt die 33-Jährige im Gespräch. Sie sind dem Verein seit ihrer Kindheit treu. „Weil es uns Spaß macht und den Leuten Spaß macht.”
Von Rock-Nacht, Lesungen, Kabarett und Theater über DJ-Abende: Gemeinsam stemmen sie jedes Jahr sechs bis sieben Veranstaltungen. „Wir versuchen immer, alles abzudecken.” Darüber hinaus wirkt der Verein bei zusätzlichen Veranstaltungen mit, wie dem Grünen Markt oder dem Weihnachtsmarkt. Es sei wichtig, Präsenz zu zeigen.
„Ich glaube, dass der Kulturverein in Heilsbronn einen wahnsinnigen Mehrwert bringt”, sagt die Vorsitzende. Doch seit einigen Jahren sei es nicht mehr so leicht, ein großes Publikum zu gewinnen. „Es wird immer schwieriger, weil immer mehr angeboten wird. Früher waren wir als Kulturverein die einzigen.” Ammon hat das Gefühl, die Menschen geben nicht mehr gerne Geld für Eintritte aus und gehen am Wochenende seltener weg – beziehungsweise können es sich nicht mehr leisten. Ohne Eintrittsgelder ginge es aber nicht: „Die Bands und alles sind wahnsinnig teuer geworden”, sagt sie.
Seinem Ruf, eher für ältere Menschen zu sein, dem trotzt der Verein. „Im Endeffekt ist unser Ziel, alle Altersgruppen zu erreichen, deswegen machen wir auch einmal eine DJ-Night oder Faschingsparty.”
Um junge Menschen zu ködern, ist der Verein auch in den sozialen Netzwerken kreativ geworden. Er sprang auf den Conni-Trend auf. Conni, das junge blonde Mädchen aus den Büchern, begleitete eine ganze Generation in der Kindheit. „Conni und der neue Lehrer”, „Conni geht aufs Töpfchen”, „Conni bekommt eine Katze”. Und jetzt geht Conni eben in den Abtsgarten. Sie wird erwachsen. Damit sich Conni nicht verläuft, laufen zwei Mönche in einem Video den Weg bis dorthin ab. Bereits 10.000 Mal wurde das Video aufgerufen.
Die Ehrenamtlichen stecken viel Herzblut in ihre Veranstaltungen und machen ihre Arbeit gerne. Sei es beim Aufbauen der Bühne und des Zelts, oder dem leidenschaftlichen Dekorieren der Veranstaltungsorte. „Das Ambiente bei unseren Veranstaltungen ist auch etwas, was immer gelobt wird.”
Die Tage vor einer Veranstaltung, wie dem Open Air im Abtsgarten, sind „sehr zeitintensiv” und erfordern eine gute Zusammenarbeit. Früher hat der Kulturverein „ganz anders gelebt von Ehrenamtlichen”, erzählt die 33-Jährige. Etwa 230 Personen sind aktuell Mitglied, doch nicht alle sind aktiv. Ammon schätzt sich glücklich: „Ich habe halt auch ein wahnsinnig gutes Team”. Jeder hat seine festen Aufgaben. „Das erleichtert mir einiges”, sagt sie. Und: „Es ist ein total schönes, liebevolles und freundschaftliches Vereinsleben.”