Eine Klassenfahrt steht an. In der Regel unterschreiben Eltern vorher, dass sie bereit sind, ihr Kind im Extremfall auch auf eigene Kosten abzuholen.
In der Praxis bedeutet das: Die Lehrkräfte melden sich, wenn es mit einem Kind gar nicht klappt - und für den Störenfried oder die Unruhestifterin ist der Gemeinschaftstrip zu Ende. Svenja Telle, Grundschullehrerin in Wolfsburg und im Vorstand des Grundschulverbandes, hat in ihrer bisherigen Zeit an der Grundschule allerdings noch nie erlebt, dass es dazu gekommen ist.
Konflikte kann es natürlich immer geben. „Oft haben diejenigen Probleme, sich an die Regeln zu halten, die auch in der Schule damit Schwierigkeiten haben“, sagt die Lehrerin. „Es ist aber nicht zwingend immer so, manchmal hilft das andere Setting, dass es gutgeht.“ Ansonsten versuchen die Lehrerinnen und Lehrer, was sie auch im Schulalltag tun: das Einhalten von Regeln einzufordern und mit den Kindern im Gespräch zu sein.
Eltern rät die Pädagogin, auch zu Hause im Familienalltag Regeln zu vereinbaren und einzufordern. „Wichtig ist außerdem, den Kindern zu vermitteln, dass Eltern und Lehrkräfte zusammenarbeiten und miteinander im Austausch sind“, sagt sie. Das gibt nicht nur Verlässlichkeit und Struktur, sondern Kinder lernen, dass sie Verantwortung für ihr Verhalten übernehmen müssen.
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