Das Wappen Dorfhauptmannschaft der Kinderzeche ziert das Festabzeichen 2026. Wer sich schon jetzt eines sichern will, und das auch noch zu einem günstigeren Preis, kann sich auf dem Dinkelsbühler Weihnachtsmarkt eindecken.
Die Gruppe der Dorfhauptmannschaft feiert im kommenden Jahr ein Jubiläum: ihr 25-jähriges Bestehen. Mit der Würdigung auf dem Festabzeichen setzt das Dinkelsbühler Kinder- und Heimatfest die Reihe fort, die 2022 begonnen hat.
Der Ursprung der Dorfhauptmannschaft liegt im Miteinander von Stadt und Land und trägt den eher bäuerlichen Strukturen Dinkelsbühls Rechnung, erläuterte Vorstand Maximilian Mattausch bei der Vorstellung des Festabzeichens. Bereits 1950 habe es einen Vorstoß der Landbevölkerung mit einer „Bauerngruppe“ gegeben, der aber zunächst scheiterte. Bürgerinnen und Bürger der Altgemeinde Seidelsdorf 1951 nahmen sich schließlich die alten Dorfhauptmannschaften zum Vorbild der Gruppe.
Diese Dorfhauptmannschaften – „heute würde man den Dorfhauptmann als Ortssprecher bezeichnen”, meint Mattauch – halfen bei der Verteidigung der Stadt im Kriegsfall und seien erstmals in der Zeit um 1600 belegt. Besonders sei diese Gruppe der Kinderzeche auch deswegen, weil sie vor 75 Jahren, also lange vor der Gebietsreform, die Kinderzeche für die Teilnahme von nicht gebürtigen Dinkelsbühlern geöffnet hatte. „Seit der Gründung was das eigentlich Regel”, erklärt der Vorstand. Die Dorfhauptmannschaft war also die Initialzündung für den integrativen Ansatz, den die Kinderzeche heute verfolgt.
Die damals selbstständige Gemeinde Seidelsdorf stellte auch die Zug- und Reitpferde. Zehn Personen – drei Reiter und ein Gespann – bildeten die erste Gruppe, die heute 54 Personen, vier Reiter, den Herold zu Pferd und drei Gespanne umfasst. Da die Gruppe historisch die Stadtknechte unterstützte, lagerte sie zunächst am Wörnitztor und befindet sich heute mit einer Zwischenstation am Münster im Spitalhof im Reichsstädtischen Lager.
Gruppenleiter sind Thomas Wenk und Florian Eisenbart. Wenk hat sich bereits tief in die Chronik der Dorfhauptmannschaft eingearbeitet, um eine Ausstellung zusammenzustellen, die wie jedes Jahr in den Räumen der VR Bank im südlichen Franken gezeigt werden soll. Wenk sucht auch nach historischen Fotografien der Dorfhauptmannschaft und hofft dabei auf den einen oder anderen Fund in Privatarchiven. Wer Bilder oder auch anderes Material beisteuern könne, solle sich im Büro der Kinderzeche melden.
Mit dem Verkauf der Festabzeichen finanziert die Kinderzeche die Ausgaben während des gesamten Jahres, erklärt Vorstand Mattausch. In diesem Jahr werde der Preis noch beim Alten bleiben, aber vermutlich werde sich für 2027 eine Anhebung nicht vermeiden lassen, befürchtet er. Er begründet dies mit der allgemeinen Teuerung, aber auch mit handwerklichen Leistungen oder Material. Und auch der Mindestlohn sei für das Heimatfest ein Thema.
Trotz der verregneten Kinderzeche 2025 sei in diesem Jahr der Verkauf von 16.000 Festabzeichen ein Ergebnis gewesen, „das ok ist”, merkt Mattausch noch an.
Das Festabzeichen gibt es ab Montag, 24. November, während des Weihnachtsmarkts im Spitalhof am Stand von Sandra und Markus Kranz.