So weit ist es schon mal klar: Das historische Brücklein über die Bibart bei Altmannshausen muss noch eine ganze Zeitlang mit seiner Behelfsertüchtigung zurechtkommen.
Doch ewig halten wird die Betonfahrbahn, die derzeit wie ein Schutzschild über der Brücke liegt, sicherlich nicht. Binnen ein paar Jahren werden Umwelteinflüsse den Beton schadhaft gemacht haben, sagt Bauingenieur Uwe Reuther voraus. Er ist bei dem beauftragten Kitzinger Büro dafür zuständig, eine dauerhafte Lösung für die vom Jahrhunderthochwasser des 9. Juli 2021 zerstörte Brücke zu finden.
Reuther hat sich einige Gedanken gemacht und im Markt Bibarter Gemeinderat im nicht-öffentlichen Teil der März-Ratssitzung fünf Varianten für die Nepomuk-Brücke vorgestellt. Zwei davon, so berichtete Bürgermeister Klaus Nölp, hat das Ratsgremium aus Gemeindesicht ausgeschlossen.
Es waren die beiden teuersten Überlegungen, jeweils im Bereich von einer dreiviertel Million Euro, erläutert Reuther auf Nachfrage unserer Redaktion. Wirklich kostengünstig wird aber keine Lösung werden. Reuther rechnet im günstigsten Fall mit 550.000 Euro Baukosten. Was letztlich umgesetzt wird, „kann auch ich nicht wirklich sagen“, beteuert der Bauingenieur.
Seine Vorschläge reichen vom möglichst originalgetreuen Wiederaufbau bis zu einem Abriss und Ersatzneubau. Gegen letzteres spricht vor allem, dass es sich um ein Denkmal handelt – eine gut 250 Jahre alte, seltene Drei-Bogen-Brücke aus Sandsteinquadern. Reuther sieht jedoch eine andere Möglichkeit, sie für die Nachwelt zu erhalten: im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim. Eine entsprechende Anfrage habe er bereits ans Museum gerichtet, jedoch noch keine Antwort erhalten.
Die denkmalschützerisch nahe liegende Lösung einer möglichst authentischen Wiederherstellung birgt allerdings ebenfalls Tücken, vor allem technischer Art. Denn die Brücke ist Teil der Hauptzufahrt in den Ort und sollte tunlichst auch Schwerverkehr beziehungsweise Busse tragen können.
Neben der Statik spielt zudem der Hochwasserschutz eine zentrale Rolle. Reuther lässt die drei Varianten, die aktuell noch im Gespräch sind, darauf hin überrechnen, welche Auswirkungen sie auf die Hochwasserverhältnisse hätten. Dies erledigt ein darauf spezialisiertes Bamberger Büro.
Welche der von Reuther ausgearbeiteten Varianten für die Denkmalschutzbehörde in Frage käme, beziehungsweise unter welchen Bedingungen akzeptiert würde, wird noch Gegenstand von demnächst anstehenden Gesprächen sein. Diese sollen laut dem Planer voraussichtlich im April beginnen, werden aber sicher mehr als nur zwei, drei Wochen beanspruchen.
Sofern die nötigen, umfangreichen Absprachen und Planungen geschmeidig liefen, könnte im kommenden Jahr die eigentliche Bauphase beginnen. Doch: „Das glaube ich aktuell nicht“, ist Reuther skeptisch. Er hält einen Baubeginn eher im Jahr 2025 für wahrscheinlich. Für die in Aussicht stehende staatliche Kostenübernahme würde dies aber sicherlich ausreichen. Die Verwendungsnachweise müssen erst bis Mitte 2028 vorliegen, hieß es im vergangenen Jahr.