Jagdschule Mittelfranken in Birkenfeld gegründet: So soll die Ausbildung ablaufen | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 07.04.2026 09:00

Jagdschule Mittelfranken in Birkenfeld gegründet: So soll die Ausbildung ablaufen

Die Ausbildungsleiterin Angelina Fahsl und ihr Ehemann Joachim Fahsl pflanzten einen Baum zum Internationalen Tag des Waldes. Dies ist ein Symbol für verantwortungsbewusstes Handeln. Das Team der Jagdschule Mittelfranken engagiert sich auch auf diese Weise gegen den Klimawandel. (Foto: Jagdschule Mittelfranken/Moritz Fahsl)
Die Ausbildungsleiterin Angelina Fahsl und ihr Ehemann Joachim Fahsl pflanzten einen Baum zum Internationalen Tag des Waldes. Dies ist ein Symbol für verantwortungsbewusstes Handeln. Das Team der Jagdschule Mittelfranken engagiert sich auch auf diese Weise gegen den Klimawandel. (Foto: Jagdschule Mittelfranken/Moritz Fahsl)
Die Ausbildungsleiterin Angelina Fahsl und ihr Ehemann Joachim Fahsl pflanzten einen Baum zum Internationalen Tag des Waldes. Dies ist ein Symbol für verantwortungsbewusstes Handeln. Das Team der Jagdschule Mittelfranken engagiert sich auch auf diese Weise gegen den Klimawandel. (Foto: Jagdschule Mittelfranken/Moritz Fahsl)

In Neustadt wurde mit der „Jagdschule Mittelfranken” eine neue Ausbildungsstätte zur Vorbereitung auf die Bayerische Jägerprüfung gegründet. Wer eine Ausbildung zum Jungjäger absolvieren möchte, hat damit eine neue wohnortnahe Anlaufadresse in der Region.

Darüber informieren die Verantwortlichen in einer Pressemitteilung. Die Jagdschule verfolgt das Ziel, die qualifizierte Vorbereitung auf die staatliche Jägerprüfung im Landkreis Neustadt/Aisch-Bad Windsheim langfristig zu sichern. Auch der jagdliche Nachwuchs aus anderen Landkreisen darf teilnehmen. Deshalb lautet der Name auch „Jagdschule Mittelfranken”. An der Jagdschule Neustadt fand laut Pressemitteilung voriges Jahr kein Kursbetrieb mehr statt, die Homepage soll entsprechend auch bald gelöscht werden. In Birkenfeld geht es nun weiter.

„Wohnortnahe” Ausbildung für Jägerinnen und Jäger

„Uns war wichtig, dass die Jägerausbildung weiterhin wohnortnah möglich bleibt“, erklärt Ausbildungsleiterin Angelina Fahsl. „Die Jagd trägt Verantwortung für Natur, Wildbestand und Kulturlandschaft. Eine fundierte Ausbildung ist dafür die Grundlage.“ Viele bekannte Lehrer konnten gewonnen werden, sagt Fahsl.

Ludwig Saule (Forstdirektor a. D.) wird beispielsweise „Waldbau und Jagdethik” unterrichten. Manfred Merz wurde für das Jagdrecht verpflichtet. Hermann Leidenberger doziert über das Waffenrecht. Sonja Wachtler bringt den künftigen Jägerinnen und Jägern Naturschutz, Hege und Jagdpraxis bei. Joachim Fahsl lehrt Federwild und Landbau. Das Metier von Dr. Raphaela Ehrich (Tierärztin) ist das Jagdhundewesen. Dr. Felix Ehrich (Tierarzt) gibt sein Wissen über die Wildbret-Hygiene und Wildkrankheiten weiter. Schulleiterin Angelina Fahsl deckt die Fachbereiche „Haarwild” und „Waffenkunde” ab.

Der Hof wurde inzwischen an Robin Röthlingshöfer (r.) übergeben. Dieser versucht mit Hilfe seines Mieters Max Müller (l.) und seinem Vater Richard Röthlingshöfer den Hof im Nebenerwerb weiterzuführen. (Foto: Richard Röthlingshöfer)
Der Hof wurde inzwischen an Robin Röthlingshöfer (r.) übergeben. Dieser versucht mit Hilfe seines Mieters Max Müller (l.) und seinem Vater Richard Röthlingshöfer den Hof im Nebenerwerb weiterzuführen. (Foto: Richard Röthlingshöfer)

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Renommierter Schießausbilder kommt nach Neustadt

„Außerdem konnten wir für den ersten Jahrgang mit Olaf Ehrich einen der renommiertesten Schießausbilder Deutschlands gewinnen”, informiert die Schulleiterin. Ehrich bildet für die IHK aus und betreibt seit über 20 Jahren die Jagdschule Thüringen. Das Ehepaar Fahsl plant, die IHK-Schießausbildung auch selbst baldmöglichst zu absolvieren. „Die sichere Schießausbildung ist aus unserer Sicht einer der wichtigsten Aspekte der Jägerausbildung, deshalb legen wir hier auch viel Wert darauf”, betont die Leiterin und fügt hinzu: „Wir haben uns größte Mühe gegeben, dieses hervorragende Dozententeam zusammenzustellen. Alle haben Erfahrung in der Vermittlung ihres Faches.”

Was Angelina Fahsl im Zuge der Anmeldung und des Genehmigungsverfahrens persönlich gefreut hat, ist, „dass das Landesamt für Maß und Gewicht, wo auch die zentrale Jäger- und Falknerprüfungsbehörde angesiedelt ist, die Jagdschule nicht nur genehmigt hat, sondern ausdrücklich begrüßte, dass wir den Ball aufnehmen und sicherstellen, dass auch weiterhin eine fundierte Jungjägerausbildung im hiesigen Landkreis stattfindet”.

Verantwortung soll im Zentrum stehen

Ziel der Jagdschule ist es, angehenden Jägerinnen und Jägern die Aufgaben und Bedeutung der Jagd umfassend zu vermitteln. Neben der fachlichen Qualifikation steht insbesondere ein waidgerechtes und verantwortungsbewusstes Handeln im Mittelpunkt der Ausbildung. Das Konzept sieht eine Kombination aus theoretischer und praktischer Wissensvermittlung vor.

Der theoretische Unterricht wird durch eine intensive praktische Ausbildung ergänzt und vertieft, informiert das Ehepaar Fahsl. Zusätzlich kommen digitale Lehrplattformen zum Einsatz, um den Lernstoff nachhaltig zu festigen und den Wissensstand der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kontinuierlich auszubauen.

Die Jagd auf Rehwild soll auch ohne Streckenliste möglich sein. Die Novelle des Bayerischen Jagdgesetzes sieht es vor. Diese soll noch im März verabschiedet werden. Die Jagdgenossen können wählen.  (Foto: Daniel Schumacher)
Die Jagd auf Rehwild soll auch ohne Streckenliste möglich sein. Die Novelle des Bayerischen Jagdgesetzes sieht es vor. Diese soll noch im März verabschiedet werden. Die Jagdgenossen können wählen.  (Foto: Daniel Schumacher)

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Infoabend am 16. April geplant

Der Unterricht wird in eigenen Schulungsräumen in Birkenfeld am Torweg 3 angeboten. Neben fundierter Theorie legt das Ausbilderteam besonderen Wert auf praxisnahe Revierausbildung sowie eine strukturierte Schießausbildung. Der Kurspreis umfasst unter anderem Unterrichtsmaterial, Munition, Standgebühren sowie die Prüfungsgebühren für die staatliche Jägerprüfung. Gerade vor dem Hintergrund des Klimawandels und der zunehmenden Anforderungen an Wald und Wild komme gut ausgebildeten Jägerinnen und Jägern eine wichtige Rolle zu – etwa bei der Regulierung von Wildbeständen und der Vermeidung von Wildschäden.

Der erste Informationsabend für den Vorbereitungskurs zur staatlichen Jägerprüfung findet am Donnerstag, 16. April, statt. Interessierte können sich hierzu per E-Mail an info@jagdschule-mittelfranken.de oder telefonisch unter 0176/84614899 anmelden, um den Aufbau der Ausbildung und das Team kennenzulernen. Sofern ausreichend Anmeldungen eingehen, ist geplant, den ersten Kurs am Samstag, 2. Mai, zu starten. Mit dem Start der Jagdschule soll nicht nur eine Ausbildungslücke geschlossen werden, Ziel ist es auch, eine langfristige Anlaufstelle für Jungjägerinnen und Jungjäger in der Region zu schaffen.

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