Katzenfutter: Was in den Napf gehört – und was nicht | FLZ.de | Stage

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Veröffentlicht am 12.06.2026 00:06

Katzenfutter: Was in den Napf gehört – und was nicht

Ein voller Napf allein reicht nicht: Katzen brauchen eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend tierischem Eiweiß und Flüssigkeit. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Ein voller Napf allein reicht nicht: Katzen brauchen eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend tierischem Eiweiß und Flüssigkeit. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)
Ein voller Napf allein reicht nicht: Katzen brauchen eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend tierischem Eiweiß und Flüssigkeit. (Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn)

Die Liebe zur Katze zeigt sich häufig am Futternapf. Doch nicht alles, was fürsorglich gemeint ist, tut dem empfindlichen Katzenmagen auch gut. Worauf es bei der Ernährung ankommt und welche Fehler Halterinnen und Halter vermeiden sollten.

Katzen brauchen vor allem tierische Nährstoffe

Katzen sind von Natur aus Fleischfresser. „Ihr Futter sollte deshalb vor allem tierisches Eiweiß enthalten“, sagt Heimtier-Expertin Sabrina Karl von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Einige wichtige Nährstoffe können Katzen nur über tierische Bestandteile aufnehmen, darunter Taurin, Vitamin A und Arachidonsäure.

Taurin ist für Katzen besonders wichtig. Es spielt unter anderem für Herz, Augen, Fortpflanzung und Immunsystem eine Rolle. Bekommt eine Katze zu wenig Taurin, kann das schwere Folgen haben, etwa für das Sehvermögen oder das Herz.

Das heißt aber nicht, dass man das Futter selbst zusammenstellen muss. In der Regel ist ein gutes Alleinfuttermittel die einfachste Lösung. Es enthält alle wichtigen Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe, die eine Katze braucht. Das Futter sollte außerdem eiweißreich und möglichst kohlenhydratarm sein. „Katzen können Kohlenhydrate nur begrenzt verwerten“, sagt Karl.

Ausreichend Flüssigkeit nicht vergessen

Auch Wasser ist wichtig. „Katzen trinken von Natur aus oft eher wenig“, sagt die Heimtier-Expertin. Nassfutter kann hier helfen, weil es viel Flüssigkeit enthält. Trockenfutter ist zwar praktisch und lange haltbar, enthält aber deutlich weniger Wasser.

Wer Trockenfutter gibt, sollte also besonders darauf achten, dass die Katze ausreichend trinkt. Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen. Manche Katzen mögen Trinkbrunnen. Andere trinken lieber aus Wassernäpfen, die an verschiedenen Stellen in der Wohnung stehen.

Auch der Standort der Näpfe spielt eine Rolle: Futter, Wasser und Katzentoilette sollten möglichst nicht direkt nebeneinanderstehen. Das kommt dem natürlichen Verhalten von Katzen entgegen.

Vorsicht bei selbst zubereitetem Futter

Manche Halter möchten das Futter für ihre Katze auch selbst zubereiten. Das kann gut gemeint sein, ist aber nicht ohne Risiko. „Die Tierernährung ist ein sehr komplexes Thema und die Tiere sind in Sachen Ernährung auf den Besitzer angewiesen“, sagt Moira Gerlach, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund.

Werden die Portionen falsch zusammengestellt, kann eine Katze auf Dauer zu wenig oder zu viel von bestimmten Nährstoffen bekommen. Das kann krank machen. Wer das Futter selbst zubereiten möchte, sollte sich deshalb fachlich beraten lassen, etwa von Tierärztinnen und Tierärzten mit Schwerpunkt Ernährung.

Leckerlis nur in Maßen

Auch bei Snacks lohnt sich ein genauer Blick. „Wenn Leckerlis häufiger gegeben werden, sollte man sie von der Tagesration abziehen“, sagt Gerlach. Bekommt die Katze häufiger Leckerlis, sollte also an anderer Stelle etwas weniger Futter im Napf landen.

Als Belohnung eignet sich oft auch das normale Trockenfutter. Und das muss dann auch nicht in den Napf. Man kann die kleinen Häppchen zum Beispiel werfen, verstecken oder in ein Fummelbrett geben. So bekommt die Katze Beschäftigung und muss sich ihr Futter erarbeiten.

Menschliches Essen ist oft ungeeignet

„Auf menschliches Essen als Belohnung sollte grundsätzlich verzichtet werden“, sagt Gerlach. Viele Speisen sind für Katzen zu stark gewürzt, unverträglich oder sogar giftig. Tabu sind etwa Schokolade und Kakao, Zwiebeln, Knoblauch, rohes Schweinefleisch, roher Fisch, Knochen, Alkohol sowie stark gewürzte oder salzige Speisen.

Auch Milch ist für erwachsene Katzen meist nicht geeignet: Viele Katzen vertragen den Milchzucker nicht mehr gut. „Erwachsene Tiere bekommen daher häufig Durchfall, wenn ihnen Milch angeboten wird“, sagt Gerlach.

Ernährungstrends kritisch prüfen

Auch Ernährungstrends sollte man nicht einfach übernehmen. Beim sogenannten BARF („biologisch artgerechtes rohes Futter“) bekommen Katzen zum Beispiel rohes Futter, überwiegend mit Fleisch und weiteren Bestandteilen. 

Das kann laut Vier Pfoten aber nur funktionieren, wenn die Rationen genau geplant und ergänzt werden. Sonst kann es zu Mängeln oder Überversorgungen kommen, etwa bei Taurin, Calcium, Phosphor, Jod oder Vitaminen. Außerdem kann rohes Fleisch mit Keimen belastet sein.

Katze vegetarisch oder vegan ernähren?

Eine vegetarische oder vegane Ernährung ist für Katzen besonders kritisch. Aus Sicht des Deutschen Tierschutzbundes sollten Katzen als Fleischfresser nicht vegan ernährt werden. Viele wichtige Nährstoffe kommen natürlicherweise vor allem in tierischen Bestandteilen vor. Zudem fehlen aussagekräftige Langzeitstudien zu veganer Katzenernährung.

Eine gesunde erwachsene Katze kann laut Tierschutzbund theoretisch ovo-lakto-vegetarisch ernährt werden, also fleischlos, aber nicht rein pflanzlich. Das sollte aber nur mit fachlicher Begleitung durch spezialisierte Tierärztinnen oder Tierärzte geschehen. Wichtig ist in jedem Fall, dass die Ration zum jeweiligen Bedarf der Katze passt und langfristig ausgewogen ist.

© dpa-infocom, dpa:260611-930-210712/1


Von dpa
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