„Für uns ist wichtig, dass der Mensch im Mittelpunkt steht“, sagt Manuela Scheller. Sie ist Leiterin des Hauses der Pflege St. Sophia in Flachslanden. Die neue Einrichtung wird von der Stiftung Liebenau betrieben und bietet pflegebedürftigen Senioren ein Zuhause.
„Wir sind eine vollstationäre Pflegeeinrichtung“, erzählt Scheller, die auch das Haus der Pflege St. Katharina in Weidenbach leitet. Insgesamt ist Platz für 34 Bewohner. Sie leben in zwei Wohngruppen, verteilt auf zwei Etagen, und sind in Einzelzimmern mit eigenem Bad untergebracht. Zwei der Zimmer könnten auch von Ehepaaren bewohnt werden, so Scheller.
Willkommen sind nicht nur Bürger aus Flachslanden, sondern auch Auswärtige. Einige Bewohner sind schon eingezogen, die restlichen Zimmer werden bis Mitte Juni belegt. Weil aktuell auch einige Kurzzeitpflegegäste aufgenommen wurden, werden aber auch wieder Zimmer frei, stellt Scheller in Aussicht. Auch in Zukunft soll Kurzzeitpflege angeboten werden, wenn gerade Kapazitäten frei sind.
Eine Seniorin mit Rollator wird von ihrer Enkelin nach draußen begleitet. „Dann laufen wir etwas, damit sie nicht einrostet“, erzählt die Enkelin. Sie lobt das Pflegeheim. „Schön ist es geworden – ein Zimmer wie das Wohnzimmer daheim.“
Manuela Scheller teilt mit: „Wir nehmen von Pflegegrad 1 bis 5 alle auf“ – neben Bettlägerigen auch Menschen mit Demenzerkrankungen. Allerdings ist St. Sophia keine beschützende Einrichtung. „Wenn jemand eine Weglauf-Tendenz hat, wird es schwierig.“
Im Pflegeheim gibt es Gemeinschaftsbereiche mit offenen Wohnküchen, einen Begegnungsraum für soziale Aktivitäten, einen Garten und große Terrassen. „Bei uns wird der Kaffee in der Küche der Wohngruppe gekocht und nicht separat im Keller, sodass die Bewohner den ganzen Tagesablauf mitbekommen und eingebunden werden“, erklärt Scheller das Konzept. „Im Rahmen der sozialen Betreuung wird gekocht, gebacken und gebastelt – alles, was man zu Hause auch machen würde.“
Geplant sind darüber hinaus Angebote wie Gedächtnistraining, Bingo oder gemeinsames Singen. „Wir sind auch dankbar, wenn sich jemand ehrenamtlich bereit erklärt, ein Instrument zu spielen oder sonst etwas anzubieten.“ Die Leiterin hofft, dass sich auch Kooperationen mit Einrichtungen vor Ort wie dem Kindergarten, der Schule oder der Kirchengemeinde ergeben. Ihr Wunsch ist, dass das Haus der Pflege in der Gemeinde bald gut eingebunden ist.
Das Team besteht aus 35 Mitarbeitenden, darunter auch Teilzeitkräfte. „Uns ist wichtig, dass wir uns als ein großes Team sehen“, betont Scheller. Pflegedienstleitung Veronika Siebentritt ergänzt: „Jeder fühlt sich für die Bewohner zuständig – ob er eine Suppe kocht oder den Weg zur Toilette zeigt.“ Im Bereich „Pflege“ sind noch zwei Teilzeitstellen zu vergeben. „Quereinsteiger sind auch sehr erwünscht“, sagt Scheller. Genau wie Freiwilligendienstler.
Im Juni 2023 war der Spatenstich, fertiggestellt wurde das Pflegeheim im April 2025. Rund acht Millionen Euro flossen nach Angaben von Bernd Reik, Regionalleiter der Stiftung Liebenau, in den Bau. Gefördert wurde das Projekt mit insgesamt etwa 1,535 Millionen Euro.
Bürgermeister Hans Henninger betrachtet das Pflegeheim als großen Pluspunkt für Flachslanden im sozialen Bereich. Die Gemeinde stellte das Grundstück nach Erbbaurecht kostenfrei zur Verfügung und finanzierte den Abbruch des vorherigen Gebäudes. Außerdem bezahlte sie den Bürgersteig und die Straßenbeleuchtung. „Insgesamt haben wir rund 100.000 Euro investiert.“
Auch aus privaten Gründen freut sich der Rathauschef, dass der Bau fertig ist. „Meine Mutter war die erste, die eingezogen ist.“ Sie war zuvor in einer anderen Einrichtung zur Kurzzeitpflege untergebracht. Zurück in Flachslanden treffe sie nun auf alte Bekannte und könne in Begleitung auch einmal den Friedhof oder die Kirche besuchen. „Das ist eine ganz andere Sache.“
Am Donnerstag, 17. Juli, um 14 Uhr wird das Pflegeheim mit einem ökumenischen Gottesdienst und einem Festakt eingeweiht. Mehr Infos gibt es im Internet unter der Adresse www.stiftung-liebenau.de/pflege/ angebot/flachslanden/haus-der-pflege-st-sophia-2612
Träger von St. Sophia ist die Stiftung Liebenau mit Hauptsitz in Meckenbeuren am Bodensee. Es handelt sich um eine kirchliche Stiftung privaten Rechts mit rund 50 Tochtergesellschaften, die 1870 gegründet wurde.Nach eigenen Angaben auf der Internetseite setzt man sich vonseiten der Stiftung „für die größtmögliche Selbstbestimmung und Teilhabe aller Menschen am gesellschaftlichen Leben“ ein.