Maler Markus Lüpertz (85) hält nicht viel vom Regietheater an der Oper - von sich selbst dagegen schon. In München wurde nun eine Ausstellung mit Skizzen, Malereien und Skulpturen zu seiner „Rheingold“-Inszenierung ausgestellt, die er in diesem Jahr am Staatstheater Meiningen auf die Bühne gebracht hat.
„Wenn man schon irgendwas kritisiert und so ein Klugscheißer ist wie ich, dann muss man auch was liefern“, sagte er bei der Eröffnung in der Galerie Art Affair in der bayerischen Landeshauptstadt, zu der auch Schauspielerin Veronica Ferres (61) gekommen war.
Selbstzweifel habe er dabei nicht. „Über Unsicherheit denke ich nicht nach“, sagte er. „Ich bin in mir ruhend.“ Bei Bühnenbildern liege er „weit vorne, was ich an Regiearbeit gesehen habe, liege ich weit vorne, in der Malerei sowieso“.
Seine Operninszenierung sei „ein Bild, das ich male mit den Leuten“. Er erschaffe dann „so'n Lüpi-Land“ - und das habe mit dem Regietheater von heute nicht viel zu tun. Kritisieren wolle er das, was viele seiner Kollegen tun, nicht. „Das steht mir gar nicht zu“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.
„Manchmal sehe ich das nicht ein, weil es Blödsinn ist. Also wenn da der ein Wagen auf die Bühne fährt, ein Auto, was soll der Scheiß?“, sagte er und sprach von „Quatsch“.
„Es gibt alles“ - zum Beispiel „Don Giovanni“ als Autowerkstattbesitzer. „Das mag ja alles amüsant sein, das mag auch eine eigene Interpretation sein, aber ich finde, dafür sollten sie ihre eigenen Opern schreiben.“
Er selbst kann sich durchaus vorstellen, noch einmal als Regisseur eine Oper zu inszenieren. Für 2028 gebe es Pläne - „ich sage jetzt nicht, was“. Er arbeite als Bühnenbildner nun mal am liebsten für sich selbst.
„Ich hab dann irgendwann eines Tages keine Lust mehr gehabt, für andere zu arbeiten, weil ich ja immer denke, ich kann das besser selber“, sagte er der dpa. „Ich hab' ja immer meine Hybris, von der ich leider heimgesucht bin.“
© dpa-infocom, dpa:261107-930-961579/1