Mit ihrem neuen Angebot haben die Verantwortlichen der Luitpoldschule offenbar einen Nerv getroffen. In den vergangenen Tagen haben viele Menschen auf die Internetseite zugegriffen und wollten die Turmfalken beim Brüten beobachten. Allerdings blieb es für viele beim Versuch, denn die Live-Übertragung funktioniert nicht.
Seit Jahren gehören Falken zum Alltag in der Ansbacher Luitpoldschule. Im großen Turm ist ein Nistkasten eingebaut, den die Greifvögel regelmäßig beziehen, um ihren Nachwuchs aufzuziehen. „Die Falken gehören zur Schulfamilie”, betont Schulleiterin Jenny Weid. Sie seien regelmäßig zu sehen und zu hören. Zudem werden die Tiere auch als Anschauungsobjekte aus der Ferne in den Unterricht eingebunden.
Aber warum sollen sich nur die Lehrkräfte sowie die Schülerinnen und Schüler an den Tieren erfreuen? Das fragten sich auch die Verantwortlichen und entschieden, eine Webcam samt Nachtsichtfunktion und Ton in dem Nistkasten zu installieren. Die Idee dahinter: Über einen Livestream sollte die Kamera auf die Internetseite der Schule übertragen und so Menschen die Möglichkeit bieten, die Vögel in ihrem Brutverhalten zu beobachten – auch wenn sie nichts mit der Schule zu tun haben.
Doch seit Freitag bekommen Interessierte nur den Hinweis „Diese Livestream-Aufzeichnung ist nicht verfügbar” zu sehen. Gemäß den Angaben von Schulleiterin Jenny Weid sind die Zugriffszahlen derart in die Höhe gegangen, dass die Webcam und die dazugehörige Internetverbindung in die Knie gegangen sind. „Leider hat die Seite den Ansturm nicht verkraftet”, steht mittlerweile als Hinweis auf der Homepage.
Auf der einen Seite kann Jenny Weid den technischen Problemen durchaus etwas Positives abgewinnen. Immerhin ist das ein Zeichen, dass viele Menschen die Tiere sehen wollen. „Mich freut das hohe Interesse”, sagt die Schulleiterin gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Auf der anderen Seite ist es freilich ärgerlich, dass der Stream gerade nicht funktioniert. „Wir fiebern ja auch mit.”
Hinter den Kulissen arbeiten die Verantwortlichen seit Montag daran, die Probleme zu beheben. Die Schulleiterin hofft, dass der Livestream in den nächsten Tagen, spätestens jedoch in der kommenden Woche, wieder funktioniert. Klar ist, dass bis dahin keine Küken schlüpfen werden. Laut dem Landesbund für Vogelschutz beträgt die Brutzeit bei Turmfalken zwischen 27 und 29 Tagen.
Funktioniert die Übertragung wieder, gibt es aber dennoch etwas Neues zu sehen. War am vergangenen Dienstag erst ein Ei zu sehen, sollen es nach den Informationen von Jenny Weid mittlerweile drei sein. In den kommenden Tagen soll sich auch entscheiden, wie das Falkenpärchen heißen soll.
Die Schülerinnen und Schüler waren über die Osterferien dazu aufgerufen, sich Vorschläge auszudenken und bei der Schule einzureichen. Einige Kinder haben laut Jenny Weid auch Bilder gemalt. „Das ist eine coole Sache”, findet die Chefin der Luitpoldschule.