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Veröffentlicht am 03.08.2026 09:13, aktualisiert am 03.08.2026 14:06

Hoffnung auf Iran-Gespräche treibt Dax über 26.000 Punkte

Der deutsche Börsen-Leitindex hat erstmals die Marke der 26.000 Punkte geknackt.  (Foto: Andreas Arnold/dpa)
Der deutsche Börsen-Leitindex hat erstmals die Marke der 26.000 Punkte geknackt. (Foto: Andreas Arnold/dpa)
Der deutsche Börsen-Leitindex hat erstmals die Marke der 26.000 Punkte geknackt. (Foto: Andreas Arnold/dpa)

Die Hoffnung auf eine Annäherung der Kriegsparteien USA und Iran hat den Dax erstmals über die 26.000 Punkte getrieben. Der deutsche Leitindex stieg am Montagvormittag knapp über diese Marke. Bereits kurz nach Handelsauftakt hatte der Dax das Anfang Juli erreichte Rekordhoch von 25.900,10 Punkten überschritten. Am Mittag pendelte der Index um die 26.000 Punkte.

„Innerhalb von nur drei Wochen hat der deutsche Leitindex mehr als 1.300 Punkte gutgemacht. Den unmittelbaren Impuls liefert die geopolitische Entspannung“, sagte Birgit Henseler, Senior Analystin bei der DZ Bank. „Eine große Rolle spielt auch die Berichtssaison zum zweiten Quartal, die in den USA und in Europa bislang besser verläuft als erwartet.“

Dem Dax komme zudem seine Zusammensetzung zugute. Durch seinen Schwerpunkt unter anderem auf Industrie- und Finanzwerte sei der Index von der aktuellen Diskussion über eine mögliche KI-Blase weniger stark betroffen als reine Tech-Indizes. 

Angriff abgesagt: Trump kündigt neue Gespräche mit Iran an

Nachdem US-Präsident Donald Trump am Wochenende neue Gespräche mit dem Iran angekündigt und gleichzeitig einen Großangriff abgesagt hatte, gaben die Ölpreise zum Wochenauftakt kräftig nach. Dadurch schwinden Inflationsängste und auch Sorgen vor steigenden Leitzinsen. Ein Barrel (159 Liter) der Referenzsorte Brent zur Lieferung im Oktober kostete am Montagmorgen etwas über 83 US-Dollar, also knapp 7 Prozent weniger.

Zuvor hatte Trump den seinen Worten nach größten Angriff des US-Militärs „seit dem Zweiten Weltkrieg“ vorerst abgesagt, um neuen Verhandlungen mit dem Iran eine Chance zu geben.

Die Gespräche sollen am Montagnachmittag stattfinden, wie Trump ankündigte. Es blieb zunächst unklar, wo die Verhandlungen geführt werden sollen, wie lange sie dauern dürften und wer genau daran beteiligt sein wird. Aus dem Iran gab es in der Nacht zunächst keine Bestätigung für geplante Gespräche. 

Besondere Bedeutung bei den Verhandlungen dürfte eine Regelung zur Öffnung der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr haben. Zudem soll auch das umstrittene Atomprogramm des Irans Gegenstand der Gespräche sein. Die beiden Themenkomplexe dominierten auch schon vorherige Verhandlungsrunden, die in Pakistan und der Schweiz stattfanden. 

Ein perspektivisch sinkender Ölpreis begünstigt laut Jochen Stanzl von der Consorsbank die zyklische und energieabhängige Industrie im Dax. „Allerdings dürfte die geopolitische Situation weiterhin fragil bleiben. Viele wichtige Fragen im Irankonflikt sind ungeklärt. Die Anleger sind dennoch zuversichtlich, aber von Euphorie ist keine Spur“, sagte der Marktanalyst.

Die jüngsten Entspannungssignale im Nahost-Konflikt beflügelten am Montag vor allem den Reisesektor. Die Anteilsscheine des Touristikkonzerns Tui kletterten auf den höchsten Stand seit Ende Februar und legten um 4,6 Prozent zu. Die Titel der Fluggesellschaft Lufthansa gewannen 2,7 Prozent.

Gut laufende Berichtssaison

Überwiegend gute Quartalszahlen von Unternehmen sowie die jüngste Erholung im weltweiten Technologiesektor - vor allem bei KI-Werten - hatten dem Dax bereits Ende vergangener Woche Auftrieb gegeben, bis zum Rekordhoch hatten weniger als zehn Punkte gefehlt, ehe ihm die Puste ausging.

Aktien-Stratege Mislav Matejka von JPMorgan hob die bisher gut laufende Berichtssaison auf beiden Seiten des Atlantiks positiv hervor. Das Gewinnwachstum sei besser als am Markt erwartet. Alle Sektoren in den USA und fast alle in Europa zeigten ein im Vergleich zum Vorjahresquartal höheres Wachstum beim Ergebnis je Aktie.

Technologiewerte legen spürbar zu

Wie in den USA und Asien legten auch hierzulande vor allem Technologieaktien wieder spürbar zu, wobei besonders auf starke Vorgaben von US-Technologiegiganten verwiesen wurde. Starke Zahlen großer Technologieunternehmen hatten zuletzt das Vertrauen in die gewaltigen Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) wieder gestärkt.

Erst jüngst hatten Microsoft und dann auch Amazon mit ihren Quartalsberichten überzeugt. In Asien legten zum Wochenstart die Indizes nach der Rally am Freitag allerdings wieder den Rückwärtsgang ein.

Die Aktien der Deutschen Telekom präsentierten sich mit einem Kursgewinn von 3,7 Prozent sehr fest. Händler verwiesen auf einen Bericht des US-Nachrichtenportals Semafor, wonach die US-Telekom-Tochter T-Mobile US die Pläne für eine mögliche Fusion mit der Telekom nicht länger unterstützen will. Ein solcher Deal sei am Markt wiederholt auf Ablehnung gestoßen, insofern sei die Nachricht positiv zu werten, sagte ein Börsianer.

Auch Autowerte waren überdurchschnittlich stark gefragt. So verzeichneten die Titel von Mercedes-Benz, Volkswagen und BMW Kursaufschläge zwischen 2,5 und 3,1 Prozent.

Hoffnung auf weiterhin gute Bilanzen in der Berichtssaison

Die Hoffnung auf weiterhin gute Bilanzen könnten in der neuen Woche zahlreiche Unternehmen erfüllen. Allein aus dem 40 Werte umfassenden deutschen Leitindex Dax stehen bei rund der Hälfte der Unternehmen Quartalszahlen zur Veröffentlichung an. Am Dienstag wollen Bayer, Continental, FMC und Zalando ihre Bücher öffnen.

Für Mittwoch stehen die Resultate von Fresenius, DHL Group, Siemens Energy, Vonovia, Infineon und Beiersdorf auf der Agenda. Am Donnerstag folgen Commerzbank, Deutsche Telekom, Merck KGaA und Siemens mit Informationen zu ihrer Geschäftsentwicklung. Für Freitag sind die Kennziffern von Allianz, Daimler Truck und Munich Re terminiert.

Rückschlag von Mitte Juli überwunden

Mitte Juli war der Dax bis auf rund 24.650 Punkte zurückgefallen, nachdem die Vereinigten Staaten den Iran wieder verstärkt angegriffen hatten und der Ölpreis der Nordseesorte Brent zeitweise wieder über die Marke von 100 Dollar gestiegen war.

© dpa-infocom, dpa:260803-930-476514/7


Von dpa
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